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Regierung lehnt Förderung ab

Der Beginn der Sanierung der Mittelschule Ebern verschiebt sich. Doch Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann gibt nicht auf. Er wird erneut einen Antrag einreichen.



Weil die Regierung von Unterfranken einen Antrag auf Förderung der Sanierung der Eberner Mittelschule abgelehnt hat, kommt der ursprüngliche Zeitplan ins Wanken. Archiv-Foto: Licha
Weil die Regierung von Unterfranken einen Antrag auf Förderung der Sanierung der Eberner Mittelschule abgelehnt hat, kommt der ursprüngliche Zeitplan ins Wanken. Archiv-Foto: Licha  

Ebern - Im Hinblick auf die Sanierung der Mittelschule Ebern hatte Jürgen Hennemann bei der jüngsten Schulverbandsversammlung in Ebern keine gute Nachricht. "Am 16. April ist ein Schreiben der Regierung von Unterfranken eingetroffen, in dem die Förderung für die Maßnahme abschlägig beschieden wurde", so Hennemann.

Bereits seit 2013 gibt es Bemühungen, die Mittelschule zu sanieren. Damals standen Kosten von rund 200 000 Euro im Raum. Dazu kam die als notwendig erachtete Brandschutzertüchtigung. Die Kosten stiegen auf 1,9 Millionen Euro. "Es ist dabei immer zu entscheiden, ob eine Teilsanierung oder Generalsanierung angestrebt wird, wegen der unterschiedlichen Förderung", erläutert Hennemann auf Nachfrage der Neuen Presse. Nach mehreren Gesprächen mit der Regierung und den Planern in den Jahren 2016 und 2018 sei der Stadt Ebern empfohlen worden, eine Generalsanierung anzustreben. Dafür sei eine Förderung in Aussicht gestellt worden. "Bei einer Generalsanierung müssen die Kosten über 25 Prozent des Neubau-Wertes liegen. Unser Förderantrag wurde dementsprechend abgestimmt nach den Werten 2018 mit 2,3 Millionen Euro eingereicht", so Hennemann.

Nach eineinhalb Jahren und mehreren Nachfragen vonseiten der Stadt Ebern habe man nun im April den Förderbescheid mit der Ablehnung erhalten. Als Begründung wurde laut Hennemann genannt, dass der Schwellenwert von 25 Prozent des Neubau-Wertes nach den Berechnungen der Regierung um 150 000 Euro nicht erreicht worden sei. "Die Regierung nimmt dabei die Berechnungswerte von 2019 als Grundlage und berücksichtigen bei unseren Kosten keine Preissteigerung", kritisiert Eberns Stadtoberhaupt. "Uns ärgert die Vorgehensweise der Regierung, dass es in der langen Bearbeitungszeit keine Rückfragen an uns gab. Zudem wurden die Teuerungen im Baubereich nicht berücksichtigt, Man hat die Ablehnung einfach formal zugeschickt."

Nun habe man bereits mit dem Architekten neue Kostenberechnungen vorgenommen. Diese will man der Regierung vorlegen. "Des Weiteren habe ich um einen Termin bei Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann angefragt, um den Umgang mit dem Antrag zu besprechen und eine Anpassung der Berechnungsgrundlagen zu erreichen, um doch noch zu einer Förderung zu kommen", erläutert Jürgen Hennemann weiter. "Wir wollen nicht wieder ganz unten in den Stapel der Förderanträge kommen und weitere zwei Jahre warten." Das ganze Geschehen werfe den Schulverband nun wieder um ein Jahr zurück, der Baubeginn der Sanierung dürfe erst nach Genehmigung des Förderantrag beginnen. "Wir würden ja gerne sanieren, aber die Abstimmung der Förderung erlaubt es uns bisher nicht", bedauert Hennemann.

"Ich bin ziemlich sauer, wie das gelaufen ist", so das Fazit Hennemanns im Rahmen der Schulverbandsversammlung. Und auch Philipp Arnold, Rektor der Mittelschule Ebern, erklärte, dass man nicht abwarten könne, denn sonst könnten schon zur Verfügung stehende Gelder verfallen. "Ich kann nicht nachvollziehen, wie die Regierung von Unterfranken handelt, ohne entsprechend zu kommunizieren", sagte Arnold sichtlich erbost und Hennemann ergänzte, dass man die zustehende Digitalförderung nicht gefährden könne.

Schulleiter Philipp Arnold gab im Rahmen der Sitzung auch einen Überblick über die derzeitige Unterrichtssituation an der Mittelschule Ebern. Der Schule komme es zugute, dass sie im digitalen Bereich schon länger einschlägige Erfahrungen gemacht habe. "Die Umstellung von Online auf Digital war in Kürze erledigt", sagte der Schulleiter. Fast 100 Prozent der Schüler waren für die Schule auf digitalem Weg erreichbar. "Das Schule zu Hause stattfinden müsse, hatten wir den Eltern klar gemacht und es läuft auch alles recht gut." Die Schüler, die mittlerweile in der Schule wieder unterrichtet werden, wären alle besonnen, sagte Arnold. Der Unterricht wäre auf vier Stunden beschränkt und man erhalte gute Unterstützung von der AWO bei der Aufsicht der Kinder.

Ein Lob zollte Arnold seinem Kollegium. Alle Lehrkräfte hätten sich prima mit eingebracht. Für Hygienemaßnahmen habe man bisher um die 2500 Euro ausgeben müssen, was weiter erforderlich sei. Arnold ging zudem auf Probleme bei der Umsetzung des digitalen Unterrichts ein. Sein Vertreter, Toni Binder, sagte, dass infolge der Coronamaßnahmen die Schule nicht in eine Schockstarre verfallen sei. "Wir konnten alles klar strukturieren und der Wissensfluss ist geregelt", sagte Binder. Hennemann stellte fest, dass sich nun zeige, dass man in zurückliegender Zeit richtig investiert habe.

Dieter Reisenweber (CSU), zweiter Bürgermeister in Untermerzbach, fragte zudem, wie der Schulbusbetrieb nach den Ferien erfolgen solle. "Die Busse sind so oder so immer voll, da können doch die Abstandsregelungen nicht eingehalten werden", sagte er. Dazu führte Philipp Arnold aus, dass zum einen nicht alle Kinder, bestenfalls die Hälfte, an eine. Deshalb seien eh weniger Kinder in den Bussen. Maskenpflicht bestehe, aber die Abstandsregelungen seien hier außer Kraft, da sie praktisch nicht eingehalten werden können.

Autor

Helmut Will
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Veröffentlicht am:
03. 06. 2020
17:14 Uhr

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Autor

Helmut Will

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Veröffentlicht am:
03. 06. 2020
17:14 Uhr



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