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Hassberge

"Menschen sind immer noch auf der Suche nach Gott"

Sarah Schimmel heißt die Nachfolgerin von Pfarrer Volkmar Gregori. Als neue Pfarrerin in Gleisenau will sie eine junge und offene Kirche leben.



Interview mit: Sarah Schimmel, Pfarrerin Gleisenau
Interview mit: Sarah Schimmel, Pfarrerin Gleisenau  

Gleisenau - Die evangelische Kirchengemeinde Gleisenau darf sich über die schnelle Wiederbesetzung der Pfarrstelle freuen. Seit dem 1. September ist Sarah Schimmel neue Pfarrerin und am Sonntag den 29. September um 10 Uhr findet ihre feierliche Ordination durch Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner im Rahmen eines Festgottesdienstes in Gleisenau statt. Anschließend sind alle Gemeindemitglieder zu einem Empfang in der Remise des Schlosses eingeladen.

Pfarrerin Sarah Schimmel

35 Jahre alt

Schulzeit in Bayreuth

Tätigkeiten in der Kinder- und Jugendarbeit

Mitarbeit im Kirchenvorstand

Theologiestudium in Neuendettelsau und Leipzig

2,5 Jahre Vikariat in Lichtenfels

Seit 1. September Pfarrerin in Gleisenau

 

Sarah Schimmel ist damit die Nachfolgerin von Pfarrer Volkmar Gregori, der im Mai in seinen wohlverdienten Ruhestand ging. Entgegen einer üblichen, längeren Vakanz kann sich die Kirchengemeinde Gleisenau glücklich schätzen, dass die Pfarrstelle wieder so schnell besetzt wurde. Wir nahmen dies zum Anlass mit der neuen Pfarrerin ein Gespräch zu suchen, sie unseren Lesern vorzustellen und sie auch zu ihren Visionen von Kirche und Gemeinde zu befragen.

 

 

 

Neue Presse: Frau Schimmel, Sie haben sich für die Kirchengemeinde Gleisenau entschieden, die mit 23 Ortschaften und rund 1800 Mitgliedern in einem vorwiegend katholischen Gebiet einer Diaspora gleicht. Welchen ersten Eindruck haben sie von Gleisenau und ihrer Pfarrstelle?

Sarah Schimmel: Wir haben es, denke ich, sehr gut getroffen, weil mein Mann und ich von den Menschen, mit denen wir zusammentrafen, sehr willkommen geheißen wurden. Sie gaben ihrer Freude Ausdruck, dass nun eine neue Pfarrerin da ist und wir sind in der kurzen Zeit schon gut gelandet. Es ist ja meine erste Pfarrstelle und ich bin hier die nächsten drei Jahre auf Probe. Wir wurden gut aufgenommen und die Gemeinde ist es ja gewöhnt, ein Ehepaar im Pfarrhaus zu haben. Natürlich ist die Kirchengemeinde durch ihre große Fläche eine Herausforderung und es kommt sicher viel Neues auf mich zu. Mir kommt es aber vor allem auf die Menschen an, die mitwirken und die Kirche gestalten.

 

 

Können Sie uns etwas aus ihrem Leben und ihrer Familie erzählen?

Während meiner Kindheit lebte ich zusammen mit meinen Eltern und zwei Schwestern im Fichtelgebirge und später in Bayreuth und ging dort auch in die Schule. Nach dem Abitur verschlug es mich ein Jahr nach Australien und danach ging ich das Studium der Religions- und Wirtschaftswissenschaften an. Ich war also nicht von Beginn an auf den Priesterberuf ausgerichtet. Bei meinem Theologiestudium in Neuendettelsau und Leipzig hatte ich engagierte Dozenten, die theologisch fundiertes Wissen mit Offenheit für andere verbanden und ich mich damals schon sehr in der Kinder- und Jugendarbeit engagierte.

 

 

Was hat sie bewogen, Pfarrerin zu werden?

Entschieden habe ich mich für diesen Beruf, weil es wohl keinen anderen gibt, in dem man so viel mit Menschen zu tun hat, angefangen von der Geburt und Taufe über die Jugendarbeit und die Mitarbeit im Kirchenvorstand bis hin zur Beerdigung.

 

 

Welche Vision haben sie von Kirche und Gemeinde trotz der Zunahme von Austritten?

Ich denke die Menschen sind immer noch auf der Suche nach Gott und dem Glauben. Auch ist die Botschaft der Kirche nicht veraltet. Die Botschaft des Evangeliums hat sich auch nicht verändert, aber es kommt darauf an, wie man sie mit den Leuten kommuniziert. Das ist unsere Aufgabe. Das Leben der Botschaft betrifft alle. Gott und das Christentum bieten für viele Dinge Antworten. Man muss sie nur so gestalten, dass sie für den Menschen in seine Welt passen.

 

 

Wo möchten Sie Schwerpunkte setzen?

Meine Aufgabe ist es erst einmal zu schauen, was da ist und was sich die Leute wünschen. Für ganz wichtig erachte ich den Gottesdienst und die Kasualien (Taufe, Hochzeit, Beerdigung). Der Gottesdienst ist das Zentrum der Gemeinde - aber auch mit neuen Formen und nicht nur auf den Sonntagmorgen beschränkt. Mit den Kasualien erreiche ich nämlich die Menschen, die mit der Kirche noch was zu tun haben wollen, aber auch andere. Die Seelsorge ist mir ein weiteres Anliegen. Kinder- und Jugendarbeit halte ich für essenziell.

 

 

Was wünschen sie sich von ihren Gemeindegliedern?

Ich wünsche, dass sie offen und auch mit allen Anliegen auf mich zukommen, dabei aber auch offen für Neues sind. Ich bin jung und flexibel und möchte für jeden ansprechbar sein.

 

 

Wie stehen sie zum Thema Ökumene?

Eine ökumenische Zusammenarbeit halte ich für total wichtig und war auch schon mit Pfarrer Dr. Mathias Rusin und Diakon Joachim Stapf zusammen. Meine erste Amtshandlung war übrigens die ökumenische Feier zur Einweihung der neuen Feuerwehrleiter. Ich hoffe, dass die gute Zusammenarbeit weitergeht, zumal die Bevölkerung so vermischt ist und alle Christen offen aufeinander zugehen sollten.

 

 

In ihrem ersten Grußwort an die Gemeinde sprechen Sie von einem Koffer, den Sie für Ihren Dienst als Pfarrerin gepackt haben. Was da alles drin?

Damit meinte ich die Grundlagen für Gottesdienst, Seelsorge, Schule und Kirchengemeinde. Darin ist zum Beispiel auch ein "Tauf-Erinnerungsprojekt", das interessante Möglichkeiten für die Arbeit mit Kindern bietet. Für mich gibt es aber sicher noch andere Herausforderungen, die man nicht gelernt hat, aber bei ihrer Lösung kann ich auf vielem anderen aufbauen.

 

 

Ihre Aufgabe als Seelsorgerin ist zeitaufwendig. Was machen Sie gerne in den wenigen Momenten Freizeit?

Mein Mann Richard und ich werden vor allem mit Wandern in nächster Zeit erkunden, wo wir gelandet sind. Gleisenau ist auch für ihn beruflich optimal, denn er ist pädagogischer Mitarbeiter in der VHS Bamberg-Land. Er unterstützt mich bei meinem Beruf und es ist auch wichtig, dass er in die Gemeinde reinwächst und sich hier wohlfühlt. Ich persönlich kann in der Natur und im Wald gut abschalten; hier fühlt man sich der Schöpfung Gottes nahe. Weitere Hobbies sind das Nähen, weswegen ich mir schon im großen Pfarrhaus ein Nähzimmer eingerichtet habe. Eine ganz neue Erfahrung bietet mir der schöne Garten, wo ich schon eine Hängematte bereit hängte, um vielleicht auch einmal einen guten Krimi zu lesen.

 

Vielen Dank, dass Sie uns ein erstes Kennenlernen ermöglicht haben.

 

Autor

Günther Geiling
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
19. 09. 2019
18:02 Uhr

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Autor

Günther Geiling

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Veröffentlicht am:
19. 09. 2019
18:02 Uhr



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