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Hassberge

Aus dem Kreistag

"Mal ganz oben, mal ganz unten"

Die Leiterin der Corona-Koordinierungsgruppe am Landratsamt Désirée Böhm zieht für den Kreistag eine Zwischenbilanz zur Pandemie - die fällt bisher positiv aus.



Die Corona-Pandemie verläuft Landkreis Haßberge bisher mild. Schwankungen bei den Zahlen sind nach Erkenntnissen der Koordinierungsgruppe Pandemie am Landratsamt jedoch "normal".	Archivfoto: René Ruprecht
Die Corona-Pandemie verläuft Landkreis Haßberge bisher mild. Schwankungen bei den Zahlen sind nach Erkenntnissen der Koordinierungsgruppe Pandemie am Landratsamt jedoch "normal". Archivfoto: René Ruprecht  

Haßfurt - Der Bericht, den Désirée Böhm am Montag vor den 52 Mitgliedern des Kreistags gibt, fällt kurz aus. Bei der Leiterin der Koordinierungsgruppe Pandemie in der Stabsstelle Infektionsschutz am Landratsamt sind in den vergangenen Monaten alle Informationen zum Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus zusammengelaufen. Ihr bisheriges Fazit: Den Verlauf der Pandemie im Kreis Haßberge bezeichnet sie als "positiv".

Ein neuer Fall

Das Gesundheitsamt Haßberge meldet am Mittwoch eine Neuinfektion mit dem Corona-Virus. Damit steigt die Zahl der bestätigten Fälle im Landkreis auf 173 (Stand: 22. Juli 2020, 12 Uhr).

164 Bürgerinnen und Bürger sind mittlerweile wieder gesund; aktuell sind noch drei Personen mit dem neuartigen Virus infiziert. Sechs Menschen sind leider im Zusammenhang mit der Infektion verstorben. In häuslicher Isolation befinden sich 25 Personen.

 

Böhm geht dabei zunächst auf die aktuellen Zahlen ein. Insgesamt hätten sich bisher 172 Personen mit dem Corona-Virus angesteckt, 163 seien wieder gesundet (Stand Montag) und leider habe man auch sechs Menschen, die "im Zusammenhang mit Corona verstorben" seien. Allerdings könnten die Bürger der Haßberge auch teils auf mehrere Wochen in Folge ohne Neuinfektionen zurückblicken. 20 Personen befänden sich derzeit in häuslicher Isolation. Schwankungen gerade bei diesen Zahlen seien aber "normal". Den regionalen Vergleich der Haßberge umschrieb Böhm so: "Mal ist man ganz oben in Unterfranken, mal ganz unten."

 

Dass der Landkreis Haßberge bisher so geringe Infektions- und Todeszahlen zu beklagen habe, dazu hätte auch das strikte und umsichtige Handeln der vielen (Pflege-)Einrichtungen beigetragen. Gut habe auch die Zusammenarbeit in der Koordinierungsgruppe Pandemie funktioniert. Die Gruppe aus Landrat, Vertretern des Gesundheitsamtes und weiterer Abteilungen des Landratsamtes, der Haßberg-Kliniken sowie von BRK, THW und Polizei hatte sich seit Ausbruch der Infektionen wöchentlich teils mehrfach getroffen, um nötige Maßnahmen miteinander abzustimmen. Um das Infektionsgeschehen weiter genau zu beobachten und die Krisen-Infrastruktur aufrecht zu erhalten, habe man diese Treffen, so Böhm, auch nach der offiziellen Beendung des Katastrophenfalles in Bayern am 17. Juni beibehalten.

Wie viele Menschen im Landkreis bereits auf das Corona-Virus getestet wurden, konnte allerdings auch Désirée Böhm nur umreißen. Rund 1300 Abstriche habe das Landratsamt bisher veranlasst, 600 weitere seien durch von der KVB gestellte Ärzte in den dafür eingerichteten "Abstrich-Straßen" genommen worden. Keinen Überblick habe man allerdings darüber, wie viele Personen über die Hausarzt-Praxen oder anderweitig getestet wurden.

Kreisrat Rainer Baumgärtner (Ödp) hakte nach, wo man sich denn testen lassen könne, auch wenn man keine Symptome habe. Seit dem 1. Juli übernimmt der Freistaat Bayern die Kosten für einen solchen Test, Hausärzte seien laut Baumgärtner jedoch teils nicht bereit dazu. Böhm erklärte, dass dies nur über bestimmte Vertragsärzte gehe. Einen Kontakt könne das Gesundheitsamt vermitteln.

Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) erkundigte sich abschließend, ob inzwischen eine Einschätzung zum vermeintlichen Stand der Durchseuchung möglich sei. Landrat Wilhelm Schneider erläuterte, dass der Leiter des Gesundheitsamtes derzeit von rund 1,3 Prozent ausgehe. In Städten würde derzeit mit 2,6 Prozent gerechnet. Schneider betonte aber deutlich: "An dieser Zahl hängen aber viele Fragezeichen dran."

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Christian Schuster

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Veröffentlicht am:
22. 07. 2020
14:56 Uhr

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Autor
Christian Schuster

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Veröffentlicht am:
22. 07. 2020
14:56 Uhr



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