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Von wegen Wirtshaussterben

Seit 125 Jahren pulsiert das Leben im Tunnlsaal des Gasthauses Faber-Rädlein in Ibind. An einem Ehrenabend für geladene Gäste wird das Jubiläum gebührend gefeiert.



Am vergangenen Wochenende feierte man das 125-jährige Bestehen des Gasthauses Faber-Rädlein und deren weithin bekannten Tunnlsaal. Gastwirt Uwe Rädlein und Georg Hiernickel, Gebietsleiter der Kulmbacher Brauerei, stechen zur Feier ein Fass Freibier an.	Fotos: Albrecht
Am vergangenen Wochenende feierte man das 125-jährige Bestehen des Gasthauses Faber-Rädlein und deren weithin bekannten Tunnlsaal. Gastwirt Uwe Rädlein und Georg Hiernickel, Gebietsleiter der Kulmbacher Brauerei, stechen zur Feier ein Fass Freibier an. Fotos: Albrecht   » zu den Bildern

Ibind - Dem Wirtshaussterben landauf, landab stellt sich Gastwirt Uwe Rädlein mit seiner Familie und dem Team entgegen. Viel Lob gab es dafür am Freitagabend im schön dekorierten und kultigen "Tunnlsaal" des Gasthauses Faber-Rädlein (Marktgemeinde Burgpreppach), wozu die Gastwirtsfamilie zum doppelten Jubiläum 125 Jahre Gasthaus Faber-Rädlein und 90 Jahre Tunnlsaal eingeladen hatte.

Das kreative Jahresprogramm mit Wirtshaussingen, Musikantentreffen, Akustik-Rocknacht, Heimatabend zur Kirchweih oder Wirtshauskabarett am Jahresende stellten die Redner besonders hervor - neben der guten Küche und dem Wirtshausbetrieb. Gastwirt Uwe Rädllein stach unter Assistenz des Gebietsvertreters der Kulmbacher Brauerei, Georg Hiernickel, das erste Fass Freibier an. Auch ansonsten war das kulinarische Angebot für die rund 130 geladenen Gäste kostenlos.

In der Begrüßungsansprache von Uwe Rädlein interpretierte dieser ein Grußwort des verstorbenen Kraisdorfer Gastwirts Willi Bühler, der vor zehn Jahren zum 100. Geburtstag vom Gasthaus Bühler gesagt habe: "Wir Gastwirte haben das Privileg, unsere Kunden Gäste nennen zu dürfen." Rädlein weiter: "Ich sehe das als hohes Gut an", denn am heutigen Tag seien Freunde "und uns wohlgesonnene Menschen da".

Pfarrer Michael Thiedmann berichtete in launigen Worten aus einem Chronik-Eintrag von 1912, wonach der damalige Pfarrer über die Wirtshauskultur lästerte. Sogar die Frauen hätten sich an den Geistlichen gewandt, mit der Bitte, die Männer dahinzubringen, nicht so oft ins Wirtshaus zu gehen. Der Erfolg sei bis heute bescheiden geblieben, ließ Thiedmann wissen, und wird ein wenig philosophisch: Gasthäuser seien Orte, wo Menschen Freud und Leid miteinander teilen.

Für den 3. Bürgermeister der Marktgemeinde Burgpreppach, Reinhold Klein, zeichne der fränkische Stil des Hauses und die familiäre Herzlichkeit den Gasthof aus. Die vielen musikalischen und kulinarischen Veranstaltungen seien für die Marktgemeinde ein Gewinn. Er hatte einige Kartenspiele für die Wirtsstube im Gepäck, "damit die Burgpreppacher Trümpfe immer stechen können".

"In manche Dörfer geht man gern - so ein Dorf ist Iwinn mit seinem Wirtshaus" - dieses Kompliment kam von Landtagsabgeordneten Steffen Vogel (CSU), der die Glückwünsche von Landrat Wilhelm Schneider (CSU) überbrachte. Die vielen Auszeichnungen, die das Wirtshaus in den vergangenen Jahren erhalten habe, zeugten von der Menschlichkeit und der sozialen Kompetenz der Wirtsfamilie. Unter anderem sei das Gasthaus unter den 100 besten Heimatwirtschaften in Bayern ausgezeichnet worden und der "Iwinner Tunnlsaal" habe das Prädikat "Anerkanntes Kulturgut Unterfrankens" der Bezirksregierung erhalten. Dafür dankte Vogel der Familie Rädlein, die "ein Musterbeispiel dafür ist, wie kreativ eine Familie sein kann".

Lob für die Familie und das Team kam auch von Georg Hiernickel, der Gebietsvertreter der Kulmbacher Brauerei, "weil Sie etwas leisten, das Respekt und Achtung verdient". Es sollte jedem bewusst werden, "was wir in dem Haus erhalten: eine familiäre Atmosphäre". Das sei ein ganz besonderer Anlass, für den man dankbar sein sollte.

Namens der Vereinsgemeinschaft der Ibinder Schrollnhüpfer und der Feuerwehr dankte Michael Hofmann der Wirtsfamilie und hofte, dass das Gasthaus noch lange am Leben erhalten wird. An Uwe Rädlein überreichte er ein historisches Emaille-Schild mit einem Bierglas-Motiv aus den 1950er Jahren. Den Glückwünschen schloss sich der Skiclub Chain Gang an, dessen Sprecher Jürgen "Josch" Oeser auf die Geschichte des Clubs einging und vor allem Wirtin Andrea Rädlein hervor. Diese bekam stehenden Applaus von den Gästen.

Ein Altbekannter im Tunnlsaal, der "Frankensima" Philipp Simon Goletz aus dem Frankenwald, ging poetisch auf das Gasthaus und die Familie ein. Er filetierte die vielen Veranstaltungen übers Jahr auf seine Art und bekam immer wieder Szenenapplaus für die Pointen. "Nach Ibind, nach Ibind, Leut, da müss‘ mer hin", skandierte er beispielsweise, ehe er in einem weiteren Set seine Klassiker zum Besten gab - sehr zum Wohlwollen von Uwe und Andrea Rädlein. Einige Tunnlsaal-Musikanten, wie Waldi Butterhof, Patrick Valtermeyer oder Vanessa Rädlein gratulierten musikalisch.

Autor

Simon Albrecht
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Veröffentlicht am:
13. 10. 2019
14:10 Uhr

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Simon Albrecht

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Veröffentlicht am:
13. 10. 2019
14:10 Uhr



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