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Hassberge

Kreis kann keine Hilfestellung geben

Eigentlich wollte das MVZ bei der hausärztlichen Versorgung in Ebern einspringen. Ein aktuelles Urteil des Bundessozialgerichts lässt dies aber nun nicht zu.



Bei Hausärzten gilt der Planungsbereich Ebern mit 126 Prozent als überversorgt: Wird dann ein Arztsitz nicht nachbesetzt, verfällt er. Foto: Oliver Berg/dpa
Bei Hausärzten gilt der Planungsbereich Ebern mit 126 Prozent als überversorgt: Wird dann ein Arztsitz nicht nachbesetzt, verfällt er. Foto: Oliver Berg/dpa  

Ebern - Sie wollten helfen, doch sie dürfen nicht: Bei der Nachbesetzung der Hausarztstelle von Dr. Merkl in Ebern musste das MVZ (Medizinische Versorgungszentrum) Ebern seine Bewerbung um den KV-Sitz zurücknehmen. Schuld daran ist ein Urteil des Bundessozialgerichts.

Als Ende vergangenen Jahres bekannt wurde, dass der Eberner Hausarzt Hans Merkl zum Jahresende sein Stethoskop an den Nagel hängen würde, war die Not zunächst groß. Wohin mit den Patienten? Zumal wenige Monate zuvor mit dem Ende der Hausarztpraxis Müller in Reckendorf schon rund 900 Patienten auf der Suche nach ärztlicher Versorgung in der Region waren, die teilweise dann auch in den Eberner Praxen untergekommen sind.

Bis die Nachfolge geregelt werden würde, erklärten sich die Mediziner aus Ebern und Umgebung bereit, die Merkl‘schen Patienten mitzuversorgen; bis zum 1. April sollte aber eigentlich eine Lösung gefunden sein. Hier kamen der Landkreis und sein Kommunalunternehmen, die Haßberg-Kliniken, ins Spiel. Diese hatten sich eigentlich stets auf die fachärztliche Versorgung beschränkt und diese über die medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Haßfurt und Ebern installiert; ganz einfach , weil man festgestellt hatte, dass es immer schwieriger wird, Fachärzte aufs "flache Land" zu bekommen. Aus dem hausärztliche Bereich habe man sich bewusst herausgehalten, weil dort immer eine gute Versorgungssituation geherrscht habe, erklärte Wilfried Neubauer, Geschäftsführer der Medizinische Versorgungszentren Ebern-Haßfurt GmbH gegenüber der Neuen Presse. Aktiv habe man dort nie tätig werden wollen, wenn allerdings eine Notsituation eintreten sollte, würde man natürlich Hilfe anbieten. Diese Situation war nun mit der Eberner Hausarzt-Suche erstmals im Landkreis Haßberge eingetreten. Sollte Hans Merkl nämlich keinen Nachfolger finden, was bis dato nicht geschehen war, ist der Sitz in Ebern unwiderruflich weg. In der "Hausarzt-Region Ebern" - die sich von Hofheim über Burgpreppach, Maroldsweisach, Ebern, Untermerzbach bis Kirchlauter/Breitbrunn erstreckt - geht die KVB (Kassenärztliche Vereinigung Bayern) nämlich nach Hausarztsitzen von einer Versorgung von 126 Prozent aus. Würde also nun der Arztsitz nicht wieder besetzt, würde er eingezogen werden.

Auf den ausgeschriebenen KV-Sitz wollte sich daher nun - mit Einverständnis der ansässigen Allgemeinärzte - das MVZ bewerben. Der KV-Sitz sollte mit dem Internisten Dr. Tillmann Deist zunächst am MVZ in Ebern angesiedelt sein; hätte sich dann doch irgendwann ein Nachfolger für eine niedergelassene Praxis finden sollen, hätte man diesen Sitz auch teilweise wieder herauslösen können, so war der Plan. Doch: "Aufgrund eines Urteils des Bundessozialgerichts vom 12.02.2019 kann der von Herrn Merkl abzugebende Hausarztsitz entgegen der ursprünglich vorgestellten Planung nicht über den Facharzt Dr. Tillman Deist in das MVZ Ebern integriert werden", bedauert Wilfried Neubauer am Freitag gegenüber der Neuen Presse. "Das Zulassungsrecht für Vertragsärzte lässt dies so nicht mehr zu." Daher habe der Zulassungsausschuss Ärzte Unterfranken dem Kommunalunternehmen mitgeteilt, dass der für das MVZ Ebern gestellte Antrag auf Zulassung mit der vorgesehenen Besetzung mit Dr. Deist keine Aussicht auf Erfolg haben werde. "Der Antrag sollte deshalb zurückgenommen werden", habe es geheißen, berichtet Wilfried Neubauer. "Wir haben damit keine Möglichkeiten, den Hausarztsitz für den Planungsbereich Ebern zu erhalten." Man bedauere diese Entwicklung, so Neubauer, "wir können im hausärztlichen Versorgungsbereich Ebern leider keine Hilfestellung über das MVZ Ebern leisten".

Auch Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) bedauert das Urteil und dessen Folgen. "Das ist schlecht für die Menschen vor Ort", sagt er: Rechtliche Entscheidungen seien oft kompliziert und schwer vermittelbar. Positiv sei jedoch, dass ihm bislang nur von relativ wenigen Patienten zu Ohren gekommen sei, die nicht bei einem anderen Arzt in der Gegend - ob Ebern, Pfarrweisach oder Burgpreppach - untergekommen seien. Und auch für die anderen Patienten gilt: Im Notfall wird keiner abgewiesen.

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Tanja Kaufmann

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Veröffentlicht am:
29. 03. 2019
22:36 Uhr

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Tanja Kaufmann

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Veröffentlicht am:
29. 03. 2019
22:36 Uhr



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