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Hassberge

"Moderner, jünger, weiblicher"

So wie Ministerpräsident Markus Söder die CSU gerne haben möchte, so bemüht sich auch die CSU im Kreis Haßberge nach Kräften. Das zeigt sich auch bei der Nominierung der Kreistagskandidaten.



Ergänzt als eine von drei Nicht-Parteimitgliedern, weiblich und jung, die CSU-Liste der Kreistagskandidaten: die ehemalige Weinprinzessin Elisabeth Goger aus Sand. Das freut den Kreisvorsitzenden Steffen Vogel.	Fotos: Kaufmann
Ergänzt als eine von drei Nicht-Parteimitgliedern, weiblich und jung, die CSU-Liste der Kreistagskandidaten: die ehemalige Weinprinzessin Elisabeth Goger aus Sand. Das freut den Kreisvorsitzenden Steffen Vogel. Fotos: Kaufmann   » zu den Bildern

Eltmann/Kreis Haßberge - Die stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Heidi Müller-Gärtner (Maroldsweisach), die die Delegiertenversammlung zur Nominierung der 60 CSU-Kreistagskandidaten in der Stadthalle von Eltmann am Montagabend eröffnete, weiß, wovon sie spricht: Als Mutter im Familienverbund jedem bei der Urlaubsplanung gerecht zu werden, das allein mag schon eine Herausforderung sein. 60 Listenplätze zwischen Aidhausen und Zeil an den Mann, vor allem aber die Frau zu bringen, schien diese Erfahrung aber noch zu toppen.

Die Kandidatenliste der CSU für den Kreistag

1. Wilhelm Schneider,

Maroldsweisach

2. Dorothee Bär, Ebelsbach

3. Steffen Vogel, Theres

4. Volker Ortloff, Haßfurt

5. Sebastian Ott, Ebern

6. Heidi Müller-Gärtner,

Maroldsweisach

7. Alexander Bergmann, Hofheim

8. Imelda Hetterich, Zeil

9. Michael Ziegler, Eltmann

10. Cäcilie Werner, Wonfurt

11. Alexander Ambros, Knetzgau

12. Ilker-Martin Özalp, Haßfurt

13. Birgit Finzel, Untermerzbach

14. Thomas Sechser, Oberaurach

15. Claus Bittenbrünn, Königsberg

16. Günther Geiling, Breitbrunn

17. Roland Metzner, Ebelsbach

18. Holger Baunacher, Wonfurt

19. Isabell Zimmer, Eben,

20. Elisabeth Goger, Sand

21. Gerhard Zösch, Sand

22. Andreas Dellert, Hofheim

23. Klaus Merkel, Haßfurt

24. Olaf Ernst, Rauhenebrach

25. Elvira Sieper, Eltmann

26. Mark Zehe, Knetzgau

27. Norbert Geier, Haßfurt

28. Reinhold Giebfried, Hofheim

29. Hermann Niediek, Burgpreppach

30. Bernd Fischer, Riedbach

31. Hubert Endres, Bundorf

32. Wolfgang Borst, Hofheim

33. Harald Deringer, Maroldsweisach

34. Matthias Schneider, Knetzgau

35. Anton Aumüller, Zeil

36. Claudia Glückert, Haßfurt

37. Markus Oppelt, Pfarrweisach

38. Liselotte Stubenrauch,

Kirchlauter

39. Frank Ziegler, Ebern

40. Sandra Schramm, Untermerzbach

41. Gerald Makowski, Ebelsbach

42. Paul Berchthold, Zeil

43. Michael Schlegelmilch, Haßfurt

44. Christina Stula, Knetzgau

45. Alexander Leicht, Rauhenebrach

46. Hans Albert, Oberaurach

47. Astrid Baum, Maroldsweisach

48. Marion Müller, Ebern

49. Heike Appel, Hafurt

50. Andrea Rippstein, Sand

51. Barbara Goschenhofer, Hofheim

52. Philipp Schierling, Knetzgau

53. Klaus Thomas, Oberaurach

54. Jutta Aumüller, Eltmann

55. Dieter Köpf, Zeil

56. Dieter Gerstenkorn, Ebern

57. Klaus Hammelbacher, Haßfurt

58. Otto Kirchner, Königsberg

59. Alfons Hartlieb, Stettfeld

60. Siegmund Kerker, Oberaurach

Ersatzleute:

E 1 Alexander Krauser, Königsberg

E 2 Michaela Just, Hofheim

E 3 Gerhard Schmidt, Rentweinsdorf

E 4 Klaus Eiring, Aidhausen


MdL Steffen Vogel (Theres), als CSU-Kreisvorsitzender in den Haßbergen nach eigener Einschätzung mit dem "schönsten Amt der Welt" gesegnet, gestand ebenfalls ein, dass das Vorbereiten der Liste nicht gerade "vergnügungssteuerpflichtig" sei. Bei 1800 Mitgliedern stünden nun einmal nur 60 Listenplätze zur Verfügung. Eigentlich schon Herausforderung genug, doch in Zeiten der Reformen gibt es eben noch mehr zu berücksichtigen. "Bei jungen Frauen unter 30 Jahren liegt die CSU bei unter zehn Prozent", gab Vogel, selbst Mitglied der Reformkommission, zu bedenken. "Jünger und weiblicher" müsse man sich also selbst für die Zukunft aufstellen - für das Reißverschlussverfahren sei es zwar noch zu früh, doch sollte es durchaus einmal das Ziel sein, ebenso, wie mehr Frauen zur Kandidatur fürs Bürgermeisteramt zu bewegen. Bis dahin gesellt sich zu den reformatorischen Ansätzen der Regionalproporz, und der wiegt in den Haßbergen mindestens genauso schwer. Und so kann man nur erahnen, welch aufreibende Sondierungswochen hinter dem Vorsitzenden und seinem Team liegen.

Um die CSU im Kreis zukunftsfähig zu machen und vielleicht noch mehr als die aktuell 22 Kreistagssitze einzufahren, wurde bei der Besetzung der Listenplätze nun an einigen Stellen vom alten Schema abgerückt. So sind zwar die ersten drei Plätze "gesetzt" mit Platz 1 für Kreischef Wilhelm Schneider, gefolgt von den Mandatsträgern MdB Dorothee Bär und MdL Steffen Vogel. Danach reiht sich aber keineswegs die kreiseigene Politprominenz wie bisher. "Wir wollten ein Zeichen setzen", erklärte Kreisvorsitzender Steffen Vogel, weshalb stärker als das bisherige politische Verdienst der Kandidaten die Regionen berücksichtigt wurden.

Und so folgen ab Platz 4 die großen Kommunen mit ihren Bürgermeisterkandidaten: Volker Ortloff (Haßfurt), Sebastian Ott (Ebern) und Heidi Müller-Gärtner (Maroldsweisach). Für Hofheim tritt Alexander Bergmann vorne an, dem Bürgermeister Wolfgang Borst den Vortritt auf den vorderen Rängen lässt: Er sei schon so lange dabei und müsse auch so bekannt sein, sagt der 67-Jährige und verweist auf die Zukunft. "Frauen vor" heißt es wiederum in Zeil, von wo aus Imelda Hetterich die Frauenquote an der Listenspitze - vier unter den ersten zehn - stärkt. Anschließend verteilen sich die restlichen Orte und Regionen, gerne "blockweise", wie der Kreisvorsitzende erklärt: Springt dem Wähler ein Favorit ins Auge, macht er sein Kreuzchen vielleicht auch gleich darunter. Zu den bekannten Namen zählen Kreisbäuerin Cäcilie Werner und BBV-Kreisobmann Klaus Merkel aus der Landwirtschaft, Otto Kirchner (Fränkische Rohrwerke) und Klaus Hammelbacher (Maintal-Konfitüren) aus der Wirtschaft, sowie einige amtierende Bürgermeister.

Drei Listenplätze gehen an Nicht-CSUler: Auf Platz 15 tritt der Königsberger Rathauschef Claus Bittenbrünn an, der 2014 für die Freien Wähler in den Stadtrat eingezogen und kurz darauf zum Stadtoberhaupt gewählt worden war. Dies will er nun im März für die CSU wiederholen, da er den CSU-Stadträten für die Unterstützung dankbar sei, "die Stadt wieder flott zu machen". Auf Platz 19 kandidiert JL-Kreisrätin Isabell Zimmer, die auch in Ebern bekanntlich für die CSU ins Rennen geht - um das "S" in "CSU" hochzuhalten wie sie sagt: "Vielleicht werde ich ja die Barbara Stamm des Kreises!" Weiblich und jung entspricht schließlich die einstige Weinprinzessin Elisabeth Goger (Sand) voll den neuen Erwartungen. Sie ist die jüngste unter den 60 Kandidaten, unter denen sich insgesamt 18 Frauen wiederfinden.

"Digitaler" ist ein weiterer Anspruch der neuen CSU, und dazu steuerte der Hausherr des Abends, Eltmanns Bürgermeister Michael Ziegler, ein Image-Filmchen über seine Stadt bei, das wohlwollend aufgenommen wurde. Für mehr Mut zur Moderne warb zudem der stellvertretende Kreisvorsitzende Holger Baunacher (Wonfurt), der vom "größten Umbruch im CSU-Kreisverband" sprach: "Wir wollen zukünftig mehr Ecken und Kanten zeigen, das sind wir unseren Wählern schuldig." Themen selbst setzen, die Jugend in Entscheidungsprozesse miteinbeziehen und mehr Transparenz zeigen, etwa mit einem Newsletter, dies alles soll für Wiedererkennungswert sorgen.

Bestens repräsentiert wird das "Digitale" nicht zuletzt durch die Staatsministerin für eben jene Angelegenheiten, die sich auf Wunsch des amtierenden und kandidierenden Landrats auf Listenplatz zwei wiederfindet, obschon ihre Kreistags-Präsenz durch ihre Aufgaben in Berlin wohl auch künftig kaum häufiger werden dürfte. Sie selbst habe gar nicht mehr auf die Liste gewollt, gestand Dorothee Bär, doch auch sie wolle einen Beitrag dazu leisten, dass Wilhelm Schneider, möglichst im ersten Wahlgang, im Amt des Landrats bestätigt werde. Im Übrigen wünsche sie sich weniger Befindlichkeiten, wie sie offenbar die Platzierungsdebatten offenbart hatten.

Recht einmütig wurde die Kandidatenliste dann bei 139 abgegebenen Stimmzetteln mit 127 Ja-Stimmen angenommen. Anders sah es dann allerdings mit dem Verfahren für die Nachrücker aus, für die Steffen Vogel spontan angeregt hatte, dass sie doch im Falle eines Falles direkt den frei werdenden Platz einnehmen sollten - damit die anderen Kandidaten ihre Platznummer behalten. Für die konventionelle Lösung des Auffüllens der Plätze "von hinten" sprachen sich insbesondere die Vertreter aus dem südlichen Landkreis aus, die sich unter den Ersatzleuten nicht ausreichend repräsentiert sahen. Sie unterlagen schließlich mit 68 zu 69 Stimmen der neuen Lösung.

Landrat Wilhelm Schneider schließlich hoffte, dass die Kandidaten dann als Kreisräte genauso engagiert dabei sein möchten wie bei der Diskussion um den Listenplatz. "Die Aufgaben werden nicht leichter und dazu brauchen wir eine gute Basis", mahnte er, zumal die Disziplin in der Fraktion "schon mal besser gewesen sei". Egal welcher Listenplatz: "Ich glaube, dass es trotzdem zu großen Verschiebungen kommen kann, und das ist auch gewünscht", schloss Steffen Vogel. "Wenn jeder zittern muss und 60 Leute dafür brennen, wird es insgesamt gut." Und dass selbst der letzte Platz der Liste (den diesmal Ehrenvorsitzender Siegmund Kerker inne hat) heiß im Rennen sein kann, hat bei der letzten Wahl Rudi Handwerker bewiesen: Der Alt-Landrat hatte sich zur Unterstützung seiner CSU-Kollegen auf Platz 60 setzen lassen - und war prompt in den Kreistag gewählt worden.

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Tanja Kaufmann

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Veröffentlicht am:
15. 10. 2019
17:08 Uhr

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Tanja Kaufmann

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15. 10. 2019
17:08 Uhr



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