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Hassberge

SPD setzt auf Wolfgang Brühl

Kreisvorstand schlägt den 51-jährigen Knetzgauer als Landratskandidaten vor. Der will mit dem Slogan "Landkreis mit Zukunft" für die Sozialdemokraten den Chefsessel erobern.



Er sieht viele Möglichkeiten, den "Landkreis mit Zukunft" zu gestalten: Wolfgang Brühl (rechts) im Gespräch mit dem Untermerzbacher Bürgermeister Helmut Dietz (Mitte) und der SPD-Kreisvorsitzenden Johanna Bamberg-Reinwand.	Foto: privat
Er sieht viele Möglichkeiten, den "Landkreis mit Zukunft" zu gestalten: Wolfgang Brühl (rechts) im Gespräch mit dem Untermerzbacher Bürgermeister Helmut Dietz (Mitte) und der SPD-Kreisvorsitzenden Johanna Bamberg-Reinwand. Foto: privat  

Haßfurt - Das Geheimnis ist gelüftet: Der SPD-Kreisverband geht mit Wolfgang Brühl in den Landratswahlkampf. Der ehemalige und langjährige Kreisvorsitzende der Partei will im März nächsten Jahres CSU-Amtsinhaber Wilhelm Schneider ablösen. Am Samstag stellte der 51-Jährige in Knetzgau seine Pläne vor.

Nominierung im November

Nach Angaben des SPD-Kreisverbands soll Wolfgang Brühl offiziell am 16. November von der Kreisdelegiertenkonferenz nominiert werden. Voraussichtlicher Ort ist das Kandler-Zentrum in Kirchlauter.


"Mit Wolfgang Brühl bekämen die Haßberge einen Landrat, der das Wohl der Menschen fest im Blick hat", zeigte sich SPD-Kreisvorsitzende Johanna Bamberg-Reinwand überzeugt, dass ihr Vorgänger im Parteiamt als Landkreischef eine "mehr als gute Wahl" sei. Die Entscheidung für Brühl sei im Kreisvorstand einstimmig gefallen. "Die 13 Jahre als Kreisvorsitzender haben ihn wachsen lassen", lobte die Zeilerin ihren Parteikollegen: "Er hat das Format für einen Landrat und er wäre ein Landrat nah an den Menschen und deren Bedürfnissen."

Vorschusslorbeeren, die Wolfgang Brühl natürlich gefallen. Eigentlich wollte der 51-Jährige, nachdem er sein Amt als SPD-Chef vor einigen Monaten abgegeben hatte, politisch ein wenig kürzer treten. Als aber der Wunsch, er möge doch als Landrat kandidieren, an ihn herangetragen wurde, musste der Eltmanner nicht allzu lange überlegen. "Wahl heißt immer, dass man eine Auswahl haben sollte", gewährte er Einblick in seinen Entscheidungsprozess. "Als zweitstärkste Kraft im Kreistag sollten wir auf jeden Fall den Anspruch haben, einen Kandidaten zu stellen." Einen, der nicht nur auf dem Wahlzettel stehe, sondern einen, der auch "wirklich Landrat werden und den Landkreis besser und lebenswerter machen will".

Mit Schwung und neuen Ideen könne man sicher einiges bewegen und in ebenso richtige wie wichtige Bahnen lenken, zeigte er sich kämpferisch. Das Amt des Landrats sei natürlich eine gewisse Herausforderung, aber eine, der sich der langjährige Kreis- und Stadtrat gerne stellen würde. "Ich sehe im Landkreis viel Potenzial, das ich gerne besser ausschöpfen würde", ist er überzeugt davon, dass er seine Heimatregion in vielen Bereichen voranbringen und besser aufstellen kann. "Ich will einen Landkreis mit Zukunft", lautet denn auch der Slogan, mit dem Brühl ins Rennen um das Landratsamt zieht.

Themen, die ihm besonders am Herzen liegen, gibt es einige. Eines, auf dem der Einsatzleiter Rettungsdienst und Personalratsvorsitzende beim BRK in Haßfurt seit vielen Jahren als Experte gilt, ist die Gesundheitspolitik. "Er ist ein absoluter Fachmann", lobt auch Bamberg-Reinwand den Kandidaten. "Gesundheit und die Versorgung der Menschen sind generationenübergreifende Themen, die alle umtreiben und endlich grundlegende, zukunftsweisende Entscheidungen verlangen."

Die würde, davon ist die SPD-Kreisvorsitzende überzeugt, Wolfgang Brühl, der als Verwaltungsrat der Haßberg-Kliniken die Entwicklung der Krankenhäuser in der Region schon lange mitbegleitet und kritisch hinterfragt, in Angriff nehmen und liefern. "Ich stehe für eine Gesundheitsversorgung im Landkreis mit Kliniken als Anlaufstelle für Hilfesuchende, die eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung ermöglichen", machte der 51-Jährige seine Zielrichtung klar.

Ein weiterer Komplex, in den Wolfgang Brühl als ehrenamtlicher Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund seit zwei Jahrzehnten viele Einblicke bekommen hat und Erfahrungen sammeln konnte, ist der demografische Wandel und die Sorge vieler Menschen, wie es im Alter mit ihnen weitergehen soll. "Altersgerechtes Wohnen muss möglich sein", nannte er eines seiner Ziele. Mehrgenerationenhäuser oder Generationen-WG seien Modelle, die man fördern müsse. "Wir müssen es schaffen, dass wir genügend neue Formen von Wohnmöglichkeiten schaffen."

Eine ebenso entscheidende Rolle für die Zukunft - und zwar sowohl für die ältere Generation als auch für die Jugend und Familien - spielt für Wolfgang Brühl der Bereich Mobilität. "Wir sind nun einmal ein Flächenlandkreis", führte er aus. "Und wir müssen ein Hauptaugenmerk darauf legen, dass Menschen aus den Randgebieten nicht durchs Raster fallen." Zwar seien Infrastruktur und Versorgung im Maintal gut, aber es müsse auch im nördlichen Landkreis oder im Steigerwald die Möglichkeit geben, "zu vernünftigen Zeiten und Konditionen von A nach B zu kommen".

Um das zu erreichen sei die Bereitschaft, auch einmal über neue Wege nachzudenken, wohl unabdingbar. "Modelle mit Bürgerbussen oder Anruftaxis wären eine Idee. Da gibt es gute Erfahrungen aus anderen Landkreisen", erklärte der SPD-Kandidat, der sich als Landrat auch für ein 365-Euro-Ticket und andere innovative Vorschläge einsetzen würde. Mobilität sei in einer Gesellschaft, in der der Umweltgedanke eine immer wichtigere Rolle spiele, das A und O.

Wobei Umwelt- und Klimaschutz für den Kandidaten aber natürlich mehr sind. Auf jeden Fall aber ein Gebiet, auf dem der Landkreis durchaus noch Nachholbedarf hat. "GUT und BEG sind gute Ansätze", lobte er die Energiegesellschaften der Haßberge. Wolfgang Brühl würde aber gerne noch mindestens einen Schritt weiter gehen und nimmt sich die Kreisstadt als Vorbild. "Eine eigenständige Energieversorgung, wie sie Haßfurt vorlebt, ist für den gesamten Landkreis anzustreben."

Und in noch einem Bereich sieht der designierte Kandidat schlummerndes Potenzial. "Der Tourismus ist eine wachsende Branche", sagte Brühl. "Es wäre wichtig, dass er auch in der Region von den Verantwortlichen die notwendige Aufmerksamkeit und ein planvolles Vorgehen bekommt." Aus seiner Sicht könne zum Beispiel eine Vernetzung von Sehenswürdigkeiten mit fränkischer Gastronomie mehr aus diesem Sektor herausholen.

"Wolfgang Brühl ist ein guter Kandidat und er wäre auch ein hervorragender Landrat", zeigte sich Bernhard Ruß sehr zufrieden. Der Sander Bürgermeister war 2014 gegen Wilhelm Schneider und andere Bewerber angetreten und hatte den Sprung ins Landratsamt in der Stichwahl nur knapp verpasst. red

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
00:00 Uhr

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