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Hassberge

Vogel sieht beste Chancen für Geburtsstation

Kürzlich hatte die Bayerischen Staatsregierung beschlossen, Geburtshilfestationen zu unterstützen. Nun gibt es einen erneuten Vorstoß, der die Hoffnung in für Haßfurt weiter schürt.



Das Bayerische Kabinett hat am Dienstag dieser Woche die Eckpunkte des "Zukunftsprogramms Geburtshilfe" beschlossen. Ein weiterer Hoffnungsschimmer, dass die Geburtsstation in Haßfurt bestehen bleiben könnte. Foto: Privat
Das Bayerische Kabinett hat am Dienstag dieser Woche die Eckpunkte des "Zukunftsprogramms Geburtshilfe" beschlossen. Ein weiterer Hoffnungsschimmer, dass die Geburtsstation in Haßfurt bestehen bleiben könnte. Foto: Privat  

Haßfurt/München - "Die Geburtshilfe in Haßfurt kann erhalten werden", ist sich der Landtagsabgeordnete Steffen Vogel sicher. Der hiesige Stimmkreisabgeordnete ist sich deshalb sicher, weil das Bayerische Kabinett am vergangenen Dienstag die Eckpunkte des "Zukunftsprogramms Geburtshilfe" beschlossen hat, die den Haßberg-Kliniken und dem Landkreis es ermöglichen dürfte, die Geburtshilfestation über den 31. Dezember 2018 hinaus zu erhalten.

Reaktion aus dem Landratsamt

"Grundsätzlich begrüßen wir es, eine durch den Freistaat Bayern finanzierte Strukturhilfe einzuführen", erklärte Landrat Wilhelm Schneider auf Anfrage des Neuen Presse . "Das Ergebnis freut mich, vor allem, weil wir selbst mit dazu beigetragen haben - wir haben die Staatsministerin Melanie Huml angeschrieben, sie eingeladen, waren mit ihr im Gespräch". Außerdem habe der Landtagsabgeordnete Steffen Vogel, der auch Mitglied im Ausschuss Gesundheit und Pflege sei, wesentlich den Prozess vorangebracht und unterstützt und wichtige Überzeugungsarbeit geleistet. "Auch unsere Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär haben wir mit eingeschaltet, um aufzuzeigen, wie die Situation der kleinen Geburtskliniken aussieht", so Schneider weiter.

Die Landespolitik habe sich eingehend damit auseinander gesetzt, das sei ein positives Signal. "Mit dem Förderprogramm haben wir jetzt eine neue Basis, auf der der Verwaltungsrat die Situation neu bewerten und entscheiden kann." Und doch bleibt der Landrat zunächst vorsichtig: "Aber Grund zur Freude haben wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, denn damit ist die Geburtsstation leider noch nicht gerettet.Um in den Genuss der Förderung zu kommen, müssen auch die festgelegten Kriterien erfüllt werden", so Schneider.

Ein ganz entscheidender Punkt dabei sei, dass mindestens die Hälfte der im Landkreis werdenden Mütter im Landkreis Haßberge entbinden. "Die Zukunft der Geburtsstation liegt besonders auch in den Händen der werdenden Eltern, die darüber entscheiden, ob sie in Haßfurt ihr Kind zur Welt bringen oder in einer anderen Klinik", hob der Landrat hervor. Und abschließend: "Es bleibt also weiterhin unsere Aufgabe, gemeinschaftlich daran zu arbeiten, unsere Geburtsklinik für die Zukunft zu sichern."


Vogel wird deshalb als Verwaltungsrat der Haßberg-Kliniken zusammen mit Landrat Wilhelm Schneider einen Antrag im Verwaltungsrat einbringen, mit dem Ziel den Beschluss die Geburtshilfe zum 31. Dezember 2018 zu schließen aufhebt und damit der Fortbestand gesichert wird, da sich die Rahmenbedingungen für die Geburtshilfe in Haßfurt erheblich ändern werden. Vogel geht davon aus, dass dies vom gesamten Verwaltungsrat mitgetragen werde, da es parteiübergreifend keinem der Verwaltungsräte leichtgefallen sei, für die Schließung der Geburtshilfe zu stimmen.

Die veränderte Sachlage liege, so Landtagsabgeordneter Steffen Vogel, am neuerlichen Beschluss des Bayerischen Kabinetts vom vergangenen Dienstag. Die Staatsregierung hatte bereits in der Kabinettssitzung am 19. November ein Förderprogramm "Zukunftsprogramm Geburtshilfe" ins Leben gerufen, um damit einerseits die Hebammen-Versorgung zu stärken und andererseits die Geburtsstationen im ländlichen Raum zu unterstützen.

Nun hat die Staatsregierung die Eckpunkte des Förderprogramms beschlossen, wie der Landtagsabgeordneten Steffen Vogel, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Pflege aus München mitteilt.

Mit der ersten Säule des Förderprogramms erhalten die Landkreise und kreisfreien Städte pro Geburt pauschal 40 Euro, die sie für geeignete Maßnahmen zur Verbesserung und Stärkung der Versorgung mit Hebammen-Hilfe einsetzen können, wie Vogel weiter erläutert.

Insgesamt wird das Programm ein Volumen von 5 Millionen Euro jährlich umfassen. Damit sollen beispielsweise Werbekampagnen unterstützt werden oder die Errichtung von Vermittlungszentralen. Wichtiger für Steffen Vogel ist die zweite Förder-Säule des Programms. Dieses zielt darauf ab, die Landkreise unter bestimmten Voraussetzungen bei der Finanzierung defizitärer Geburtshilfestationen an Krankenhäusern im ländlichen Raum, wie Haßfurt, zu unterstützen. Nach Angaben des Abgeordneten sollen dafür Mittel in Höhe von 25 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt werden. Wie Landtagsabgeordneter Steffen Vogel erläutert, werden ab 2018 die Landkreise und kreisfreien Städte mit einem staatlichen Zuschuss unterstützt, wenn der Landkreis das Defizit in der Geburtshilfestation ausgleicht. Die Geburtsstation müsse mangels ausreichender Fallzahlen nicht kostendeckend wirtschaften, sich aber gleichzeitig als Hauptversorger in der Region etabliert haben. Für Haßfurt bedeutet dies, dass mindestens die Hälfte aller Neugeborenen aus dem Landkreis in Haßfurt geboren und versorgt werden müssen, so Landtagsabgeordneter Vogel weiter. "Mit der Wahl für die Geburtsstation in Haßfurt entscheiden damit die werdenden Mütter aus dem Landkreis, ob es die Geburtsstation weitergeben wird oder nicht", erläutert Landtagsabgeordneter Steffen Vogel. "Die Fördersumme von bis zu einer Million Euro pro Geburtsstation ist ein deutliches Signal, dass der Freistaat Bayern gerade kleine Geburtsstationen auf dem Land erhalten will", freut sich Steffen Vogel weiter.

Mindestens 15 Prozent des Defizites müssten die Landkreise aber trotzdem tragen, um so einen Anreiz für eine wirtschaftliche Führung der Häuser zu setzen. Die Förderung wird damit nicht pauschal pro Geburt erfolgen, sondern sich konkret am Defizit der jeweiligen Geburtshilfestation orientieren. Vogel wertet dies als Vorteil für Haßfurt, weil mit lediglich um die 400 Geburten, eine höhere Förderung des Freistaats erfolgen wird, als wenn eine pauschale Förderung pro Geburt erfolgen würde. Vogel rechnet damit, dass die jährliche Förderung für Haßfurt deutlich über 500 000 Euro liegen werde, wenn die Förderkriterien erfüllt würden.

Nach Angaben des Landtagsabgeordneten Steffen Vogel setzt die Förderung unter anderem voraus, dass das Krankenhaus in einem Landkreis oder kreisfreien Stadt im ländlichen Raum nach dem Landesentwicklungsplan liegt. Zudem muss es als einzige Einrichtung in der kreisfreien Stadt oder als eine von maximal zwei Einrichtungen im Landkreis die Fachrichtung "Gynäkologie und Geburtshilfe"vorhalten und mindestens 300, höchstens 800 Geburten im Jahr versorgen. Ebenso muss mindestens die Hälfte der Anzahl der Neugeborenen im Landkreis oder in der kreisfreien Stadt versorgt werden.

Vogel geht davon aus, dass die Geburtshilfestation in Haßfurt die Förderkriterien erfüllt. Wichtig sei noch, dass das Defizit nicht rückwirkend ausgezahlt werde, sondern erst für das Defizit des Jahres 2018 gelte, so dass die Förderung auch erst nach Ablauf des Jahres gezahlt würde, da dann erst das Defizit und die konkrete Förderhöhe feststehe. red

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2017
19:12 Uhr

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2017
19:12 Uhr



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