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Hassberge

Sorge um die Schönheit der Landschaft

Das Hochregallager der Firma Uniwell bewegt auch Kreisheimatpfleger Günther Lipp. In einem Schreiben an die Neue Presse äußert er Kritik, aber auch Anregungen.



Auf diesem Gelände soll das Hochregallager der Firma Uniwell entstehen. Foto: Christian Licha
Auf diesem Gelände soll das Hochregallager der Firma Uniwell entstehen. Foto: Christian Licha  

Eyrichshof - "Was die Eyrichshöfer in diesen Tagen besonders bewegt, ist nicht so sehr eine Parkregelung in der Specke, sondern weiter nördlich das geplante Hochregallager der Firma Uniwell." Das schreibt Kreisheimatpfleger Günther Lipp in einer Stellungnahme zum Thema an die Neue Presse. "Da ist er wieder, der alte Streit zwischen Wirtschaft und Landschaft. Und das buchstäblich vor unserer Haustür. Ich sage es gleich, ich bin als Heimatpfleger auf Seite der Landschaft, weil dies meine primäre Aufgabe ist und weil sie mir seit jeher besonders am Herzen liegt", so betont Lipp.

Uniwell argumentiere mit schwerem Vokabular: Expansion, Investitionen. Gewerbesteuer, Arbeitsplätze. Und was setze die Bürgerinitiative dagegen? Den Erhalt der schönen Landschaft. Auf den ersten Blick ist das ein wolkiges, idealistisches Argument, abseits der Realität. Aber nur auf den ersten Blick. "In den letzten Jahren hat man in den Haßbergen mehr und mehr schätzen gelernt, welchen enormen Wert die Landschaft für uns alle hat. Das hat sich vor drei Jahren bei den geplanten Windrädern auf dem Tonberg gezeigt, 2018 bei der Stromtrasse, die über das Gebiet von Maroldsweisach gehen sollte und es wird aktuell beim Widerstand gegen einen Solarpark bei Buch deutlich", so Lipp. Und jetzt habe sich eine Bürgerinitiative gegen das Hochregal bei Eyrichshof gegründet. Ihr gehe es, so der Kreisheimatpfleger, es um den Erhalt des Landschaftsbildes. "Die Landschaft ist eines der wenigen besonderen Güter, die wir hier haben", appelliert Lipp. "In ihrer jetzigen Form ist sie aus der Natur und viel Arbeit hervorgegangen. Es hat lange gedauert, bis sie so aussah, wie sie der Landkreis und die Stadt gerne in den Prospekten und im Internet vorstellen. Jetzt fühlen sich die Menschen hier wohl, schätzen sie und wollen, das sie möglichst wenig beschädigt wird." Nicht ohne Grund gehöre das "Schutzgut Landschaftsbild" zu den Kriterien, die bei jeder Änderung eines Bebauungsplans ausdrücklich berücksichtigt werden müssten.

"So wie der Bau im Gewerbegebiet bei Eyrichshof bis jetzt geplant ist, wäre er ein Klotz, ein Block, ein Fremdkörper in der Landschaft", kritisiert Lipp. "231 Meter lang und 21 Meter hoch soll er in den Baunachgrund gesetzt werden. Das wäre auf den Eberner Marktplatz übertragen eine Plane vom Grauturm bis zum Neptunbrunnen, mit einer Front so hoch wie das Rathaus", veranschaulicht Lipp.

"So ein Klotz ist kein Legostein. So etwas wirkt weithin. Aus mehr als drei Kilometern wäre er noch zu sehen", führt er aus. Und umgekehrt würde er den Blick von Eyrichshof auf die Nachbardörfer bis hinüber nach Brünn ganz erheblich stören. In seiner jetzigen Planung wäre dieser Bau auf Jahrzehnte ein Fremdkörper in der Landschaft, ist der Kreisheimatpfleger überzeugt. "Er würde jeden schockieren, der auf der Bundesstraße daran vorbeifährt."

Nur zwei Kilometer weiter habe die FTE Automotive vor genau 20 Jahren ihr Zweigwerk auf der Wirtsleite bei Fischbach errichtet. "Ich war damals nicht erfreut, aber dem Architekten dort ist es gelungen dieses Werk hervorragend in die Landschaft einzubinden", muss Lipp eingestehen. "Was mich auch stört, ist, dass die politischen Parteien das Vorhaben bisher nicht in ihren Versammlungen aufgegriffen haben. Früher wäre so ein Projekt vor den Stadtratssitzungen erst in den Ortsvereinen und Ortsverbänden angesprochen worden. Die Stadträte hätten dann die Meinung der Mitglieder gehört und die ihre persönlich darlegen können", kritisiert der Kreisheimatpfleger. "In solchen Versäumnissen hat der Verdruss über die Politiker und die Politik allgemein seine Wurzeln."

Uniwell, die Stadt und die Bürgerinitiative gehören laut Lipp an einen runden Tisch. Die bisherige Planung könne so nicht bleiben. Sie müsse überarbeitet werden, von der Form, der Fassade und auch beispielsweise von der Farbgestaltung her. Wirtschaftliche und ästhetische Überlegungen passend zusammenzubringen, das sei jetzt die Aufgabe. "Vielleicht hat ja der Wendehammer neben dem Bauplatz noch einen höheren Sinn", so äußert Günter Lipp abschließend.

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Günter Lipp
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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
16:38 Uhr

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Günter Lipp

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12. 07. 2019
16:38 Uhr



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