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Hassberge

Mehr Geld für Bildung

Die Wiedereinführung des G 9 beschert dem geplanten Gymnasiumsneubau mehr Räume. Für den Kreis bedeutet dies noch höhere Kosten - doch die Förderung ist hoch.



Hat die längste Zeit hinter sich: Das Eberner Gymnasium wird bald abgerissen. Das neue Gebäude wird rund 28 000 Euro kosten.	Foto: Kaufmann
Hat die längste Zeit hinter sich: Das Eberner Gymnasium wird bald abgerissen. Das neue Gebäude wird rund 28 000 Euro kosten. Foto: Kaufmann   » zu den Bildern

Ebern - Von einem "denkwürdigen Tag" hatte Landrat Wilhelm Schneider am 22. März 2017 gesprochen, als der Ausschuss für Bau und Verkehr den Weg geebnet hatte für eine Investition in das kreisweite Schulwesen, die es in sich hat: Mit der Generalsanierung der Heinrich-Thein-Berufsschule Haßfurt mit 25 Millionen Euro und einem Neubau des Friedrich-Rückert-Gymnasiums Ebern mit 26 Millionen Euro sollten - denkwürdige - 51 Millionen Euro in die Hand genommen werden, was der Kreistag wenige Tage später auch absegnete. Nach den ersten Kostenaufstellungen ist nun klar: Das neue Eberner Gymnasium kommt nach heutigem Stand nicht nur auf die bereits im Haushalt eingestellten 25 586 000 Euro, sondern gar auf 27 989 320 Euro. Die gute Nachricht: Aufgrund der hohen Fördersätze erhöht sich dabei der Eigenanteil durch den Landkreis in Anbetracht der Gesamtsumme "nur" um rund 325 000 Euro: 11 930 142 Euro heißt die neue Summe, die der Kreis aufbringen muss.

Heute Abend: Infos aus erster Hand

Für alle Anwohner und interessierte Bürgerinnen und Bürger findet am heutigen Dienstag, 23. Oktober, eine Informationsveranstaltung zum Neubau des Friedrich-Rückert-Gymnasiums in Ebern statt. Beginn ist um 18:30 Uhr in der Aula des Gymnasiums. Unter anderem wird es eine kurze Vorstellung des Gesamtprojekts sowie eine Erläuterung zum groben Bauablauf und der Bauabschnitte geben. Im Anschluss an die Präsentation stehen Landrat Wilhelm Schneider, Vertreter der Schulleitung, das planende Architekturbüro, Vertreter des Kreishochbaus zur Beantwortung von Fragen zu Verfügung.


Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen, wie Eva Mangold und Ralf Röckelein vom Kreishochbau dem Kreistag am Montag erläuterten, um 2 403 320 Euro höher, als in der Kostenschätzung vom Oktober 2016 zugrunde gelegt. Und zwar deshalb, weil nun die Kostensteigerung über die gesamte Bauzeit miteinberechnet wurde. Die soll immerhin bis 2022 dauern, von Mehrkosten durch Preissteigerungen im Gewerbe ist also auszugehen. Vor allem aber hat die Wiedereinführung des nun wieder neunjährigen Gymnasiums (G 9) auch Auswirkungen auf die Flächenplanung: "G 9 bringt für Schulen einen erweiterten Raumbedarf mit sich", so Eva Mangold.

Im Klartext heißt das drei zusätzliche Klassenzimmer à 66 Quadratmeter, einen "Ausweichraum" mit 58 Quadratmetern und ein zusätzliches Büro für die Schulleitung (20 Quadratmeter). Die Ministerialbeauftragte für Gymnasien befürwortet diesen um 276 Quadratmeter erweiterten Raumbedarf, sodass sich die förderfähige Fläche von 5047 Quadratmeter auf 5323 Quadratmeter erhöhen wird. Obendrein teilte die Regierung von Unterfranken mit, dass eine nachträgliche Erhöhung dieser förderfähigen Fläche um etwa 74 Quadratmeter denkbar sei. Noch ist die Förderzusage allerdings mündlich.

Dass sich die Mehrkosten im Rahmen halten, liegt neben der erwarteten Fördersumme auch an Einsparungen (in Höhe von knapp 301 000 Euro), die sich innerhalb der Planungen im Bereich der Haustechnik und der Ausstattung ergeben haben.

Ansonsten ist der Neubau kein einfaches Terrain - buchstäblich. Denn die "topografisch anspruchsvolle Geländesituation", so die Hochbauexperten, musste ebenso berücksichtigt werden, wie die Begrenztheit des vorhandenen Platzangebotes. Um den Schulbetrieb nicht während der Bauzeit auslagern zu müssen, wird in zwei Bauabschnitten geplant, was zusätzlich eine logistische und planerische Sonderleistung verlangt.

Und so soll es also weitergehen: Im Frühjahr 2019 fällt der Startschuss mit dem Abriss des Hausmeisterhauses. Dort nämlich sowie auf der Fläche des "oberen Pausenhofes" (Sporthalleneingang) soll dann zunächst der Neubau im Bauabschnitt I errichtet werden: der neue Klassen-, Lehrer- und Verwaltungsbereich. Steht der dann erstmal, können Klassen, Lehrer und Verwaltung logischerweise umziehen - und das Hauptgebäude hinter sich zum Abriss freigeben.

Auf dessen Fläche wiederum entstehen dann im Bauabschnitt II gewissermaßen der zweite Neubau: Hier sollen die Fachräume, ob für Kunst oder Naturwissenschaften, ihren Platz finden. Deren ursprüngliches Domizil wiederum, aktuell noch in Richtung Sportplatz zu finden und längst mehr als in die Jahre gekommen, wird im Anschluss daran weichen müssen. Schließlich bleibt am Ende nur noch, das Gelände wieder herzurichten und die Außenanlagen neu zu gestalten. 2022 ist dafür anvisiert.

Aber es lohnt sich. Das neue L-förmige Gebäude besteht aus Erdgeschoss und zwei Obergeschossen, barrierefrei künftig auch mit Aufzug zu erreichen, sogar eine relativ große Pausenhalle konnte beibehalten werden. Der Landrat bemüht sich nun noch um eine Förderquote "70 Prozent plus x", der Förderantrag an die Regierung soll bis Mitte November 2018 gehen, um die Chancen auf eine Anfinanzierung noch im Jahr 2019 zu erhöhen. "Wir sollten versuchen, so Landrat Wilhelm Schneider, "das heuer noch in trockene Tücher zu kriegen".

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Tanja Kaufmann

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Veröffentlicht am:
22. 10. 2018
19:54 Uhr

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22. 10. 2018
19:54 Uhr



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