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Nach drei Jahrzehnten ist Schluss

Viele altgediente Ratsmitglieder diverser Städte und Gemeinden nehmen heuer ihren Hut. Unter ihnen auch Siegfried Kirchner aus Untermerzbach.



30 Jahre hat sich Siegfried Kirchner aus Untermerzbach im dortigen Gemeinderat engagiert, viele Jahre hatte er das Amt des zweiten Bürgermeisters inne. Im Innern des Rathauses hat er an vielen Entwicklungen mitgewirkt. Dass er die Chance dazu hatte, dafür ist Kirchner heute dankbar. Archiv-Foto: Bayer
30 Jahre hat sich Siegfried Kirchner aus Untermerzbach im dortigen Gemeinderat engagiert, viele Jahre hatte er das Amt des zweiten Bürgermeisters inne. Im Innern des Rathauses hat er an vielen Entwicklungen mitgewirkt. Dass er die Chance dazu hatte, dafür ist Kirchner heute dankbar. Archiv-Foto: Bayer  

Untermerzbach - Er wird fehlen im Gemeinderat Untermerzbach. Das hat Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) bei einer Sitzung des Gemeinderates anklingen lassen. 30 Jahre war Siegfried Kirchner aus Untermerzbach im dortigen Gemeinderat, viele Jahre als zweiter Bürgermeister. Bei der letzten Wahl am 15. März dieses Jahres trat er nicht mehr an.

Geboren ist der heute 66-jährige Untermerzbacher im Jahr 1953. Nach Besuch der Volksschule Untermerzbach hat er den Beruf eines Maschinenschlossers bei der damaligen Firma Kugelfischer in Ebern erlernt. Er bildete sich weiter, besuchte in den Jahren 1971 bis 1974 die Berufsaufbauschule in Coburg und danach die Berufsoberschule in Bayreuth, wo er die fachgebundene Hochschulreife erlangte. Gedient hat er bei der Bundeswehr und danach in den Jahren 1977 bis 1981 ein Maschinenbaustudium in Coburg absolviert mit Abschluss Diplomingenieur (FH). Nach seinem Studium war er bis zu seiner Rente bei den Nachfolgefirmen von Kugelfischer als Ingenieur in vielen Bereichen im mittleren Management tätig.

"Zur Kommunalpolitik bin ich gekommen, weil ich im Jahr 1984 von Dr. Karl-Peter Liebich und Walter Eichhorn angesprochen wurde, ob ich nicht Lust hätte, mich kommunalpolitisch zu engagieren", sagt Siegfried Kirchner. Da ihm Untermerzbach schon immer am Herzen lag und er sehr heimatverbunden ist, hat der damals junge Diplomingenieur zugesagt, sich auf die Liste der Gruppe Bürgerblock/FWG für den Gemeinderat setzen zu lassen. "Das schien mir damals richtig und es ist bis heute so geblieben", sagt Kirchner. Während seiner Zeit im Gemeinderatsgremium war Walter Eichhorn von 1990 bis 2008 Bürgermeister, dann kam Helmut Dietz. "Mit beiden habe ich mich sehr gut verstanden und gut mit ihnen zusammen gearbeitet. Die beiden haben die Gemeinde gut voran gebracht", so Siegfried Kirchner. Innerhalb seiner Gruppierung wurde über die mögliche Nachfolgerschaft von Eichhorn gesprochen. "Aber ich habe mich früh entschieden, mich beruflich nicht umzuorientieren und habe das noch nie bereut", stellt Kirchner fest. Er war zweiter Bürgermeister ab 2002 als Nachfolger von Willi Kirchner und blieb dies bis zu seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat im Jahr 2020. Siegfried Kirchner war über die Jahre in allen Ausschüssen der Gemeinde direkt oder als Stellvertreter tätig. Die Zusammenarbeit im Gremium lobt Kirchner, weil alle "stets das Wohl der Gemeinde im Auge" hatten. "Persönliche oder parteipolitische Spielchen, wie in anderen Gemeinden, gab es bei uns nie. Es herrschte ein fairer, kollegialer und auch freundlicher Umgang, trotz mancher Dissonanzen. Wir konnten uns immer in die Augen sehen", fasst Kirchner seine Zeit im Gremium zusammen.

In der Zeit von Siegfried Kirchner wurden in Untermerzbach viele Projekte auf den Weg gebracht. "Ein erster Meilenstein war die Selbstständigkeit unserer Gemeinde, auch die Schaffung von Möglichkeiten, dass unsere heimischen Betriebe expandieren konnten und auch die Erschließung von Baumöglichkeiten nenne ich als Erfolg", sagt Kirchner. Wer mit offenen Augen durch die Gemeinde gehe sehe, wie sich diese erfolgreich entwickelt hat, einschließlich aller Ortsteile. Den Bürgermeistern und dem Gemeinderat sei es stets gelungen, vorausschauend Konzepte zu planen und zu erarbeiten, die mit entsprechender Förderung realisiert werden konnten. "Ich denke da auch an die Dorferneuerung, die Einzelmaßnahme Präckleinhaus, das Alte Brauhaus Hemmendorf und an das KOMM", sagt Siegfried Kirchner, der insgesamt Stolz ist, seinen Beitrag dazu geleistet zu haben.

Was ihn bewegt oder geärgert hat, sei das Verhalten der Bürger bei den Kreistagswahlen, wo der "Parteienklüngel" zum Vorschein gekommen sei. "Viele haben noch nicht begriffen, dass es für eine Randgemeinde, wie wir es im Landkreis sind, sehr wichtig ist, auch Kandidaten im Kreistag zu haben. Dabei ist es nur zweitrangig, von welcher Partei oder Gruppierung diese kommen." Aber nicht alles laufe, wie man es sich selber vorstelle, weil man von was überzeugt ist. Jedenfalls zieht Siegfried Kirchner, nachdem er das "Schiff der Gemeinde" verlassen hat, ein positives Fazit. "Ich bin dankbar, in den 30 Jahren an der Entwicklung unserer Gemeinde beteiligt gewesen zu sein. Meine Entscheidungen zielten stets auf das Gemeinwohl ab. Danke sage ich auch allen Bürgermeistern und allen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten, mit denen ich zusammen arbeiten durfte. Ich wünsche unserer schönen Gemeinde eine weiter gute Entwicklung."

Siegfried Kirchner wird weiterhin die Entwicklung der Gemeinde verfolgen, wenn auch nicht mehr am Ratstisch. "Die Kommunalpolitik wird mich ganz sicher als interessierter Beobachter des Geschehens begleiten." Was macht er nun, kürzlich in den Ruhestand getreten und nun auch ohne ein Mandat in der Gemeinde? Siegfried Kirchner runzelt seine Stirn, lächelt und sagt: "Ich lasse alles auf mich zukommen und denke, dass es mir nicht langweilig werden wird. Erst einmal renoviere ich erst unser Haus. Dann bin ich noch im Rahmen der Initiative Rodachtal mit Norbert Lohneiß und Hubertus Fromm als Wegewart tätig. Wir kümmern uns um unsere Wanderwege, sehen, was eventuell da zu machen oder zu verbessern ist. Außerdem fahre ich gerne mit dem Fahrrad und wandere auch gerne. Mir wird schon immer etwas einfallen."

Autor

Helmut Will
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Veröffentlicht am:
08. 06. 2020
16:40 Uhr

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Helmut Will

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Veröffentlicht am:
08. 06. 2020
16:40 Uhr



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