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Hassberge

Nachgewiesen: Hasenpest erreicht die Region

Wie das Landratsamt meldet, konnte bei zwei verendeten Feldhasen in der Marktgemeinde Maroldsweisach die sogenannte Tularämie nachgewiesen werden. Die Krankheit ist auch auf den Menschen übertragbar.



Altenstein - Der Erreger der Tularämie kommt laut Landratsamt vor allem in wildlebenden Tieren vor und hat ein sehr weites Wirtsspektrum. Besonders oft sind Feldhasen betroffen, aber auch Kaninchen und Nagetiere wie Mäuse. Auch Wildwiederkäuer, Fleischfresser und sogar Vögel können sich infizieren. Die Krankheit ist außerdem auf den Menschen übertragbar. In Deutschland sind in 2019 bisher 73 Fälle der Tularämie bei Wildhasen gemeldet geworden.

 

Tiere und Menschen stecken sich meist durch direkten Kontakt mit konta­minierter Umgebung oder infizierten Tieren - zum Beispiel beim Jagen, Enthäuten, Ausneh­men oder Schlachten, aber auch beim Verzehr von ungenügend erhitztem Fleisch infizierter Tiere - an. Der Erreger kann über kleinste, unsichtbare Hautveränderungen und über Schleimhäute in den Körper eindringen, außerdem ist eine Infektion durch Bisse oder Stiche blutsaugender Insekten möglich. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.    

 

Für eine Infektion bei Mensch und Tier genügen bereits wenige Erreger. Zwischen der An­steckung und der  Erkrankung liegen beim Menschen in der Regel drei bis zehn Tage. Dann äußert sich die Tularämie je nach Infektionsweg und Erre­gerstamm stark unterschiedlich. Zumeist sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und eine schmerzhafte Schwellung der regionalen Lymphknoten zu beobachten. Bei einer Infektion über den Verdauungstrakt kommt es zu Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, Schwellungen der Halslymphknoten sowie gegebenenfalls Leibschmerzen, Erbrechen und Durchfall.

Die auffälligsten Symptome bei lebenden, mit Tularämie infizierten Tieren sind Schwäche, Fie­ber und verändertes Verhalten, zum Beispiel bleibt der Fluchtreflex aus. In der Regel verenden die Tiere nach wenigen Tagen. Seltener führt eine chronische Verlaufsform unter zunehmender Entkräftung nach etwa 14 Tagen zum Tod. Kranke Wildtiere sind matt, teil­nahmslos und verlieren die natürliche Scheu und Schnelligkeit. Unbehandelt kann die Erkran­kung gelegentlich auch beim Menschen tödlich verlaufen. Eine erfolgreiche Behandlung ist besonders bei rechtzeitiger Diagnose mit Antibiotika gut möglich.

Aufgrund der Feststellung des erkrankten Tieres empfiehlt das Veterinäramt folgende Verhal­tensmaßregeln:

- Findet man verendete Feldhasen oder Wildkaninchen in freier Wildbahn, sollte man sie auf keinen Fall anfassen.

- Jäger sollten beim Umgang mit erlegten Feldhasen oder Wildkaninchen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen und sich nach der Arbeit die Hände gründlich reinigen und desin­fizieren.

- Beim Aufbrechen von Feldhasen und Wildkaninchen ist auf bedenkliche Merkmale wie Milz-, Leber- oder Lymphknotenschwellungen zu achten. Im Verdachtsfall ist ein amtlicher Tierarzt heranzuziehen, das Wildbret darf nicht als Lebensmittel verwendet werden. Die Tierkörper sollten dem Veterinäramt zur weiteren Untersuchung zur Verfügung gestellt, ansonsten aber nur über die Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt werden.

- Wildbret von unauffälligen Feldhasen und Wildkaninchen darf nur gut durchgegart verzehrt werden.Die Gegenstände, die man für die Zubereitung nutzt, etwa Messer oder Schneidebretter, sollten direkt im Anschluss mit heißem Wasser gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

- Jäger und andere Personen mit Kontakt zu Wildtieren sollten bei unklaren Erkrankungen einen Arzt aufsuchen und diesen darauf hinweisen.

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Veröffentlicht am:
26. 06. 2019
11:03 Uhr

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26. 06. 2019
11:03 Uhr



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