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Hassberge

Vier Türme statt wenig Wasser

Im Laufe des Jahres sind allerhand Ergänzungen zu den Berichten des Kreisheimatpflegers hinzugekommen. Günter Lipp hat sie zugeordnet.



Das Gemälde im Vorzimmer des Bürgermeisters in Ebern (März) ist signiert mit "Diterich 1948". Das muss ein Irrtum sein, denn das Bild zeigt schon Gebäude, die erst zehn Jahre später entstanden sind, so die evangelische Christuskirche, die 1958 geweiht wurde. Die Molkerei von Sandhof im Vordergrund wurde gar erst 1959 gebaut. Links im Hintergrund fehlt noch die Siedlung am Steinberg. Repro: Günter Lipp
Das Gemälde im Vorzimmer des Bürgermeisters in Ebern (März) ist signiert mit "Diterich 1948". Das muss ein Irrtum sein, denn das Bild zeigt schon Gebäude, die erst zehn Jahre später entstanden sind, so die evangelische Christuskirche, die 1958 geweiht wurde. Die Molkerei von Sandhof im Vordergrund wurde gar erst 1959 gebaut. Links im Hintergrund fehlt noch die Siedlung am Steinberg. Repro: Günter Lipp   » zu den Bildern

Ebern - "Woher kommt jetzt eigentlich der Name Dürrenried?", lautete die Frage am Ende des Artikels über den Ortsnamen von Dürrnhof (Dezember). Dort wurde festgestellt, dass der nichts mit "dürr, trocken" zu tun hat, sondern, dass in ihm ein ganzer Turm steckt. Gilt das auch für Dürrenried?

Ortsbürger Gerald Müller hat dazu folgende Erklärung angeboten: "Dürrenried bedeutet ‚Turm am Ried‘. Mit Ried ist der Alstergrund gemeint. Der Turm stand nach meiner Meinung auf dem Doosberg, der direkt oberhalb des Alstergrundes gelegen ist. Hier ist noch eine kleine Erhöhung zu erkennen."

Hätte Gerald Müller nur mit seinem inzwischen verstorbenen Nachbarn Oswald Meißner darüber diskutieren können! Von dem hat der Kreisheimatpfleger vor 25 Jahren dazu eine genaue Karte bekommen. Auf der war allerdings an den Doosberg das Wort "Galgen?" geschrieben. Und - jetzt kommts - nördlich davon, beim Steinberg, stand bei Meißner: "Turm?". Und ich erinnere mich noch, dass er mir dazu sagte, um das Dorf seien sogar vier Türme gestanden: Neben dem am Steinberg einer rechts an der Straße nach Wasmuthausen, und ein dritter sei der Turm der Wehrkirche der Gemeinde gewesen. Zusammen mit dem am Doosberg wären es tatsächlich vier - ausreichend viele, um im Ortsnamen verewigt zu werden. Dann wäre Dürrenried eigentlich "Turm-Ried", die Türme am Ried, am Sumpf".

Ortsnamenforscher Werner Schmiedel, der im Übrigen in Römershofen geboren war, bleibt 1972 bei seiner "dürr-Deutung". Er erklärt "Dürrenried" als "ausgetrockneten bzw. trockengelegten Sumpf" und verweist ebenfalls auf die Entwässerung des flachen Bachlaufs der Alster. Was jetzt richtig ist, lässt sich also abschließend nicht mit Sicherheit sagen.

Zu den 16 Artikeln, die in diesem Jahr erschienen sind, gab es aber noch viele weitere Hinweise, Stellungnahmen, Berichtigungen und Ergänzungen. Drei Leser, deren Beiträge besonders halfen, seien hier genannt.

Horst Ruhnau, der im April verstorbene Vorsitzende des Heimatvereins von Pfarrweisach, wusste Zusätzliches über den steinernen Ausguss an der Nordseite der Marienkapelle. (Februar). In der Sakristei, sagte Ruhnau, sei immer ein eigenes Reinigungsbecken für die liturgischen Geräte gestanden. Dessen Wasser floss von da über einen Ausguss direkt in die geweihte Erde vor der Kapelle.

Heinrich Knauer war zwischen 1975 und 1988 Stadtpfarrer von Ebern. Als die Marienkapelle 1987/88 renoviert wurde, hat er dem Bürgerverein die Gedenktafel für Joseph Eichler (November) angeboten. Die hätte sich damals allerdings schwer im Heimatmuseum unterbringen lassen, und so wurde nichts daraus. Pfarrer Knauer übernahm eine Pfarrei in Lohr und lebt heute in Schweinfurt. Er kann nicht sagen, was seinerzeit aus der Tafel wurde. Sie bleibt verschwunden.

Peter Fromm aus Untermerzbach wusste Genaueres zu dem ausdrucksvollen Kruzifix in der simultan genutzten Kirche von Untermerzbach (September). Wie er feststellt, stammt es nicht aus der Spätgotik, sondern ist nur in diesem Stil nachgeschnitzt worden. Nach seiner Untersuchung und Einschätzung handelt es sich um eine sehr gute Arbeit aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Das belegt auch eine Notiz, nach der das Kreuz in diesem Zeitraum von einem Untermerzbacher Pfarrer gestiftet und möglicherweise eigens für diese leere Stelle an der Ostwand der Kirche geschaffen wurde. Dieser Pfarrer könnte Heinrich Christian Bomhard (1869 - 1897) gewesen sein.

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Veröffentlicht am:
30. 12. 2018
21:17 Uhr

Aktualisiert am:
30. 12. 2018
21:17 Uhr

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30. 12. 2018
21:17 Uhr

Aktualisiert am:
30. 12. 2018
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