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Hassberge

Nach 26 Stunden: Löscharbeiten in Entsorgungsbetrieb beendet

Nach 26 Stunden Dauereinsatz hat die Feuerwehr am Dienstagabend die Löscharbeiten in einem Entsorgungsbetrieb in Knetzgau abgeschlossen.



Durch die enorme Rauchentwicklung war insbesondere auch der Verkehr auf der A 70 betroffen.
Durch die enorme Rauchentwicklung war insbesondere auch der Verkehr auf der A 70 betroffen.   Foto: News5 /Merzbach

Koppitz – Rund 320 Einsatzkräfte von 30 Freiwilligen Feuerwehren, BRK, THW und der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung waren gefordert, den Großbrand eines Entsorgungsfachbetriebes in Knetzgau zu bekämpfen. 26 Stunden, also bis zum späten Dienstagnachmittag, zogen sich die Löschmaßnahmen hin. Danach stellte die Feuerwehr Knetzgau noch eine Brandwache, die bis Mittwochmorgen um 6 Uhr die Unglücksstelle im Auge behielt.

02.07.2019 - Feuer in Knetzgau - Foto: Christian Licha

Feuer in in Knetzgau Knetzgau
Feuer in in Knetzgau Knetzgau
Feuer in in Knetzgau Knetzgau
Feuer in in Knetzgau Knetzgau
Feuer in in Knetzgau Knetzgau
Feuer in in Knetzgau Knetzgau
Feuer in in Knetzgau Knetzgau
Feuer in in Knetzgau Knetzgau
Feuer in in Knetzgau Knetzgau

Eine dichte schwarze Rauchwolke umhüllte am Montagnachmittag gegen 14.30 Uhr das Industriegebiet in Knetzgau. In den sozialen Netzwerken wurde schon wild spekuliert, was da wohl brennen würde. Kreisbrandrat Ralf Dressel klärte auf: „Die brennenden Gummiförderbänder der Papiersortieranlage haben den schwarzen Rauch verursacht“. Nach Polizeiangaben brach der Brand in dieser Anlage aus und griff sofort auf eine benachbarte Halle über, in der 300 Tonnen Altpapier lagerten. 


Nachdem die großen Flammen gelöscht waren, musste mit zwei Radladern des Betriebes und des Technischen Hilfswerkes (THW) das ständig schwelende Papier ins Freie gebracht und dort abgelöscht werden. Ein Übergreifen auf eine weitere Lagerhalle konnte – den Rettungskräften sei Dank – verhindert werden. „Ein Problem war die Rückseite des Gebäudes, die mit Blech verkleidet war und die wir punktuell öffnen mussten“, erklärte Dressel das schwierige Vordringen zu einzelnen Glutnestern.
Auch das Engagement der zahlreichen Atemschutzträger, die direkt in der verrauchten Halle

das Feuer bekämpften, hob Dressel hervor. 125 Flaschen musste das Atemschutzzentrum neu befüllen, das in unmittelbarer Nähe zur Einsatzstelle liegt. Bei der Erstalarmierung wurden die Feuerwehren aus Knetzgau, Sand, Hainert, Westheim, Eschenau, Zeil, Oberschwappach, Zell, Limbach, Eltmann, Hofheim, Königsberg, Steinsfeld, Unterschwappach, Neuschleichach und Oberschleichach zum Einsatz gerufen. Später wurden sie von Kameraden aus Untertheres, Kirchlauter, Stettfeld, Neubrunn, und Dampfach abgelöst.


In der Hauptzeit waren es 6000 Liter Wasser pro Minute, die benötigt wurden. Stolze drei Millionen Liter flossen insgesamt durch die Schläuche zum Brandherd. Der Großteil davon wurde aus dem Hydrantennetz entnommen. Hiervon wurden 200 000 Liter im Pendelverkehr durch Tanklöschfahrzeuge herbeigeschafft und eine Million Liter mit einer 2500 Meter langen Schlauchleitung vom Main bis in die Klingenstraße mit fünf Tragkraftspritzen gepumpt. 


Gegen 19.30 Uhr wurde am Montag die Einheit alarmiert, denen die Feuerwehren aus Rentweinsdorf, Gereuth, Pfarrweisach, Kraisdorf, Ebern, Eichelberg, Unterpreppach und Reutersbrunn angehören. An der ehemaligen Kaserne in Ebern war der Sammelplatz, ehe man sich im Konvoi mit zehn Fahrzeugen Richtung Maintal in Bewegung setzte. 


Unter der Leitung der Kreisbrandmeister Jonas Ludewig und Ralph Morgenstern und mit Unterstützung durch Fachberater und Kreisbrandmeister Klaus Oster wurde eine Saugstelle am Main in der Nähe des Kraftwerks errichtet und die Schlauchleitung über Feldwege und Staatsstraße in das Industriegebiet geführt. Kreisbrandinspektor Thomas Habermann zeigte sich stolz über die grandiose Teamleistung und lobte seine beiden Kreisbrandmeister Ludewig und Morgenroth für die souveräne Einsatzführung: „Fast 20 Stunden Wasserförderung ohne Unterbrechung ist schon eine klasse Leistung“.


Die lange Dauer des Einsatzes war unter anderem deswegen nötig, weil sich das Feuer in der Nacht noch einmal entzündete. Während der Brand loderte, kam es vor allem am Montag im Bereich der Autobahn A 70 immer wieder zu Sichtbehinderungen. Eine Gefahr für die Anwohner Knetzgaus habe laut den Rettungskräften indes nicht bestanden.


Nach Angaben des BRK wurden bei dem Feuer sechs Mitarbeiter des Unternehmens durch Rauchvergiftungen leicht verletzt. Einer der Betroffenen wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Gegen 16 Uhr am Dienstagnachmittag berichtete Michael Will, Pressesprecher des BRK Kreisverbands Haßberge, von der offiziellen Beendigung des Einsatzes.

Autor

Christian Licha
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
01. 07. 2019
17:29 Uhr

Aktualisiert am:
02. 07. 2019
21:36 Uhr

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Christian Licha

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Veröffentlicht am:
01. 07. 2019
17:29 Uhr

Aktualisiert am:
02. 07. 2019
21:36 Uhr



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