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Hassberge

Naturverbunden und mit viel Gefühl

Die "Wüstenkapelle" in Wüstenwelsberg feiert Einjähriges. Zum Geburtstag erhält die "Kunstoase in der Wüste" ein weiteres Kunstwerk.



Feinarbeit mit der Kettensäge: Ein neues Kunstwerk ergänzt die "Kunstoase Wüstenkapelle" zu ihrem einjährigen Bestehen - "geschnitzt" mit viel Feingefühl.
Feinarbeit mit der Kettensäge: Ein neues Kunstwerk ergänzt die "Kunstoase Wüstenkapelle" zu ihrem einjährigen Bestehen - "geschnitzt" mit viel Feingefühl.   » zu den Bildern

Wüstenwelsberg - Ein Jahr ist es her, dass in der "Wüste" eine Kapelle steht: Bei Wüstenwelsberg, direkt am Campingplatz Rückert-Klause, haben sich die Dauercamper mit dem Bau einer eigenen kleinen Oase der Stille einen großen Wunsch erfüllt (die Neue Presse berichtete mehrmals ).

Privatleute hatten die Initiative ergriffen, um in dem "kleinen Bergdorf" in der Gemeinde Untermerzbach ein Gotteshaus zu bauen, als Ort der Besinnung und des Gebets. Die Idee für das kleine Gotteshaus im "Bergdorf" er Gemeinde Untermerzbach war 2016 entstanden: Die Stammgäste des Campingplatzes wünschten sich hier oben, in idyllischen Umgebung, einen Ort des Innehaltens. Da Wüstenwelsberg mit rund 70 Einwohnern keine Kirche hat, mussten sie selbst aktiv werden. Die "Interessengemeinschaft Kapelle" gründete sich und stellte einiges auf die Beine , um den Traum in Wirklichkeit zu verwandeln.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, erst recht, nachdem eine regelrechte "Kunst-Oase" aus der "Wüsten-Kapelle" entsprungen ist. Die Teuschnitzer Tiffany-Glaskünstlerin Mechthild Schmidt fertigte einen bunten Fächer an, der hinter der Kapelle steht; der Rudendorfer Glaskünstler Wilfried Radtke gestaltete sieben der 13 Kapellenfenster. Drei handgemalte Ikonen der Eberner Ikonen-Malerin Irmgard Eichlerbereichern den Raum ebenfalls. Der Seßlacher Holzbildhauer Wolfgang Schott schließlich steuerte den Erzengel Michael bei, der mit seinem Schwert die Kapelle beschützt.

Offiziell eingeweiht wurde das nur rund sechs Quadratmeter kleine Gotteshaus am 6. Mai 2018. Seither haben viele Menschen den Weg hierher gefunden, auch von außerhalb. Grund genug, das einjährige Bestehen der Wüstenkapelle ordentlich zu feiern. Dazu lud der Kapellenverein am Muttertagswochenende zur Maiandacht mit dem Thema "Zeit", gestaltet von der Untermerzbacher Pfarrerin Sonja von Aschen und Pfarrgemeinderätin Stefanie Höhn. Auch Bürgermeister Helmut Dietz und seine Frau fanden sich unter den Festgästen, ebenso zahlreiche Gäste und Kapellenfreunde aus Nah und Fern. "Günthers Musikexpress" unterhielt die Gäste mit Tanz und Gesang im Festzelt - bis spät in die Nacht wurde getanzt und geschunkelt. Am Sonntag, Muttertag, erhielt dann jede Mutter von Sascha Becker, Schriftführer des Kapellenvereins, ein Geschenk überreicht; den Weißwurstfrühschoppen begleitete zünftige Blasmusik der "Blechvögel" aus Gereuth.

Die größte Attraktion aber lieferte der Lichtenfelser Holzschnitzer Stefan Wiesmann: Er fertigte aus einem Stamm einen Altar mit Kreuz an, den er anschließend der Kapelle als Erinnerung schenkte. Viele Zuschauer konnten bei der Entstehung dieses Werkes zusehen und waren fasziniert, wie Wiesmann es verstand, mit den verschiedenen Sägen umzugehen und vor ihren Augen aus einem Stück Holz Kunst zu zaubern. "Chainsaw Carving", also "Kettensägenschnitzen" nennt sich das. Ihren Ursprung hat die waghalsige Schnitzerei in Nordamerika. Dort ist sie weit verbreitet, berichtet Stefan Wiesmann. "Vor oder in vielen Jagd-, Angel- oder Outdoorgeschäften und Bars stehen geschnitzte Skulpturen", sagt er. "Oft zieren Relief-Carvings als Willkommensschilder den Eingang zu Ortschaften." Naturverbundenheit solle dies ausdrücken, und genau so sehe er es auch, sagt der Lichtenfelser. Er verstehe sich übrigens nach wie vor auch als Holzfäller und weniger als Künstler. "Naja, vielleicht beides", schmunzelt er. Holzschnitzen sei schon irgendwie eine Kunst. "Keine sterile, kalte, geradlinige oder moderne Kunst, sondern eine warme und einfach naturverbundene Kunst aus dem wohl schönsten Werkstoff: Holz!" Ursprünglich habe er mit dem Schnitzen begonnen, um sein Feingefühl für die Säge, für die Arbeit im Baum, zu fördern. "Jetzt aber bedeutet es den intensivsten Kontakt mit Holz und der Säge für mich", sagt er. Eine Arbeit, die ihn voll und ganz erfüllt, wie er beschreibt. "Ich spüre nirgends eine größere Naturverbundenheit, als bei der Arbeit mit Holz und im Wald", sagt Stefan Wiesmann: "All das was ich tue, ist nicht nur Arbeit für mich, sondern einfach ein Teil meines Lebens."

Eine überaus passende Ergänzung für die kleine Kapelle in der Wüstenwelsberger Idylle, wie sich die erste Vorstandsvorsitzende des Kapellenvereins, Gisela Baumann, freut. Und ein weiteres Kunstwerk, dass an der Kapelle seinen Platz gefunden hat. Dass die "Kunstoase in der Wüste" noch vielen weiteren Besuchern Freude macht, hofft Gisela Baumann, die sich bei allen Freunden und Gönnern, Gästen und Helfern für den Besuch und die Unterstützung der Kapelle dankt. Und sich wünscht: "Mögen weiterhin viele Menschen ihren Weg zur Wüstenkapelle finden, um dort zu entdecken was sie suchen."

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Tanja Kaufmann

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Veröffentlicht am:
29. 05. 2019
09:14 Uhr

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Tanja Kaufmann

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29. 05. 2019
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