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Leukämie

Linus: Hoffnung auf dem Weg zurück

Der Spender kommt aus Kanada: Der an Leukämie erkrankte Linus ist seit rund fünf Wochen transplantiert. Noch liegt eine anstrengende Zeit vor der Familie. Die zeigt sich überwältigt von der großen Anteilnahme.



Tief berührt und überwältigt von der noch immer andauernden Hilfsbereitschaft vieler Menschen zeigt sich die Familie - und die Helfer und Freunde aus der Initiativgruppe "Helft Linus und anderen", die nach der Typisierungsaktion ihrem Dank Ausdruck geben. 	Archiv-Foto: Kaufmann
Tief berührt und überwältigt von der noch immer andauernden Hilfsbereitschaft vieler Menschen zeigt sich die Familie - und die Helfer und Freunde aus der Initiativgruppe "Helft Linus und anderen", die nach der Typisierungsaktion ihrem Dank Ausdruck geben. Archiv-Foto: Kaufmann   » zu den Bildern

Rentweinsdorf/Ebern - 6478 Menschen haben am 4. März nur einen Wunsch: Dass es Linus wieder besser geht. Die Menschenmassen, die an diesem Frühlingssonntag in die Dreifachturnhalle in Ebern drängen, lassen sich zur Typisierung ihrer Stammzellen "anzapfen" - natürlich auch, um gegebenenfalls einem anderen Menschen dadurch zu helfen, der personifizierte Anlass aber ist der kleine leukämiekranke Junge aus Rentweinsdorf. Vier Monate später gibt es eine erste hoffnungsvolle Entwarnung: Linus ist transplantiert, sein Körper freundet sich gerade mit den neuen Stammzellen eines Spenders an.

Die lebenswichtige Spende kam zwar nicht aus Ebern, die Anteilnahme und Erleichterung bei den vielen Freiwilligen dürfte aber dennoch enorm sein. Vor allem aber ist für die Familie des Jungen endlich wieder Licht am Horizont zu sehen nach einer unvorstellbar belastenden Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Nach mehreren weltweiten Suchläufen wurde in Kanada ein Spender gefunden, der in acht von zehn Gewebemerkmalen mit denen von Linus übereinstimmt. Kein hundertprozentiger Treffer also, aber die Zeit drängte: Die Ärzte in Erlangen gingen das Risiko ein. Linus' eigene Stammzellen wurden komplett zerstört, die neuen des Spenders - eingeflogen über den großen Teich - mittels Bluttransfusion implantiert. Das geschah vor rund fünf Wochen.

Doch wieder hieß es warten. Der kleine Körper des Achtjährigen musste die neuen Stammzellen, zu denen auch eine andere Blutgruppe gehört, erst einmal akzeptieren. Nicht optimal ist die Übereinstimmung - doch Linus zeigt Willensstärke. "Er ist ein kleiner Kämpfer!", sagt Ruth Einwag. Die Organisatorin und Sprecherin der Initiativgruppe "Helft Linus und anderen" hat mit dem Jungen bereits telefoniert und ist sichtbar erleichtert, endlich Positives berichten zu können. Linus geht es den Umständen des Krankheitsverlaufes entsprechend, doch immerhin konnte er mittlerweile das Zelt verlassen, das ihn vor Keimen geschützt hat: Er durfte in ein Stationszimmer wechseln. Noch immer ist täglich mindestens ein Elternteil bei ihm. Doch zuhause warten neben der Arbeit noch zwei Geschwister, die ihre Eltern ebenfalls brauchen: ein Spagat, der große Kräfte fordert.

Seit Ende November, als die Leukämie bei Linus festgestellt worden war, ist der Junge im Krankenhaus, von nur kurzen "Heimurlauben" abgesehen. Natürlich steht er aber in Kontakt zu seinen Freunden, die ihm Post ans Krankenbett schicken, ebenso wie seine Schulkameraden. Aufmerksam verfolgt er, was in der Neuen Presse über ihn und die Aktionen berichtet wird, die seit vielen Monaten ein enormes Engagement über die Landkreisgrenzen hinweg demonstrieren.

Der Mutter von Linus ist es ein Bedürfnis, allen Helfern ein Dankeschön auszusprechen. "Wir sind tief berührt und überwältigt von der immer noch andauernden Hilfsbereitschaft so vieler Menschen", lässt sie allen ausrichten, die noch immer mit dem Schicksal der kleinen Familie mitfiebern, und fügt hinzu: "Wir hoffen, so auch eine breite Öffentlichkeit für das Thema Leukämie und Stammzellen-Transplantation sensibilisiert zu haben." Auch nachdem ein Spender für Linus gefunden worden sei, sei es wichtig, sich auch weiterhin zu engagieren: weil die Krankheit so viele Menschen betrifft.

"Wir danken allen Menschen, die zur Typisierung gekommen sind, allen, die die Aktion finanziell unterstützt haben, allen Menschen, die regelmäßig Blut spenden", fährt die Mama des Jungen fort: "Wir fühlen uns in dieser schweren Zeit getragen von all den guten Wünschen und Gebeten so vieler Menschen, es ist unglaublich." Ihr Dank gilt auch denjenigen, die die Privatsphäre der Familie geschützt und respektiert haben und dies noch weiterhin tun. Denn auch wenn der schmerzhafteste Teil eines langen Weges für Linus und seine Familie bewältigt ist, ist es noch ein großes Stück zurück in ein annähernd normales Leben: "Aber wir sind überglücklich, diese schwere zeit gemeistert zu haben, und guter Dinge, den Rest auch noch zu schaffen", schließt sie und richtet sich noch einmal direkt an alle Leser: "Viele liebe Grüße von der Familie und Linus."

Linus ist ein kleiner Kämpfer!

Ruth Einwag


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Von Tanja Kaufmann
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Veröffentlicht am:
12. 07. 2012
00:00 Uhr

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Bluttransfusionen Kranke Leukämie Leukämiekranke Stammzellen
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Von Tanja Kaufmann

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2012
00:00 Uhr



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