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Hassberge

Menschenleben retten kennt kein Wochenende

Neue Wege in der Erste-Hilfe-Ausbildung: Das Rote Kreuz erweitert sein Angebot und führt Kurse jetzt auch an Sonntagen durch.



Erste Hilfe kann man lernen. Schon mit ein paar wenigen Handgriffen, wie hier beispielsweise bei einer stabilen Seitenlage bei einer bewusstlosen Person, können Ersthelfer Leben retten. Das Rote Kreuz bietet jetzt im Landkreis auch die Möglichkeit an, an Sonntagen Erste-Hilfe-Kurse zu besuchen. Foto: Michael Will / BRK
Erste Hilfe kann man lernen. Schon mit ein paar wenigen Handgriffen, wie hier beispielsweise bei einer stabilen Seitenlage bei einer bewusstlosen Person, können Ersthelfer Leben retten. Das Rote Kreuz bietet jetzt im Landkreis auch die Möglichkeit an, an Sonntagen Erste-Hilfe-Kurse zu besuchen. Foto: Michael Will / BRK  

Haßfurt - Der BRK-Kreisverband Haßberge registriert erfreulicherweise zunehmendes Interesse an Erste-Hilfe-Kursen. "Unsere Bemühungen, die Breitenausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe konstant hoch zu halten und zu erweitern, finden eine positive Resonanz im Landkreis", sagt Michael Will, Pressesprecher des Roten Kreuzes Haßberge. Deshalb ist das BRK bestrebt, immer wieder neue Ansätze in die Erste-Hilfe-Ausbildung zu integrieren und im Hinblick auf unterschiedliche Zielgruppen maßgeschneiderte Angebote zu unterbreiten.

Erstmals wird den Bürgerinnen und Bürgern nun die Möglichkeit geboten, auch sonntags Erste-Hilfe-Kurse zu besuchen, wie Bernadette Philipp, Sachbearbeiterin Breitenausbildung, mitteilt. Immer wieder bekunden potenzielle Teilnehmer, dass sie an einer Erste-Hilfe-Ausbildung interessiert sind, beklagen aber mangelnde Zeit oder Terminüberschneidungen im persönlichen Umfeld. Mit dem neuen Terminangebot soll gerade diesen Interessenten eine weitere Chance geboten werden, die so wichtigen Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen.

"Wir starten deshalb den Versuch, auch an Sonntagen Kurse anzubieten", sagt Michael Will. Zunächst soll dies in unregelmäßigen Abständen geschehen und die Termine über die Tagespresse, die eigenen BRK-Kanäle wie Homepage, Facebook-Seite www.facebook.com und natürlich auch auf telefonische Anfrage bekannt gegeben werden. Ein erster Kurs an einem Sonntag hat kürzlich bereits stattgefunden und stieß auf große Resonanz. "Allerdings", schmunzelt Bernadette Philipp, "erreichten uns zuvor viele Nachfragen, ob der Termin an einem Sonntag kein Druckfehler sei." War er nicht und der Kurs schließlich mit ausreichend Teilnehmern besetzt.

Nun hat das Rote Kreuz kurzfristig einen zweiten Termin für einen Erste-Hilfe-Kurs festlegen können, der an einem Sonntag stattfindet. Und zwar am 17. März im Rotkreuzhaus in Haßfurt, in der Zeit von 8 bis 16 Uhr. Es gibt dafür schon acht Anmeldungen, weitere Teilnehmer können sich noch einen Platz reservieren, müssen sich aber schnellstmöglich bei Sachbearbeiterin Bernadette Philipp vormittags unter Telefon 09521/9550197 anmelden oder sich online unter www.
kvhassberge.brk.de Rubrik "Kurse" einen Platz reservieren. Übersteigt das Interesse die Platzkapazitäten, wird eine Warteliste für einen nächsten Sonntagstermin geführt.

Das Rote Kreuz freut sich über das Interesse an seinem Angebot im Rahmen der Breitenausbildung. Um möglichst viele Menschen mit dem sehr wichtigen Thema "Erste Hilfe" vertraut zu machen, wurden vor wenigen Jahren die Unterrichtseinheiten (UE) für Erste-Hilfe-Kurse von 16 auf aktuell neun reduziert. Erstreckte sich ein Erste-Hilfe-Kurs zuvor über zwei Tage, dauert er jetzt nur noch einen Tag (neun UE à 45 Minuten). Die Inhalte wurden entsprechend angepasst und auf die wichtigsten und häufigsten Notfallsituationen reduziert. "Die Teilnehmer erhalten damit das wichtigste Rüstzeug, um im Ernstfall zu Hause in der Familie, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit Erste Hilfe leisten und so mitunter Leben retten zu können", sagt BRK-Pressesprecher Michael Will.

Wie wichtig das ist, sei vor allem am Beispiel eines Herz-Kreislauf-Stillstandes festzumachen. Ersthelfern komme dabei eine der wichtigsten Aufgaben zu. Setzen sie keinen Notruf ab und beginnen nicht sofort mit der Wiederbelebung, könnten meist Rettungsdienst und Notarzt ebenfalls nichts mehr für den Patienten tun oder es blieben aufgrund einer gravierenden Unterversorgung mit Sauerstoff erhebliche Gehirnschäden zurück. Die Folge seien oftmals schwere Pflegebedürftigkeit und Lähmungen. "Deshalb sind Ersthelfer das erste und wichtigste Glied in der Rettungskette", verdeutlicht Will. "Denn jede Minute ohne Reanimation nach einem Herzkreislaufstillstand verringert die Überlebenschance um zehn Prozent. Schon nach fünf Minuten sinkt sie auf 50 Prozent." Bis Rettungsdienst und Notarzt nach einem Notruf eintreffen, dauert es - abhängig von der Lage des Einsatzortes - in aller Regel zwischen zwölf und 15 Minuten. "Wurden bis dahin keine Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen und ununterbrochen aufrechterhalten, sind die Überlebenschancen für einen Menschen äußerst gering."

Bei den Erste-Hilfe-Kursen des Roten Kreuzes wird daher auf praktische Übungen viel Wert gelegt. So ist ein wichtiger Bestandteil die Reanimation und die stabile Seitenlage bei einem noch atmenden Bewusstlosen. Zudem gibt es Informationen zu Eigenschutz und Absichern von Unfällen, Helfen bei Unfällen, Wundversorgung, Umgang mit Gelenkverletzungen und Knochenbrüchen, Verbrennungen, Hitze-/Kälteschäden, Verätzungen, Vergiftungen und lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Zahlreiche praktische Übungsmöglichkeiten runden das Angebot ab.

"Richtig helfen können ist ein gutes Gefühl", fasst Michael Will Erfahrungen von Teilnehmern zusammen, die einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben oder bei Notfällen gar schon aktiv Hilfe geleistet haben. "Dieser Lehrgang liefert Handlungs-Sicherheit in Erster Hilfe bei nahezu jedem Notfall in Freizeit und Beruf."

In der Breitenausbildung beim Roten Kreuz in den Haßbergen sind über 40 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer tätig und schulen die Bürger in Erster Hilfe. "Ohne dieses großartige Engagement unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter wäre die Nachfrage nach Erste-Hilfe-Angeboten nicht zu bewältigen", sagt Pressesprecher Michael Will.

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Veröffentlicht am:
14. 03. 2019
14:18 Uhr

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14. 03. 2019
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