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Hassberge

Schwein gehabt

Vor 20 Jahren begann mit einem kleinen Theaterkurs an der Volkshochschule eine Erfolgsgeschichte. Diese gipfelte in der Gründung der Theaterwerkstatt Haßfurt.



Die Theaterwerkstatt Haßfurt ist eine Kooperation aus Amateuren und Profis. Zum 20. Geburtstag gestalteten die Gründungsmitglieder und freie Schauspieler unter Leitung von Nina Lorenz einen wundervollen Theaterabend in ihrem Domizil, dem Gewölbekeller der Stadthalle. Unser Bild zeigt (von links) Werner Lorenz, Gabriele Marquardt, Andrea Tiessen-Lehmann, Martin Habermeyer, Felix Pielmeier, Annerose Simon, Patrick Schmitz und Heidi Merz. Foto: Langer
Die Theaterwerkstatt Haßfurt ist eine Kooperation aus Amateuren und Profis. Zum 20. Geburtstag gestalteten die Gründungsmitglieder und freie Schauspieler unter Leitung von Nina Lorenz einen wundervollen Theaterabend in ihrem Domizil, dem Gewölbekeller der Stadthalle. Unser Bild zeigt (von links) Werner Lorenz, Gabriele Marquardt, Andrea Tiessen-Lehmann, Martin Habermeyer, Felix Pielmeier, Annerose Simon, Patrick Schmitz und Heidi Merz. Foto: Langer   » zu den Bildern

Haßfurt - Die Theaterwerkstatt Haßfurt beherbergt sowohl Amateure als auch Profis. Diese begeisterten ihr Publikum bisher mit immerhin 71 Produktionen und Stücken. "Wir haben einfach Schwein gehabt", so die Regisseurin Nina Lorenz, die mit "ihren" Schauspielern für die Jubiläumsvorstellung eine herrliche Produktion unter dem Titel "Schwein gehabt" kreiert hat. Die Aufführung am Samstagabend im Gewölbekeller der Stadthalle, dem Spielort der Theaterwerkstatt, wurde zu einem weiteren Meilenstein in der Historie und bewies den hingerissenen Zuschauern, dass die Theaterwerkstatt nach wie vor weiterlebt.

"20 Jahre sind ein Grund zu feiern, denn wir haben in dieser Zeit ein breitgefächertes Programm von Workshops der Theaterpädagogik, Galas, Liederabenden und Lesungen bis hin zu Kinder-, Jugend- und Erwachsenenstücken dargeboten", sagte eingangs Nina Lorenz vor voll besetztem Haus. Sie dankte dem Gründungsteam sowie allen, die vor und hinter der Bühne am Erfolg mitwirken, besonders auch der musikalischen Leiterin Petra Schlosser.

Stolz zeigte sie sich darauf, dass bereits 14 Märchen zur Aufführung kamen und am 23. November die Premiere des Stücks "Das kleine Gespenst" von Otfried Preußler stattfindet. "Wir werden insgesamt 33 Vorstellungen geben, weil das Stück von unzähligen Schulen in der Stadt und dem Landkreis gebucht wurde", freute sie sich.

Dass es eine Freude ist, im Gewölbekeller für Kinder zu spielen, berichteten die freien Schauspieler Martin Habermeyer, Felix Pielmeier und Patrick L. Schmitz. "Gerade die kleine Bühne und die damit verbundene Reduktion des Stoffs ist eine besondere Herausforderung für uns, die wir mit Genuss meistern", sagte Felix Piermeier. "Diese Bühne hat auch eine große Geborgenheit. Sie ist eine fantastische Schatztruhe, in die man eintauchen kann, und das fühlen auch die Kinder", ergänzte Martin Habermeyer, der auch erzählte, dass in den Märchen jeder Schauspieler gleich mehrere Rollen übernehmen müsse. "Wie wir nur zu viert den Drachenreiter von Cornelia Funke auf die Bühne gebracht haben und die Augen der Kinder leuchteten, das war einfach toll!" Dass dies gelungen sei, sei auch das Verdienst der geschätzten Regisseurin Nina Lorenz. "Der Hammer ist, wenn alle zuschauenden Kinder gemeinsam still sind", berichtete Patrick L. Schmitz. "Kinder sind ein gnadenloses Publikum, doch wenn du sie fesselst, folgen sie dir überallhin."

Doch auch die erwachsenen Zuschauer wollen gut unterhalten werden und so haben die Laien-Gründungsmitglieder vor vielen Jahren für die exklusiven Theaterabende für den Verein "Freunde der Theaterwerkstatt Haßfurt" die Selbsthilfegruppe "Hin und weg" ins Leben gerufen. Für diese Gruppe schreiben sie jedes Jahr ein neues Stück, das im Jubiläumsjahr unter dem Thema "Schwein gehabt" stand.

Dabei trafen Werner Lorenz als Businessman mit Suizidgedanken, Heidi Merz als Alkoholikerin, Gabi Marquardt als Frau, die von ihrem Vater nicht los kommt, und Annerose Simon als verklemmte Frau auf die Leiterin der Selbsthilfegruppe, Andrea Tiessen-Lehmann, einer Frau mit einem dunklen Geheimnis. Sie hatte alle aufgefordert, einmal "die Sau" raus zu lassen. Was ihnen naturgemäß recht schwer fiel, hindern sie doch ihre Probleme daran, aus sich herauszugehen.

Humorvoll, verschmitzt, überzogen, aber auch ernst und tiefgründig spielten die fünf Laienschauspieler ihren Part, der von Liedern -passend zu ihren Neurosen und zum Thema - durchzogen war. Dabei wurden sie kongenial von Petra Schlosser am Klavier begleitet und ernteten viel Beifall für ihren Auftritt. Denn jede Person war durch Mimik und Gestik, Auftreten und Sprache so hervorragend charakterisiert worden, dass die Zuschauer aufgrund der gewollten Komik herzlich lachen konnten. Am Ende des "Treffens" konstatierte Andrea Tiessen-Lehmann zweideutig: "Ihr habt alle - bis auf eine - Eure Aufgabe teilweise, also in Ansätzen, …bewältigt. Aber nach 20 Jahren ist noch viel Luft nach oben. Deswegen müssen wir dranbleiben - es ist ja noch nicht zu Ende!" Womit sie auf die Theaterwerkstatt als Ganzes anspielte und zu dem Schlusslied zur Melodie von "I will survive" von Gloria Gaynor überleitete. Der Text aus der Feder von Petra Schlosser skizzierte die Geschichte der Theaterwerkstatt und ließ im Refrain keinen Zweifel übrig: "Oh ja, wir sind noch da. Drum lasst uns singen, tanzen, lachen und feiern mit Hurra! Wir steh’n gemeinsam auf der Bühne zwanzig Jahr, ist das nicht wunderbar? Und jetzt wird allen klar: Oh ja - wir sind noch da!"

Zum Abschluss der mitreißenden Aufführung gab Patrick L. Schmitz - in Kooperation mit dem Weinhaus Schaffner - noch eine kleine Kostprobe seines Könnens in der Rolle des Komikers Heinz Erhardt, bevor die Feier des 20-jährigen Bestehens begann.

Für Ulrike Hemmerich aus Zell am Ebersberg war die Aufführung gelungen. "Es hat mir sehr gut gefallen, weil man lachen konnte und ganz nah am Geschehen dran war. Die Performance war sehr schön und besonders fantastisch waren die Mimik und Gestik der Schauspieler!"

Autor

Ulrike Langer
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Veröffentlicht am:
21. 10. 2019
16:04 Uhr

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Autor

Ulrike Langer

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
21. 10. 2019
16:04 Uhr



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