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Teure Lehrstunde für Radfahrer

Das Gericht in Haßfurt verurteilt einen Mountainbikefahrer zu 2750 Euro Geldstrafe. Er hatte einfach nicht auf Mitarbeiter der Sicherheitswacht hören wollen.



Teure Lehrstunde für Radfahrer
Teure Lehrstunde für Radfahrer  

Haßfurt - Das Fahrradfahren in der Promenade in Haßfurt ist verboten. Ein 35-jähriger Haßfurter musste dies jedoch erst auf teure Art und Weise lernen. Weil er nämlich am 17. Juli vergangenen Jahres mit seinem Mountainbike dort fast eine Mitarbeiterin der Sicherheitswacht überfuhr, hat ihn das Amtsgericht am Freitag wegen Nötigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 110 Tagessätzen zu 25 Euro (2750 Euro) verurteilt.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft fuhr der Angeklagte am Tattag gegen 17 Uhr in der Promenade, als sich ihm zwei Mitarbeiter der Sicherheitswacht in den Weg stellten und mit Winkzeichen zum Anhalten bewegen wollten. Der Radfahrer missachtete jedoch die Anweisungen der Sicherheitswacht und fuhr einfach weiter, sodass es fast zum Zusammenstoß mit einer 61-jährigen Sicherheitskraft kam, die nur durch einen Sprung auf die Seite eine Kollision vermied.

Vor Gericht sagte der polizeibekannte Angeklagte, er habe nicht gewusst, dass das Radfahren in der Promenade verboten ist. Außerdem habe er es eilig gehabt, weil sein zehnjähriger Sohn zu Hause auf ihn gewartet habe. Die Uniform der Sicherheitswacht habe er nicht erkannt, kenne die beiden Wachleute aber vom Sehen. Er habe sich belästigt gefühlt, weil er anhalten sollte und sei deshalb einfach weitergefahren. "Wir sehen uns vor Gericht" habe die Frau ihm hinterher gerufen.

Die 61-jährige Sicherheitskraft sagte im Zeugenstand, dass sie auf die Seite sprang. "Sonst hätte er mich umgefahren" war sie sich sicher. Erst nach der Fast-Kollision habe der Angeklagte kurz abgebremst um dann weiterzufahren, ohne dass seine Personalien festzustellen waren. Dies war jedoch nicht nötig, da beide Sicherheitsleute den Fahrer kannten. Dass es danach nicht bei einem einfachen Strafbefehl oder einer Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit blieb, liegt am üppigen Vorstrafenregister des Angeklagten mit 14 Einträgen, einem "Ritt quer durch das Strafgesetzbuch", wie es der Staatsanwalt nannte.

Im zarten Alter von 16 Jahren begann die kriminelle Laufbahn des 35-Jährigen mit einem Diebstahl. Es folgten Drogendelikte, Körperverletzungen und Beleidigungen. Zudem stand der Rennfahrer am Tattag unter laufender Bewährung. Dies veranlasste den Anklagevertreter eine achtmonatige Freiheitsstrafe zu beantragen - ohne Bewährung. Denn die Summe der Vorstrafen habe anscheinend bei dem Angeklagten nichts zum Positiven bewirkt.

Verteidiger Alexander Wessel appellierte, die Kirche im Dorf zu lassen. Es sei schließlich kein Schaden entstanden. Die Tat sei am untersten Rand der Gewalt angesiedelt. Bei einer Verurteilung zu einer Haftstrafe würde die vorherige Bewährungsstrafe wohl widerrufen und sein Mandant müsste 14 Monate hinter Gitter - unverhältnismäßig für so eine "saublöde Radfahraktion" argumentierte der Anwalt und forderte daher maximal eine Bewährungsstrafe oder eine hohe Geldstrafe mit 150 Tagessätzen.

Richterin Ilona Conver folgte dem Plädoyer des Anwalts und beließ es bei der hohen Geldstrafe. Dennoch blieb es alleine dabei nicht: Weil der Angeklagte immer wieder durch Zwischenreden die Hauptverhandlung störte, verhängte die Vorsitzende zusätzlich ein Ordnungsgeld in Höhe von 50 Euro. Foto: Adobe Stock

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Martin Schweiger
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Veröffentlicht am:
11. 01. 2019
18:28 Uhr

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Martin Schweiger

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11. 01. 2019
18:28 Uhr



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