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Hassberge

Vor allem der nördliche Landkreis hat zu kämpfen

Leben in die Altorte: Beim Fischessen der CSU in Neubrunn-Kirchlauter referiert Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst über die Innenentwicklung.



Neubrunn - "Wenn meine Bevölkerung nicht mehr wächst, dann macht es keinen Sinn zusätzliche Häuser zu bauen. Jeder Neubau auf der grünen Wiese führt zu einem Leerstand im Altort." Diese Aussage machte der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende und 1. Bürgermeister von Hofheim, Wolfgang Borst, beim Fischessen des CSU-Ortsverbandes Neubrunn-Kirchlauter, bei dem er über die Leerstände und notwendige Innenentwicklung der Altorte sprach.

CSU-Ortsvorsitzende Lilo Stubenrauch gab eingangs einen Bericht über die Veranstaltungen des vergangenen Jahres und hob dabei die Feier zum Jubiläum 55 Jahre CSU Neubrunn hervor. Auf großen Anklang sei auch eine Radtour durch die "Heiligen Länder" gestoßen, und das große Erntedankfest sei das "Non-plus-ultra" im Verlauf des Jahres gewesen. "Diesen Tag möchte ich nicht missen, weil man hier gesehen hat, wie unser Dorf zusammenhält und die Dorfgemeinschaft hochgehalten wird", so Stubenrauch.

Kreisrat Wolfgang Borst streifte zu Beginn seines Vortrages die Kreispolitik und bedauerte, dass man bei den Krankenhäusern auf Grund des Gebührensystems nicht zu schwarzen Zahlen komme. Außerdem sei es bei den "Medizinischen Versorgungszentren" nicht einfach, qualifizierte Ärzte in den ländlichen Raum zu holen. Im Kreistag arbeite man aber weiter an einer guten Gesundheitsstruktur und dem Ziel einer wohnortnahen Versorgung.

Vor der Tür stehe auch die Europawahl und dabei sollte man bedenken, dass das Thema Frieden ohne die EU nicht so wäre wie jetzt. Ebenso profitiere Deutschland auch wirtschaftlich am meisten von der EU als Exportland. Nun hätten Deutschland, Bayern und auch die CSU erstmals die Chance, dass mit Manfred Weber erstmals ein Deutscher Kommissionspräsident werden könnte. Er besitze auch das entsprechende Fingerspitzengefühlt, um etwas bewegen zu können, so Borst. Vor dem Hintergrund so mancher politischen Entwicklung in den USA, China, Russland und anderen Staaten sei es immer wichtiger, dass Europa "mit einer Sprache" spreche.

Dann kam der Hofheimer Bürgermeister auf die Innenentwicklung in den Orten zu sprechen, welche durch die demographische Entwicklung zukünftig noch eine besondere Rolle spielen würde. Die Deutschen lägen bei der Reproduktionsquote mit 1,5 Kindern je Frau noch hinter den Franzosen mit 1,9 und den USA mit 1,8 - und alles, was unter zwei liege, führe zum "Aussterben". In Bayern schlage sich dies nur noch nicht so nieder, weil es viel Zuzug in die Zentren gebe. Ansonsten gebe es auch im Freistaat wesentlich mehr ältere Menschen als jüngere und mehr Sterbefälle als Geburten, so Wolfgang Borst.

Für den Landkreis Haßberge käme hinzu, dass man kein Hochschulstandort sei und deswegen auch die Studierenden wegbrächen und diese auch nicht mehr zurückkämen. Bis zum Jahre 2030 müsse man deswegen von einem Bevölkerungsverlust von zehn Prozent ausgehen. Den Hofheimer Raum treffe dies noch mehr als die Mainachse, betonte Wolfgang Borst. So konnte man von 1980 bis 2020 für Bundorf und Ermershausen einen eklatanten Rückgang der Bevölkerung um 20 Prozent feststellen. Dies habe zu der Überlegung geführt, dass man hier dagegen steuern müsse und das führte bekanntlich zu einem Zusammenschluss in der "Hofheimer Allianz", deren Gebiet nahezu identisch sei mit dem ehemaligen Landkreis Hofheim.

In dieser Allianz habe man ganz klar erkannt, dass das Engagement in die Leerstände günstiger sei als das Bauen auf die grüne Wiese. Dazu habe man eine Bestandserfassung gemacht, was frei ist oder frei werde, wenn der jüngste Bewohner im Haus 85 Jahre oder älter sei. Dann habe man mit einem Pool von Architekten auch für solche Leerstände eine gute und kostenlose Beratung angeboten, die zum Erfolg führte. "Von 2008 bis 2018 konnten wir auf diese Weise 276 leerstehende Häuser reaktivieren und in den letzten acht Jahren haben wie wieder mehr Zuzüge als Wegzüge", freute sich Wolfgang Borst

Von den Bürgern, welche die Leerstände wieder umwandelten, seien ein Viertel der Personen aus dem Ort oder der Allianz, ein Viertel kämen aus dem Landkreis, aber 50 Prozent kämen auch von weiter weg. Dabei zeigte er auf, dass manche Neubürger bei einem Betrieb in München oder anderswo ihren Arbeitsplatz hätten, sie aber mehrere Tage inzwischen einen "Heimarbeitsplatz oder ein Homeoffice" hier in der Wohnung hätten. Dazu wäre natürlich der Anschluss mit Glasfaserkabel ganz entscheidend.

Wolfgang Borst hielt es aber für genauso wichtig, bei solch einem Projekt die Bürger mit ins Boot zu holen. Nur dann werde es zu einem Erfolgsmodell. "Die vorhandene Bausubstanz zu reaktivieren führt dazu, dass der Ort dann wieder lebt. Auch das steht fest: So schön, wie man bei uns leben kann, das gibt es woanders selten", so Borst. Diese Aussage führte anschließend auch zu vielen Diskussionsbeiträgen. Dabei kam auch das Problem mit den Zeitverträgen zur Sprache, die es jungen Familien schwer machten, längerfristig zu planen oder auch entsprechende Kredite zu bekommen. Dem müsste durch längerfristige Arbeitsverträge abgeholfen werden.

Autor

Günther Geiling
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 03. 2019
16:54 Uhr

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Günther Geiling

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11. 03. 2019
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