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Hassberge

Mehr Abfall während der Krise

Der neue Umwelt- und Werkausschuss hat sich im Kreisabfallzentrum in Wonfurt umgesehen. Im Fokus dabei stand unter anderem die Menge des Materials, das hier immer noch abgeliefert wird.



Jede Menge Elektroschrott, der hier zur Wiederverwertung gesammelt wird. Foto: Günther Geiling
Jede Menge Elektroschrott, der hier zur Wiederverwertung gesammelt wird. Foto: Günther Geiling  

Wonfurt/Kreis Haßberge - "Über 90 Prozent unserer Haushalte haben einen Anschluss beantragt und eine gelbe Tonne abgerufen. Trotzdem wird an unseren Wertstoffhöfen noch so viel Material abgeliefert, als wenn es die gelbe Tonne nicht gäbe. Das wollen wir beobachten und auch zu einer Antwort finden, worauf das zurückzuführen ist." Dies betonte der Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Haßberge, Wilfried Neubauer, bei einer Führung der Mitglieder des neuen "Umwelt- und Werkausschusses" im Kreisabfallzentrum in Wonfurt.

Ranger im Naturpark Haßberge

Dem Umweltausschuss stellte sich dann auch die neue Rangerin für den Naturpark Haßberge, Katja Winter, vor. Landrat Wilhelm Schneider erläuterte eingangs die Möglichkeit, Ranger in den Naturparken anzustellen. Für den Naturpark Haßberge seien im Endausbau zwei und für den Naturpark Steigerwald wegen seiner Größe drei Ranger möglich. Nun habe man mit Katja Winter die erste Rangerin für den Naturpark Haßberge eingestellt und man wolle abwarten, wie sich ihr Aufgabengebiet entwickle. Katja Winter erklärte, dass man mit dieser Stelle die Vielfalt des Naturparks besser herausstellen könne und es seien auch Tipps und Ratschläge für alle unverzichtbar. "Diese Stelle ist ein Zugewinn und eine Wertschätzung für die Region. Wir haben diese Vielfalt vor der Haustür." Ihr Arbeitsaufkommen sei schon in den ersten Monaten explodiert und sie hoffe, dass bald die zweite Stelle besetzt werde. Sie hatte schon 40 Veranstaltungen vorbereitet, von denen natürlich wegen der Corona-Krise dann einige ausgefallen seien. Positiv seien auch solche Dinge wie der Filmbeitrag über den Naturpark, der über das Fernsehen flimmerte.


Die Kreisräte konnten sich bei einem Rundgang selbst ein Bild von diesem zentralen Umschlagplatz und der Umladestation für den Hausmüll machen, der mit fünf Großraumfahrzeugen von hier zur Müllverbrennung ins Gemeinschaftskraftwerk nach Schweinfurt gebracht werde.

Ein solches Großfahrzeug nimmt die Ladung von vier bis fünf Müllfahrzeugen mit insgesamt rund 20 Tonnen auf und reduziert damit die Fahrzeugdichte nach Schweinfurt. Auch im Bereich des Abfallzentrums sei dies zu spüren, wo man schon eine zusätzliche Abbiegespur für die Müllanlieferung geschaffen und noch weitere verkehrsmäßige Varianten im Plan habe.

Die Kreisräte konnten auch einen Blick in die Behälter mit den Leichtverpackungen werfen. Werkleiter Neubauer äußerte das Gefühl, dass in der Corona-Zeit viele Bestellungen aufgegeben wurden und damit "Verpackungen und Kartonagen sowie Styropor ohne Ende" angefallen sei. "Auf jeden Fall ist das eigentlich zu viel, was weiterhin über die Wertstoffhöfe abfließt. Das belastet uns, weil wir die Entschädigung über diese Mengen verloren haben. Der Landkreis hat sich nämlich für das Holsystem entschieden und erhält für das Bringsystem keine zusätzliche Entschädigung. Diese Logistik kostet uns viel Geld."

Froh zeigte sich der Werkleiter, dass bei der "gelben Tonne" ein Unternehmer aus dem Landkreis den Zuschlag bekam und damit die Situation für den Betrieb einfacher wurde. Hier sei vieles leichter zu organisieren. So wolle man nach Corona sehen, wie sich das verändere. Im Landkreis komme man derzeit auf 1272 Tonnen DSD-Leichtverpackungen oder 15 Kilo pro Einwohner, während der bayerische Schnitt bei 21 Kilo liege. Eine Vielzahl von Kunststoffen, die in den Haushalten anfielen, unterlägen nicht der Verpackungsordnung, seien aber aufgrund ihres Eigenschaftsbildes dennoch verwertbar. Diese würden als zusätzliche Wertstoffe erfasst mit einer Menge von 223 Tonnen im Jahr.

Als großes Thema für die nächste Zeit sah Wilfried Neubauer den "Erdaushub", für den man auf der Suche nach je einem Standort im Norden und im Süden des Landkreises sei. "Wir haben hier einen echten Regelungsbedarf und dabei soll sauberer Erdaushub der Deponieklasse 90 abgelagert werden können." Ob dies auch noch durch einen Aushub der Deponieklasse eins ergänzt werden könne, wolle man prüfen.

Wilfried Neubauer ging aber auch auf die Abfallvermeidung ein, die sich in der verbreiteten Akzeptanz der Abfallwirtschaft und in dem vergleichsweise niedrigen Müllaufkommen niederschlage. Abfallvermeidung habe dann die höchste Akzeptanz, wenn sie als Gewinn von Lebensqualität erlebt werde. Aus dieser Erkenntnis heraus habe der Abfallwirtschaftsbetrieb ein Netz von Dienstleistungen aufgebaut, das die Bürger weitgehend kostenlos abrufen können. Dabei erwähnte er Möbel-Z.A.K bei Wohnungsauflösungen oder Umzügen. Hier arbeiteten sechs Mitarbeiter, die über ihre Maßnahmen rund 100 Jahrestonnen einsparen. Dabei sei die Nachfrage nach dem Mobiliar so hoch, dass Abholung und Verkauf nach wie vor in einem harmonischen Gleichgewicht stünden. Weitere Dienstleistungen seien die Wühlkisten, Geschirrverleih und das Geschirrmobil.

"Von jedem Bürger fallen jährlich 364 Kilo Abfälle und Wertstoffe an und das ist schon erstaunlich, aber auch sehr positiv, wenn sie sorgfältig verwertet werden. Unsere Geschichte ist rund und nachhaltig und dafür will ich der Bevölkerung ein hohes Lob aussprechen", so Werkleiter Wilfried Neubauer. Auch im Müllvergleich mit anderen Landkreisen bewege man sich in einem guten Mittelfeld. Auf Landkreisebene komme man bei der Müllverwiegung auf Gemeindeebene beim Hausmüll auf 76,68 Kilo je Einwohner. Beachtlich seien jedoch die Spannweiten zwischen den Gemeinden. Die Gemeinde Gädheim habe mit 62 Kilo das geringste, während die Gemeinde Untermerzbach mit 95 Kilo das höchste Aufkommen habe.

Die Abholung von Sperrmüll verlaufe über das Abrufsystem innerhalb von sechs Wochen sehr positiv. Hier habe es 1483 Gesamtabrufe gegeben, wovon 39 Expressabholungen gewesen seien. Auch über den Wertstoffhof könnten Kleinmengen bis zu einem Kubikmeter entsorgt werden.

Autor

Günther Geiling
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Veröffentlicht am:
07. 07. 2020
17:10 Uhr

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Günther Geiling

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Veröffentlicht am:
07. 07. 2020
17:10 Uhr



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