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Hassberge

Starkregen überflutet Gnadenhof

Das Unwetter, das am Donnerstag vor allem über den nördlichen Landkreis zog, hat nicht nur in Bischwind eine Schlammlawine ausgelöst. Auch die Gemünder Mühle hat gelitten.



Die Jungs, der ihr Zuhause die Gemünder Mühle ist, retteten nicht nur die Tiere aus dem Wasser, sondern packten auch beim Aufräumen tatkräftig mit an.
Die Jungs, der ihr Zuhause die Gemünder Mühle ist, retteten nicht nur die Tiere aus dem Wasser, sondern packten auch beim Aufräumen tatkräftig mit an.   » zu den Bildern

Ebern - Eine Unwetterwarnung der höchsten Stufe gab der Deutsche Wetterdienst am Donnerstagnachmittag für den Landkreis Haßberge heraus. Während im Maintal vielerorts nur ein Schauer zu verzeichnen war oder es sogar trocken blieb, traf es die Jugendhilfeeinrichtung Gemünder Mühle nahe Ebern besonders hart. Durch den Starkregen, der sich ab 15.30 Uhr ergoss und die Wassermassen, die den Hang herunter liefen, wurde ein Großteil der Tierställe teilweise knietief überflutet. "Die Quartiere der Schafe sowie der Hasen und Meerschweinchen standen komplett unter Wasser", erzählte Gruppenleiterin Nadine Hausdörfer. Ohne lange zu zögern packten die Jungs aus den Wohngruppen "Albatros" und "Adler" mit an und brachten die Tiere in Sicherheit. Gleichzeitig wurde ein Notruf abgesetzt. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Unterpreppach, Ebern und Eyrichshof waren unter der Führung von Einsatzleiter Sven Kuhn schnell zur Stelle. "Wir haben das Wasser in den Kanal umgeleitet, um so das tiefer gelegene Haus zu schützen", sagte Kreisbrandmeister Jonas Ludewig, der ebenfalls vor Ort war. Bis zur Eingangsstufe einer Wohngruppe war das Wasser vorgedrungen. Sandsäcke verhinderten schlimmeres. In die rückwärtige Werkstatt drang zwar Wasser ein, Gerätschaften wurden aber nicht beschädigt. Nach der Reinigung der Straße konnte die Feuerwehr wieder abrücken.

Feuerwehr im Dauereinsatz

"Rund um Ebern waren die Feuerwehren im Dauereinsatz", berichtet Kreisbrandmeister Jonas Ludewig. So war die Straße zwischen Bramberg und Jesserndorf beziehungsweise

Albersdorf überflutet. In Vorbach stand auch eine Straße unter Wasser und die Regenmassen drückten sogar in die Kirche. Ebenso liefen die Straßen in Eichelberg voll. Dort wurden mehrere Keller überschwemmt. In Bischwind war neben der Schlammlawine (die Neue Presse berichtete) auch eine besondere Gefahr gegeben. In einem Keller mit Heizöltanks stand das Wasser, das vorsorglich vom Fachberater Gefahrgut/Öl, Andreas Winkler aus Sand, überprüft wurde. Gleichzeitig stellte die Feuerwehr Ebern einen Faltbehälter auf, für den Fall, eventuell kontaminiertes Wasser vor der Entsorgung zwischenzulagern. Die Messungen ergaben aber glücklicherweise, dass kein Heizöl ausgetreten ist. Die Kellerräume wurden ausgepumpt und anschließend wieder an den Hausherren übergeben. "Die Kameraden aller Feuerwehren haben ihre Einsätze bestens gemeistert", lobte Ludewig.

 

Elsa, Hermine und Willi, drei Coburger Fuchs-Schafe, die seinerzeit von der Mutter verstoßen und in Gemünd liebevoll aufgepeppelt wurden, verbrachten die Nacht ausnahmsweise unter freiem Himmel in einem Gatter. Die neun Hasen und zwei Meerschweinchen wurden in einem Kleintierhaus untergebracht. Etwas mehr Glück hatten die Hängebauchschweine, in deren Stall es keine Überflutung gab. "Wir werden mit vereinten Kräften alles wieder herrichten, sodass die Tiere bald wieder in ihre gewohnte Umgebung können", erklärte Nadine Hausdörfer. Die Heilpädagogin lobte ihre Schützlinge und vor allem auch die vielen Ehrenamtlichen der drei Feuerwehren für die Unterstützung: "Wir können den Feuerwehrmännern und -frauen gar nicht genug danken, dass sie ihre Freizeit geopfert haben, um uns zu helfen". Alles in allem hatte man jedoch Glück: Großartige Sachschäden sind nicht zu beklagen und es wurden weder Vierbeiner noch Menschen verletzt.

 

Die Gemünder Mühle ist das Zuhause junger Menschen zwischen sechs und 18 Jahren, die Verhaltensauffälligkeiten oder psychische Probleme haben. Die Jugendhilfeeinrichtung unter der Trägerschaft der Evangelischen Jugendhilfe Würzburg, besteht erfolgreich seit zehn Jahren und hat auch einen Gnadenhof für Tiere, die aus schlechter Haltung gerettet wurden oder sonst kein Zuhause mehr finden würden. Um den Kindern und Jugendlichen beizubringen, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen, hat jeder Bewohner auch eine Patenschaft für ein Tier übernommen.

Autor

Christian Licha
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
30. 08. 2019
17:15 Uhr

Aktualisiert am:
30. 08. 2019
17:15 Uhr

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Christian Licha

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Veröffentlicht am:
30. 08. 2019
17:15 Uhr

Aktualisiert am:
30. 08. 2019
17:15 Uhr



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