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Hassberge

Pendeln bis der Markt kommt

Seit Beginn des Jahres hat Maroldsweisach keinen Supermarkt mehr. Ersatz soll im Herbst kommen. Vergünstige Bustickets und ein City-Bus sollen die Versorgungslücke schließen.



Der Standort bleibt in der Unternehmens-Familie: Nach dem Aus des Edeka-Marktes wird sich in Maroldsweisach ein Markt der Edeka-Tochter Netto ansiedeln. Foto: Federico Gambarini dpa/lnw
Der Standort bleibt in der Unternehmens-Familie: Nach dem Aus des Edeka-Marktes wird sich in Maroldsweisach ein Markt der Edeka-Tochter Netto ansiedeln. Foto: Federico Gambarini dpa/lnw   » zu den Bildern

Maroldsweisach - Die automatischen Türen des Einkaufsmarkts öffnen sich seit Beginn des Jahres nicht mehr. Inzwischen hat man auch den blauen Schriftzug aus dem hölzernen Giebel des Gebäudes entfernt. Die rund 600 Quadratmeter Verkaufsfläche, auf denen bis vor wenigen Wochen noch Lebensmittel und Haushaltsbedarf die Regale füllten, ist komplett leergefegt. Einzig die bunte Umrandung an der Hauswand und ein etwas ausgefranstes sonnengelbes Banner mit dem kapitalen "E" darauf zeugen noch vom Betrieb des Edeka Jauchstetter in Maroldsweisach.

Busverbindungen für Einkaufsfahrten nach Ebern

Bürger können mit der Buslinie 956 aus der Marktgemeinde zu den Märkten nach Ebern und zurück fahren (einfach zirka 30 Minuten).

Bis der neue Netto im Gewerbegebiet öffnet, erstattet die Gemeindeverwaltung Maroldsweisach ihren Bürgern gegen Vorlage des Tickets die Hälfte des Fahrpreises auf dieser Linie (fünf statt der üblichen zehn Euro für Hin- und Rückfahrt).

Die Linie 956 fährt zu folgenden Zeiten an der Post in Maroldsweisach in Richtung Ebern (auch an schulfreien Tagen) ab: 6.42 Uhr, 8.30 Uhr, 12.40 Uhr, 13.52 Uhr, 16.02 Uhr, 16.55 Uhr.

Letzte Rückfahrt von Ebern nach Maroldsweisach ist um 19.05 Uhr. Das Busunternehmen Hümmer hat sich zudem bereit erklärt, zusätzlich zur Haltestelle an der Grundschule auch Supermärkte in Ebern anzufahren.

Einmal pro Woche können die Bürger auch mit dem City-Bus zum Einkauf nach Ebern fahren. Dieser fährt nur auf Bestellung an Donnerstagen um 15 Uhr zu einem Unkostenbeitrag von zwei Euro. Anmeldung im Bürgerbüro unter 09532/92 22 0.


Geschäftsleiterin Gabriele Jauchstetter hat ihr Geschäft zum Jahreswechsel aus persönlichen Gründen aufgegeben. Die Nachnutzung ist noch nicht geklärt, dabei hält sich die Gemeinde noch bedeckt. Ein Supermarkt wird es aber wohl nicht mehr werden.

Noch in diesem Jahr soll nämlich am Ortsende in Richtung Ermershausen ein Gewerbegebiet mit einem Netto-Markt sowie einer Autowasch- und Tankanlage entstehen. Das gab Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats bekannt ( wir berichteten ). Auf rund 800 Quadratmetern sollen Waren "nahe am Vollsortiment" verkauft werden, geht Thein während eines Gesprächs mit unserer Redaktion weiter ins Detail. Ein Bäcker mit kleinem Café und einem Parkplatz mit 81 Stellplätzen sei bereits in der Planung bestätigt. Bisher findet man an besagter Stelle allerdings nur eine geteerte Einfahrt mit Verkehrsinsel und Fußgängerübergang - und ein offenes Feld.

Damit hat die Marktgemeinde vorerst zwar noch einen Bäcker, einen Metzger und sogar einen Getränkemarkt, für den weiteren Bedarf an Haushaltswaren müssen die rund 3300 Einwohner seitdem aber in die Supermärkte nach Coburg, Hofheim, Ebern oder Haßfurt ausweichen. Für Pendler, die ohnehin regelmäßig in die umliegenden Städte zur Arbeit fahren, vielleicht nur eine kleinere Umstellung. Für Menschen, die keinen eigenen fahrbaren Untersatz besitzen, durchaus problematisch. "Wir mussten das Gewerbegebiet von der grünen Wiese weg planen", erklärt Maroldsweisachs Bürgermeister. Das bedeute: Ein aufwendiges Bauleitverfahren mit den notwendigen Behördengängen, sowie der Suche nach Investoren und Betreibern.

Dass man sich für ein Gewerbegebiet entschieden habe anstatt eines neuen Betreibers für den bereits bestehenden Markt zu finden, hat laut Thein mehrere Gründe. Die Idee für ein Gewerbegebiet habe man in der Marktgemeinde bereits länger verfolgt. Seit der Schließung der Tankstelle in Ermershausen im Jahr 2013 habe man versucht, an der B 279 ein entsprechendes Gewerbe als Ersatz anzusiedeln. Seit 2016 hätten einige Pläne und Genehmigungen schon "in der Schublade gelegen".

Ein Einkaufsmarkt hätte genügend Kundschaft auch für eine Tankstelle am nord-westlichen Ortsausgang gebracht. Einen zweiten Markt zusätzlich zum Edeka zu betreiben hätte aber wenig Sinn gemacht, führt Wolfram Thein weiter aus. Das Kundenaufkommen sei in Maroldsweisach dafür zu gering. Als er und die Gemeinderäte im Mai des vergangenen Jahres jedoch von der Schließung des Supermarktes gehört hatten, habe sich die Situation maßgeblich verändert. Schließlich sei die Kombination von Selbstbediener-Tankstelle, Waschstraße und Discounter auch bei potenziellen Betreibern auf offene Ohren gestoßen.

Faktisch habe das Projekt also erst seit Mitte 2018 Fahrt aufnehmen können. Bis ein Gebäude steht und der Netto seine Türen zum Verkauf öffnet wird es voraussichtlich Spätsommer oder Herbst werden, schätzt Thein. Bis dahin möchte die Gemeinde ihren Bewohnern das Ticket für die Busfahrt zu den Supermärkten nach Ebern zur Hälfte erstatten und einen Bürgerbus einrichten, der einmal pro Woche fährt ( siehe Infokasten ). "Dieser Service ist für die gedacht, die bisher gewohnt waren, zu Fuß zum Markt zu gehen", erklärt der Bürgermeister.

Laut Thein hätten sich rund 30 Freiwillige gefunden, die den Bürgerbus an den Donnerstagnachmittagen fahren würden. Eine Einteilung stehe bereits bis August, sagt er und zeigt auf eine lange Liste von Namen. Thein verspricht jedoch, den Service so lange aufrechtzuerhalten, bis der Markt eröffne.

Und auch von da an soll das Angebot weiter bestehen - allerdings in umgedrehter Richtung: Menschen, die in einem der Ortsteile des Marktes wohnen, können dann den City-Bus ebenfalls an Donnerstagen bestellen, um damit nach Maroldsweisach zum Einkauf zu fahren. Auch die Teilerstattung der Ticketpreise für den öffentlichen Busverkehr wolle man für Einkaufsfahrten weiter beibehalten.

Autor

Christian Schuster
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Veröffentlicht am:
29. 01. 2019
16:30 Uhr

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Christian Schuster

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29. 01. 2019
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