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Hassberge

Spatenstich für das Kinderdorf

Die Stadt Ebern bringt den Bau eines neuen Kindergartens auf den Weg. Der Gebäudekomplex soll vor allem Platz bieten - auch für Kinder mit Behinderung.



Sie alle freuen sich über den Neubau eines Kindergartens in Ebern: Stefan Herold von der Raab Baugesellschaft, Stadträtin Marion Müller, die Ortssprecherin von Weißenbrunn Lisa Barthelmann, Stadträtin Isabell Zimmer, Architekt Klaus Gick, Tina Scheller und Günter Schubert von der Rummelsberger Diakonie sowie Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann und seine beiden Stellvertreter Harald Pascher und Werner Riegel.	Fotos: Schuster
Sie alle freuen sich über den Neubau eines Kindergartens in Ebern: Stefan Herold von der Raab Baugesellschaft, Stadträtin Marion Müller, die Ortssprecherin von Weißenbrunn Lisa Barthelmann, Stadträtin Isabell Zimmer, Architekt Klaus Gick, Tina Scheller und Günter Schubert von der Rummelsberger Diakonie sowie Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann und seine beiden Stellvertreter Harald Pascher und Werner Riegel. Fotos: Schuster   » zu den Bildern

Ebern - Ein gutes Omen zum Spatenstich: Selbst der Regen hörte wieder auf, als Eberns Bürgermeister und einige Stadträte gemeinsam mit weiteren Verantwortlichen am Mittwoch zur Schaufel griffen. Seit diesem Dienstag hatten die Bagger auf dem Gelände der ehemaligen Berufsschule an der Albrecht-Dürer-Straße in Ebern Löcher ausgehoben und Erdhaufen aufgetürmt. Am Mittwochnachmittag brachte man von Seiten der Stadt die Bauarbeiten für den lange ersehnten neuen Kindergarten nun auch offiziell auf den Weg. Wobei es der Begriff "Kindergarten" laut Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) nicht ganz trifft. Voraussichtlich bis zum Spätherbst 2020 soll hier ein ganzes Kinderdorf entstehen.

"Das ist das Großprojekt in 2019", betitelte Hennemann den Bau. Vor dem Hintergrund der leidenden Finanzkraft sei es laut dem Bürgermeister umso wichtiger zu zeigen, dass die Pflichtaufgaben der Stadt trotzdem gestemmt werden könnten. Die letzten beiden Jahre hätten gezeigt, dass der Bedarf an Kinderbetreuung sogar noch größer sei, als ursprünglich angenommen. Es seien mehr Kinder geboren worden und immer häufiger gebe es auch die Nachfrage nach Betreuung bereits ab dem ersten Lebensjahr.

Schon im Jahr 2018 hatte die Stadt daher zusätzlich zu den bestehenden Gruppen Platz schaffen müssen: Es wurden zwei Notgruppen in den Räumen der ehemaligen Berufsschule und eine weitere in der katholischen Kita Arche Noah eingerichtet. Ebenso wurde in der Kita Regenbogen ein Umbau angestoßen, um zusätzliche Krippenkinder aufnehmen zu können.

Auf der Suche nach einer besseren Lösung war zunächst ein gemeinsames Projekt mit der Diakonie Bamberg-Forchheim, bei dem Kinder- und Seniorenbetreuung unter einem Dach hätten stattfinden sollen, geplatzt. Und auch das Gebäude der ehemaligen Berufsschule war lediglich als Übergangslösung möglich. Ein Dauerbetrieb hätte eine komplette Entkernung notwendig gemacht, was nahezu genauso viel gekostet hätte, wie ein Neubau. Mitte 2018 hatte der Stadtrat daher den Neubau einer Kita beschlossen.

Mit dem Kinderdorf soll nun ein Gebäudekomplex entstehen, der sich aus zehn kleineren Häusern zusammensetzt, die durch ein überdachtes Areal miteinander verbunden sind. "Wir haben uns überlegt, wie Kinder ein Haus malen", beschreibt Architekt Klaus Gick die Idee. Jede Gruppe bekomme damit also einen Gruppenraum mit einem kleinen Giebel und damit in gewisser Weise ein eigenes kleines Zuhause. Bei dem Komplex gehe es nicht darum, Richtlinien zu erfüllen. Wichtig sei es, die Bedürfnisse von Kindern, Eltern und Betreuern zu erfüllen. "Ich bin stolz darauf, bei diesem Vorhaben mitzuwirken", sagte Gick.

Die neue Kita soll zunächst zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen beherbergen. Das Gebäude soll jedoch so konzipiert sein, dass darüber hinaus noch zwei weitere Krippengruppen eingerichtet werden könnten und auch genügend Platz für die Betreuung von Kindern mit Behinderung vorhanden ist. Knapp 100 Kinder soll der Komplex maximal aufnehmen können. Sanitätsbereich, Personalräume, eine kleine Turnhalle, ein Theaterraum, Ruhe- und Therapieräume sowie ein Bistro sollen ein großes Angebot ermöglichen. Ist der Bau erst fertig, will die Stadt Ebern 225 Regelplätze und 80 Krippenplätze anbieten können.

Ziel sei es, erläuterte Jürgen Hennemann, dass eine Aufnahme aller Kinder ab dem ersten Lebensjahr möglich sei. Dass behinderte Kinder schon in jungen Jahren von ihren Eltern zur Betreuung nach Coburg oder Haßfurt gebracht werden müssen, soll damit der Vergangenheit angehören. Besonders nach dem Wegfall der Lebenshilfe sei dies dem Stadtrat besonders wichtig gewesen.

Mit den Rohbauarbeiten wurde die Firma Raab Baugesellschaft aus Ebensfeld beauftragt. Die Gesamtkosten des Baus sollen sich auf rund 3,77 Millionen Euro belaufen. Die Stadt rechnet derzeit mit Fördermitteln von rund 1,96 Millionen Euro. Bürgermeister Hennemann zeigte sich enttäuscht vom niedrigen Fördersatz. Lediglich rund 2,18 Millionen Euro seien von der Regierung als zuweisungsfähige Kosten deklariert worden. Die Mehrkosten für die integrativen Betreuungsmöglichkeiten seien nicht berücksichtigt. Hennemann legte jedoch Wert darauf, dass eine hochqualitative "Betreuung für 100 Prozent der Kinder" den finanziellen Mehraufwand wert sei.

Neben Bürgermeistern und Stadträten wohnten auch Vertreter der Rummelsberger Diakonie als künftiger Träger des Kindergartens der Zeremonie bei: Diakon Günter Schubert, Regionalleiter Unterfranken, und Tina Scheller. Die Bereichsleiterin für ambulante erzieherische Dienste ist auch Inklusions-Managerin und für die konzeptionelle Entwicklung der Betreuungsdienste im Landkreis Haßberge zuständig. Beide waren ebenfalls sichtlich erfreut, an dem Projekt in Ebern beteiligt zu sein.

Autor

Christian Schuster
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Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
20:12 Uhr

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Christian Schuster

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13. 06. 2019
20:12 Uhr



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