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Hassberge

Von Burg zu Burg mit der "Entdeckerkarte"

Die Landkreise Coburg, Hildburghausen und Haßberge arbeiten in der Burgen-Kooperation zusammen. Jetzt gibt die Gemeinschaft eine Karte für einen 225 Kilometer langen Rundweg heraus.



Eine Rundtour durch die Burgenregion: Nicht nur für Touristen eine neue Attraktion, sondern auch für die Menschen von hier.	Grafik: HCS/Kartendaten: Maps4news
Eine Rundtour durch die Burgenregion: Nicht nur für Touristen eine neue Attraktion, sondern auch für die Menschen von hier. Grafik: HCS/Kartendaten: Maps4news   » zu den Bildern

Altenstein - "Wenn man auf der Veste Heldburg steht", erzählt Ahorns Bürgermeister Martin Finzel mit Begeisterung, "sieht man auf jedem Hügel eine Burg, einen Turm oder eine Ruine stehen." Für ihn persönlich stecken diese Bauwerke voller schöner Erinnerungen. In Kindertagen hätten ihn Ausflüge mit seiner Familie häufig zu den mittelalterlichen Bauwerken geführt - jedes Mal ein Erlebnis.

Dass die historischen Gemäuer mit ihren majestätischen Ausblicken und den vielen Geschichten, die sich dahinter verbergen, nicht nur Ahorns Bürgermeister begeistern, sondern auch weiter Touristen in die Region führen, da sind sich er und die weiteren Mitglieder der Initiative Burgenkooperation "Von Burg zu Burg" sicher. Im Burgeninformationszentrum in Altenstein stellte man daher an diesem Mittwoch neues Werbematerial für die Region vor. Zentrales Stück: Eine Faltkarte, auf der unter anderem eine 225 Kilometer lange Rundtour von Coburg über das Rodachtal bis in die Haßberge zu sehen ist. Eine "Schatzkarte", wie Martin Finzel findet.

Doch zunächst ein Blick zurück: Im Jahr 2015 besiegelten drei Unterschriften eine Kooperation, die den Tourismus in der Region über Bezirks- und Landesgrenzen hinweg beflügeln sollte. Michael Amthor, damals noch Leiter des Coburger Tourismusbetriebes, Landrat Wilhelm Schneider (CSU) als Vorsitzender des Haßberge Tourismus und Martin Finzel (parteilos), Bürgermeister von Ahorn im Landkreis Coburg und Vorsitzender der Initiative Rodachtal, hatten veranlasst, dass Gäste in der Region die Vorzüge Frankens und Südthüringens gleich im Verbund genießen können und sollen. Die Veste Heldburg, die Veste Coburg, die Burg in Königsberg und die Burgruine Altenstein standen als "Leuchttürme" für ein gemeinsames regionales Marketing: Mit "Zeitreisen" ins Mittelalter anhand der historischen Bauwerke und Museen, Gastgewerbe, regionalen Erzeugnissen und den Heilbädern in der Region.

Seitdem wird ein Potenzial genutzt, das mehr als die Summe seiner Teile ist. Seit 2016 bewirbt die Initiative die Region um das ehemals deutsch-deutsche Grenzgebiet mit gemeinsamen Werbematerialien. Die beteiligten Tourismusregionen weisen ihre Gäste jeweils auf die Angebote der anderen hin. "Mit unserem Leporello konnten wir die Gäste erstmals von Burg zu Burg schicken", erinnert sich Susanne Volkheimer, Geschäftsführerin des Haßberge Tourismus. Das Info-Heftchen im Hosentaschenformat mit Landkarte, Hinweisen auf die Burgen und Schlösser sowie Hotel- und Gastgewerbe sei auf Freizeit-Messen gut angekommen.

Und die Zahlen gaben zumindest teilweise Recht. "Im vergangenen Jahr sind die Besucherzahlen in Altenstein im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf zirka 6680 Besucher gestiegen", berichtet Burgenwinkelmanager Dr. Alexander Blöchl vom Zweckverband Deutscher Burgenwinkel. Und auch Dr. Birgit Weber, zweite Bürgermeisterin der Stadt Coburg und Vorstandsmitglied der Tourismusregion Coburg.Rennsteig, verzeichnete in ihrer Stadt ein Besucherplus. Einzig Dr. Adina Christine Rösch, Direktorin des Deutschen Burgenmuseums auf der Veste Heldburg, berichtete von einem kaum veränderten Niveau: Rund 20 000 Besucher hätten 2018 die Burg im Thüringer Landkreis Hildburghausen besucht - dieselbe Zahl hatte die Neue Presse bereits im Jahr 2015 in ihrer Berichterstattung über die Entstehung der Burgenkooperation gemeldet.

Um die Bestreben weiter auszubauen, soll nun die neu konzipierte Rundstrecke entlang der Sehenswürdigkeiten der Region weiter Wasser auf die Mühlen des Tourismus geben. Besonders für Gäste, die mit dem Auto, Wohnmobil oder Motorrad unterwegs seien, sei die mehr als 200 Kilometer lange Tour mit ihrer "wunderbaren Landschaft" reizvoll. Die Faltkarten mit Hinweisen auf die Städte entlang der Route und natürlich die vielen Schlösser, Ruinen und Burgen, aber auch Veranstaltungen sollen dazu einladen, die Tour nicht in einem Rutsch abzuhandeln. "Wir wollen die Menschen damit auch in der Region halten", versichert Burgenwinkelmanager Blöchl.

Mit der Anbindung Coburgs an den ICE und Eberns an den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) sei die Region in den vergangenen Jahren auch für Zugreisende von steigendem Interesse geworden, bringt Maroldsweisachs Bürgermeister Wolfram Thein zur Sprache. In Zukunft will der Vorsitzende des Zweckverbands Deutscher Burgenwinkel daher auch den öffentlichen Nahverkehr entlang der Strecke zwischen den Burgen weiter ausbauen. "Wir möchten den Lückenschluss zwischen Heldburg, Coburg und den Haßbergen schaffen", so Thein. Bis 2020 könne er sich vorstellen, dass eine Verbindung zwischen Maroldsweisach und Heldburg entstehe.

Mit den zusätzlichen Verbindungen, aber auch besonders durch das neue Werbematerial soll letztlich auch den Menschen, die vor Ort leben, die Möglichkeit geboten werden, ihre Heimat wieder oder gar neu zu entdecken, schließt Susanne Volkheimer die Präsentation. Zwar sei die Öffnung der innerdeutschen Grenze schon fast 30 Jahre her, viele würden jedoch noch in den alten Mustern von Ost und West oder den verschiedenen Landkreisen denken - und die schönen Flecken, die sich nur wenige Kilometer entfernt befänden gar nicht unbedingt wahrnehmen. Mit der Burgenkooperation der Tourismusverbände wolle man also nicht zuletzt auch "die alten Grenzen auch aus den Köpfen der Menschen hier bringen".


zitat

Wir wollen

die Gäste damit

in der Region halten.


Dr. Alexander Blöchl

Burgenwinkel-Manager

Zweckverband Deutscher Burgenwinkel



zitat

Mit der Kooperation wollen wir die Grenzen auch aus den Köpfen der Menschen vor Ort bringen.


Susanne Volkheimer

Geschäftsleiterin

Haßberge Tourismus e.V.


Autor

Christian Schuster
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Veröffentlicht am:
09. 01. 2019
21:40 Uhr

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Christian Schuster

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09. 01. 2019
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