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Hassberge

Kurzes Wintermezzo

Nach wochenlangem Schmuddelwetter hat der Schnee nun auch den Raum Ebern erreicht. Aber wohl nicht für lange, wie Wetterexperte Christian König erklärt.



Lange nicht so schlimm wie im Alpenvorland aber am Freitag musste auch in Ebern Schnee geschippt werden. Mehr wird es in den nächsten Tagen aber voraussichtlich nicht werden.	Fotos: Rudi Hein
Lange nicht so schlimm wie im Alpenvorland aber am Freitag musste auch in Ebern Schnee geschippt werden. Mehr wird es in den nächsten Tagen aber voraussichtlich nicht werden. Fotos: Rudi Hein   » zu den Bildern

Ebern - Inzwischen haben vier bayerische Landkreise den Katastrophenfall ausgerufen, Straßen unter anderem im Berchtesgadener Land und dem Allgäu sind wegen Lawinengefahr gesperrt und Dächer müssen von enormen Schneelasten befreit werden, um einen Einsturz zu verhindern. Und auch Menschen in Oberfranken haben die Härten des Winters zu spüren bekommen. Auf der A 72 an der Grenze zu Sachsen war in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag der Verkehr wegen des Schneetreibens lahmgelegt.

Im Raum Ebern und weiten Teilen des Coburger Landes hingegen waren Wiesen und Felder beinahe frühlingshaft grün - bis der Winter gestern auch hier sein weißes Kleid übergezogen hat. "Der große Schnee ist hier aber vorerst nicht in Sicht", weiß Wetterexperte Christian König.

Dass es vor allem um die Alpen herum seit Tagen einen solch massiven Niederschlag gebe, liege an einer zähen Luftströmung, die von Norden her gegen das Gebirge drücke. Die feuchte Luft habe sich dort beim Aufsteigen abgekühlt und sei in Form von Schnee wieder heruntergekommen. "Der Dauerschneefall zieht die Kälte dann immer weiter runter und erzeugt einen Staueffekt", erklärt König weiter. Derzeit befände sich damit ungefähr zwischen 500 und 800 Metern die selben kalten Temperaturen, was die Schneefallgrenze teils bis ins Flachland herabdrücke.

Da Ebern mit 270 Metern über dem Meeresspiegel, ähnlich wie weitere Teile Frankens, deutlich niedriger liege, sei dieser Staueffekt hier nicht oder zumindest nicht in diesem Ausmaß zu spüren. Ganz außen vor sei man hier jedoch auch nicht. König erinnert sich, dass im Winter der Jahre 1978 und 79 enorme Schneemassen auch in der Mitte Deutschlands nieder gegangen seien. Kalte Luft aus dem Norden sei genau da auf wärmere feuchte Luft aus dem Süden getroffen. Solche Tiefdruckgebiete aus Richtung Mittelmeer seien jedoch äußerst selten. Durch die jetzige Großwetterlage sei Franken insgesamt also eher begünstigt. Mit Extremen, wie sie die arktischen Winde derzeit im Süden erzeugen, sei nicht zu rechnen.

Dort sei das Ende der Fahnenstange für diesen Winter jedoch noch nicht erreicht. Klimaforscher hätten inzwischen herausgearbeitet, dass zukünftig immer häufiger mit lange anhaltenden Wetterlagen zu rechnen ist. Luftströmungen von Westen her würden immer mehr "schlafmützig um die nördliche Halbkugel schlingern". Bestimmte Großwetterlagen - also die Verteilung von Hoch- und Tiefdruckgebieten - sich zunehmend langsamer verlagern. Ein gutes Beispiel sei bereits das Jahr 2003 gewesen, das vielen Menschen noch mit Hitzerekorden über 40 Grad in Erinnerung geblieben sei. Auch da war auf den heißen Sommer ein strenger Winter gefolgt.

Am kommenden Wochenende bringe laut Christian König jedoch zunächst "ein Schwall wärmerer Atlantikluft" Temperaturen von zwei bis fünf Grad mit sich. Ein Mix aus Schneeregen und Regen verspreche wettertechnisch ein wahres "Ekelpaket". Anfang nächster Woche vermische sich die warme Luft mit Polarluft, die ebenfalls vom Meer her komme. Statt eines richtigen Wintereinbruchs bewege sich die aktuelle Lage also "eher in Richtung Aprilwetter".

Die Menschen in der Region erwartet also voraussichtlich kein Schneechaos. Der Wasserstand der Flüsse sollte jedoch vorsichtshalber im Auge gehalten werden. Der Hochwassernachrichtendienst des bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) hat am Freitagmittag in Stadt und Landkreis Coburg vor leichten Überschwemmungen und Ausuferungen gewarnt. Durch die auch vom Deutschen Wetterdienst prognostizierte wechselhafte Wetterlage am Wochenende ist mit einem Anstieg der Pegelstände zu rechnen.

So sei zu erwarten, dass der Pegel der Itz im Laufe der Nacht von Sonntag auf Montag die Meldestufe 1 (von 3) erreichen oder überschreiten wird. Auch kleinere Gewässer ohne Warnpegel könnten über die Ufer treten. Für den Landkreis Haßberge bestand zu diesem Zeitpunkt keine Warnung.

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Das StMUV warnt vor Lawinen und Hochwasser inzwischen auch in Echtzeit auf ihr Smartphone. Mit der kostenlosen App "umweltinfo" erhalten Nutzer Informationen des Lawinenwarn- oder Hochwasser-Nachrichtendienstes.

 

 

 

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Christian Schuster
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Veröffentlicht am:
11. 01. 2019
18:28 Uhr

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Christian Schuster

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Veröffentlicht am:
11. 01. 2019
18:28 Uhr



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