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Ökologie kann sich lohnen

Der ländliche Raum könne von den neuen Technologien nur profitieren, sagt Ulrich Blum. Der Wirtschaftsprofessor aus Halle sprach in Memmelsdorf über Elektromobilität.



Neue Technologien wie E-Mobilität sollte insbesondere der ländliche Raum im Standortwettbewerb nutzen, sagt Ulrich Blum, Wirtschaftsprofessor der Universität Halle. Symbolfoto: Norbert Klüglein
Neue Technologien wie E-Mobilität sollte insbesondere der ländliche Raum im Standortwettbewerb nutzen, sagt Ulrich Blum, Wirtschaftsprofessor der Universität Halle. Symbolfoto: Norbert Klüglein  

Memmelsdorf - Elektromobilität ist in aller Munde: Wie wird sich diese in Zukunft entwickeln, welche Energie wird hierfür eingesetzt? Das war Thema eines Vortrages von Professor Dr. Dr. h.c Ulrich Blum am Dienstag in der Alten Schule in Memmelsdorf, zu dem der CSU-Ortsverein Untermerzbach eingeladen hatte.

CSU-Ortsvorsitzende Birgit Finzel konnte neben dem Redner auch zahlreiche Besucher willkommen heißen. Professor Blum ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik und -forschung an der Martin-Luther-Universität in Halle und Gründungsdirektor des gemeinsamen mit der Frauenhofer-Gesellschaft aufgebauten Centers for Economics of Materials. Ein aktueller Schwerpunkt der Forschung ist das Einbringen neuer Technologien in die Kohleausstiegspläne der Regierung zum Verhindern eines ökonomischen Kahlschlag in den Revieren.

Nach einer Einführung in die relevanten neuen Technologien beleuchtete der Referent deren Gestaltungskraft für den ländlichen Raum. Dabei legte er besonderes Augenmerk auf deren Folgen für die Konkurrenzlage zwischen städtischen- und ländlichen Räumen.

"Es zeigt sich, dass letzterer erheblich profitieren kann, wenn die Politik das zulässt", sagte Professor Blum. Das sei insbesondere bei neuen Engergieversorgungs- und Mobilitätskonzepten der Fall. Daher sollte die regionale Wirtschaftspolitik diese Entwicklung aufnehmen und sie durch kluge Rahmensetzungen nutzen, um den ländlichen Raum zu stabilisieren. Großstädte würden sich feiern sich für Vielfalt und Toleranz und sich ökologisch gerieren. Weiten Teilen des Landes aber geht die politische und mediale Verabsolutierung dieses Lebensstils zunehmend auf die Nerven. Von dieser Polarisierung würden Extremparteien profitieren.

Diese Verabsolutierung treffe zunehmend ländliche Regionen, welche die Last der städtischen Lebensentwürfe tragen sollen. Die Energiewende oder die Umweltpolitik sind Beispiele nicht wegen der Ziele, sondern der Art der Umsetzung. "Es hilft nicht, sich darüber zu beklagen, im Standortwettbewerb muss man aktiv werden. Die Chancen sind deshalb groß, weil die Energiewende flächenextensiv ist", sagte Blum. Er nannte Zahlen, wonach sich der globale Kohlenstoffkreislauf sich auf rund 760 Gigatonnen (GT) belaufe, davon wären rund 33 GT vom Menschen verursacht.

Die Erkenntnis könne sein: "Wer die Erde retten will, wird das nicht mit Verzicht erreichen, sondern mit Technologie, und die globalen Wertschöpfungsketten müssen beachtet werden." Ökologisches Wirtschaften könne sich lohnen, wenn den ländlichen Gebieten der Ertrag zugestanden wird, den sie verdienen.

Die bisherige Vorstellung von Umweltsteuern und -lizenzen benachteiligte das flache Land mit seinen natürlichen Reserven. Auf die E-Mobilität eingehend sagte Professor Blum, dass es hier einige Probleme gäbe. Würde autonomes Fahren eingeführt mit dem Ziel flüssigeres Fahren als bisher zu erreichen, tauchten vielfältige Probleme auf. Pilotversuche auf dem Land als Zubringer zum ÖPNV könnten ein alternatives Experimentierfeld sein, weil es einfach zu verwirklichen wäre.

Sein Fazit: Die ländlichen Regionen müssen klare Forderungen stellen, dass sie ihre Vorteile der fehlenden Ballung durch intelligenten wirtschaftliche Rahmensetzung ausspielen können, als da sind: Senken im Kohlenstoffkreislauf, Möglichkeiten der Holzbauweise, Eigene Energiekreisläufe, Elektrolyse, Speicherung, neue Betriebskonzepte auf Basis Sauerstoff, Modellregionen Autonomes Fahren. Dem Vortrag schloss sich eine rege Diskussion an.

Autor

Helmut Will
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Veröffentlicht am:
12. 02. 2020
13:42 Uhr

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Birgit Finzel Energiewende Lehrstühle Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Professoren Rhetoriker Umweltpolitik Vorträge Ökologie
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Autor

Helmut Will

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Veröffentlicht am:
12. 02. 2020
13:42 Uhr



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