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Hassberge

Über den Wolken ist das Glück grenzenlos

Menschen mit Handicap einen ganz besonderen Moment schenken: das hat der Flugsportclub Ebern geschafft. Und auch für den Verein gab es eine schöne Überraschung.



Die neue Vereinsmaschine "Aeroprakt A 32" mit dem Wunschkennzeichen "D-MEBN". Fotos: Geiling
Die neue Vereinsmaschine "Aeroprakt A 32" mit dem Wunschkennzeichen "D-MEBN". Fotos: Geiling   » zu den Bildern

Ebern/Sendelbach - Hochbetrieb und große Freude herrschte am Wochenende auf dem Fluggelände des Flugsportclubs Ebern. Beim "Flugtag für Menschen mit Handicap", den die JB-Stiftung aus Bamberg in Kooperation mit dem Flugclub veranstaltete, schenkte man Gästen der "Lebenshilfe" Glücksgefühle. Außerdem erhielt die neue Vereinsmaschine "Aeroprakt A 32" bei ihrer Taufe das Wunschkennzeichen "D-MEBN" verbunden mit den Wünschen, dass sie allen Fliegern lange Freude bereite und schöne Stunden in der Luft schenke.

Daten der Aeroprakt A 32

Die neue Maschine hat eine Spannweite von 9,45 Metern und eine Länge von 6,27 Metern. Ihr Startgewicht liegt bei 472,5 Kilo. Sie erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h und eine Reisegeschwindigkeit von 175 km/h. Die

Start/Landestrecke beträgt rund 100 Meter, die Steigrate 5,5 m/Sekunde. Der Motor ist Marke Rotax 912 ULS und hat 100 PS. Die Maschine hat zwei Sitzplätze.


Es ist schon erstaunlich, was sich aus einer Flugmodellbaugruppe entwickeln kann. Sie war nämlich die Keimzelle des heutigen Flugsportclubs Ebern e.V., der am 13. November 1961 von 13 flugbegeisterten Männern gegründet wurde. "Wenn man bedenkt, dass der Verein weder über ein Vermögen, noch über ein Fluggelände, geschweige denn über Flugzeuge verfügte, kann man diese 13 Männer als Idealisten bezeichnen", steht in der Chronik geschrieben.

Im Frühjahr 1962 wurde der Flugsportclub Ebern erstmalig in der Öffentlichkeit bekannt, denn es wurde ein Modellflugtag auf den Wiesen bei Sandhof organisiert. Das war ein voller Erfolg und Spenden von Firmen, Stadt, Kreis und Privatleuten ermöglichten es, dass bereits im Sommer 1962 die Anschaffung eines "zahmen Schul-Segelflugzeuges" vom Typ "Rhönlerche" angeschafft wurde. Auf dem Marktplatz wurde es auf den Namen "Ebern" getauft und erhielt auch das Wappen von Ebern.

Mit diesem Flugzeug konnte nun der praktische Flugbetrieb beginnen, aber nicht in Ebern, denn ein Fluggelände war nicht vorhanden. So gingen die Segelflugschüler als Gäste auf das Fluggelände "Coburg-Geizenmühle". 1963/64 bestanden die ersten Eberner ihr Examen für den Luftfahrtschein Klasse eins Segelflug und dann wurde auch ein vorläufiges Fluggelände bei Eyrichshof gefunden. Mit dem Motorfliegen wurden aber schon bald neue Ziele ins Auge gefasst, eine Auster 5-J-4 entdeckt und diese in 800 Stunden Arbeitszeit in einem Werkstattraum der Firma Kugelfischer generalüberholt. Das war im Jahre 1964, aber mit ihr musste man auf den Landeplatz Lichtenfels ausweichen oder auch auf den Plätzen in Bamberg, Hassfurt und Schweinfurt fliegen. Im Sommer 1967 war es soweit, dass auf den Baunachwiesen bei Sendelbach das neue Fluggelände ausgebaut wurde mit einer etwa 600 m langen Landebahn und daneben eine Rückrollbahn. Am 8. September 1969 wurde dann das neue Motorflugzeug "Beagle Terrier" in Besitz genommen unter dem Kennzeichen "D-EBBn" und dem Namen "Max". Damit begann der weitere Aufstieg des Flugsportclubs, der sein Vereinsgelände weiter ausbaute, Ausstellungen und Flugzeug-Shows veranstaltete.

Heute wird der Flugsportclub Ebern von Vorsitzendem Franz Hardi aus Pfarrweisach und seinem Stellvertreter Rainer Stark aus Reckendorf geleitet. Unter den knapp 70 Mitgliedern sind 14 Ultraleichtflieger und rund 30 Modellflieger, die auf dem Platz bei Fischbach angesiedelt sind. Wie zweiter Vorsitzender Rainer Stark, der die Abteilung Modellflieger leitet, meinte, habe man natürlich auch mit dem Nachwuchs Probleme. Das Freizeitangebot sei eben sehr groß und das spüre man auch beim Flugclub. Aber auch die rechtlichen Vorschriften würden immer schwieriger.

Im Bereich der Motor- beziehungsweise Ultraleichtflieger hat man sich nach langem Überlegen und unterschiedlichen Diskussionen vor einiger Zeit dazu entschlossen, wieder ein Vereinsflugzeug anzuschaffen und zwar von dem ukrainischen Hersteller "Aeroprakt" .Die unterschiedlichen Wünsche seien dabei natürlich groß gewesen. Schließlich seien Preis und Leistung, Qualität und Reisegeschwindigkeit ausschlaggebend gewesen neben dem Anspruch, dass die Maschine gut zu fliegen ist man auch gut ein- und aussteigen kann. Dieses Flugzeug wurde nun nach neunmonatiger Wartezeit am 4. Juni in Polen übergeben. Die A 32 mit 100 PS Rotax-Motor ist eine der ersten der neuen 600-Kilo-Klasse, die im Moment jedoch limitiert ist auf 472,5 kg. Sie wurde nun offiziell im Rahmen einer kleinen Feier ihrer Bestimmung übergeben.

Autor

Günther Geiling
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Veröffentlicht am:
13. 08. 2019
00:00 Uhr

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Günther Geiling

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Veröffentlicht am:
13. 08. 2019
00:00 Uhr



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