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Hassberge

Kurzarbeit in jedem dritten Betrieb

Die Agentur für Arbeit Schweinfurt meldet für den Bereich Main-Rhön eine stabile Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent. Erreicht worden sei dies unter anderem durch Konjunkturpakete.



Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Haßberge ist von Juni auf Juli um 24 auf 1735 Personen gestiegen. Das waren 448 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Foto: Oliver Berg/dpa
Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Haßberge ist von Juni auf Juli um 24 auf 1735 Personen gestiegen. Das waren 448 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Foto: Oliver Berg/dpa   » zu den Bildern

Kreis Haßberge - "Die andauernden Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie stellen für die Region Main-Rhön eine echte Herausforderung dar. Die Konjunkturpakete der Regierung sowie der massive Einsatz von Kurzarbeit stabilisieren die regionale Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. So blieb die Arbeitslosenquote im Juli, wie bereits in den beiden vorangegangenen Monaten, unverändert bei 3,8 Prozent", erläutert Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die Situation. Im Juli waren demzufolge 9533 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren acht Personen mehr als im Vormonat.

Die Anzahl der Arbeitslosen ist von Juli 2019 auf Juli 2020 auch infolge der Corona-Krise deutlich gestiegen. Vor einem Jahr waren 7385 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen und die Arbeitslosenquote lag im Juli 2019 bei 3,0 Prozent. Die Arbeitslosigkeit stieg seit diesem Zeitpunkt um 2148 Personen. Dies entsprach einem Zuwachs von rund einem Drittel. Von den Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nahezu alle von der Statistik ausgewiesenen Personengruppen im Vergleich zu den Vorjahres-Veränderungen gleichermaßen betroffen. "So zeigt die Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr weiterhin erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklungen des Arbeits- und Ausbildungsmarkts. Allerdings verglichen mit dem Ausmaß der Krise und deren Folgen für die lokalen wirtschaftlichen Aktivitäten hielt sich die Wirkung auf die Arbeitsmarktzahlen in der Region Main-Rhön vergleichsweise im Rahmen", bewertet Stelzer die aktuelle Lage.

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Haßberge ist von Juni auf Juli um 24 auf 1735 Personen gestiegen. Das waren 448 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 3,4 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 2,6 Prozent. Dabei meldeten sich 332 Personen neu oder erneut arbeitslos, 50 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 313 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 2908 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 150 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 2533 Abmeldungen von Arbeitslosen. Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um 21 Stellen auf 539 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 271 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Juli 107 neue Arbeitsstellen, 19 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 639 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 323.

Um Arbeitsplätze im Bereich Main-Rhön zu sichern und Mitarbeiter zu halten, zeigte mittlerweile nahezu jeder dritte Betrieb der 10 955 Unternehmen in dieser Region Kurzarbeit an. Seit Anfang des Jahres betraf dies 4178 Betriebe aus der Region Main-Rhön. Diese Anzeigen auf Kurzarbeit bezogen sich auf 64 123 Personen. "Die Anzahl der Betriebe die Kurzarbeit angezeigt haben liegt bereits jetzt um ein Vielfaches höher als in den Jahren der Wirtschaftskrise 2008 und 2009", betont Stelzer. Für das gesamte Jahr 2009 zeigten 350 Betriebe für 25 500 Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Damals waren vor allem die Metallbearbeitung, der Maschinenbau und die Zulieferindustrie für die Automobilbranche in der Region Main-Rhön stark betroffen. "Heute stehen wir vor einer ganz anderen Herausforderung. Wir erleben eine Mischung aus Strukturwandel und der Einschränkungen aufgrund der Pandemie. Aktuell sind nahezu alle Wirtschaftsbereiche, mit Ausnahme der systemrelevanten, vor allem auch die kleineren und mittleren Betriebe, betroffen. Ein großer Unterschied zur Finanzkrise ist, dass es diesmal nicht nur vorwiegend die Industrie in unserer Region trifft", so Stelzer.

Jugend hat gute Chancen

Drei Viertel der jugendlichen Bewerber sind bereits versorgt. Für Jugendliche, die aktuell immer noch auf der Suche nach einer Lehrstelle zum Ausbildungsbeginn im Herbst 2020 sind, ist die Situation weiterhin sehr günstig. "Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist auch in dieser Krisenzeit erfreulicherweise sehr hoch. Jedem bisher unversorgten Bewerber stehen rechnerisch 2,1 unbesetzte Ausbildungsstellen (Juli 2019: 2,6) zur Verfügung. Offensichtlich haben die Arbeitgeber erkannt, dass für die Fachkräfte von morgen auch in Ausbildung investiert werden muss.

Dies gilt auch in finanziell unsicheren Zeiten. Unsere Berufsberater begleiten in Kooperation mit den Schulen besonders die Schüler der Abschlussklassen, damit beim Übergang in den Beruf niemand auf der Strecke bleibt", berichtet Stelzer. Von Oktober 2019 bis Juli 2020 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 2521 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle, 305 weniger (minus 10,8 Prozent) als im Vorjahreszeitraum. 650 junge Menschen waren im Juli noch auf Ausbildungssuche. Das waren 105 Personen (plus 19,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 3.886 Ausbildungsstellen gemeldet, 275 Stellen weniger (minus 6,6 Prozent) als vor einem Jahr. Davon waren im Juli noch 1390 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das waren 9 Stellen weniger als vor einem Jahr.

In den Branchen kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb sowie Tourismus gab es noch 403 und in der Rohstoffgewinnung, Produktion sowie Fertigung noch 343 freie Ausbildungsplätze. Ähnlich günstig verhielt es sich für die Bewerberinnen und Bewerber in den Branchen Bau, Architektur, Vermessung sowie Gebäudetechnik hier waren noch 272 Ausbildungsplätze für die jungen Menschen zur Besetzung ausgeschrieben.

Negativtrend gestoppt

"Der Negativtrend am Arbeitsmarkt scheint weitgehend gestoppt zu sein. Die Arbeitsagenturen erwarten, dass das Gröbste vorerst geschafft ist. Der Arbeitsmarkt hat den immensen wirtschaftlichen Schock bisher vergleichsweise gut verkraftet", so ein Experte des IAB-Forschungsbereichs "Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen". Geholfen hätten dabei die Stützungsmaßnahmen der Politik und dass die Restriktionen für die Wirtschaft aufgrund der deutlich gesunkenen Covid- 19-Infektionszahlen zügig wieder gelockert worden seien. Um die Kriseneffekte am Arbeitsmarkt wieder wettzumachen, bräuchte man aber eine stärkere Einstellungsdynamik. Auch bestünden für den weiteren Verlauf nach wie vor wirtschaftliche Risiken, wenn sich das Infektionsgeschehen wieder verschärfen sollte. Unabhängig davon würden vermehrte Insolvenzen nach dem Ende der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht am 30. September drohen. "Die anhaltenden unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ausgelöst durch die Pandemie, machen es schwierig, die Entwicklungen am regionalen Arbeitsmarkt treffsicher vorherzusagen. Allerdings gibt es weiterhin einen erheblichen Bedarf in den sogenannten Engpassberufen. Über 80 Prozent der Stellengesuche beziehen sich hierbei auf Fachkräfte. Dies betrifft insbesondere die Branchen Gesundheit, Pflege, Erziehung und weite Teile des Handwerks", so Stelzer. red

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Veröffentlicht am:
30. 07. 2020
18:38 Uhr

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30. 07. 2020
18:38 Uhr



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