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Weltenbummler auf vier Rädern

Über 80 historische Wohnmobile machen beim Arnoldtreffen noch bis Sonntag Station am Stellplatz in Ebern. Die Reisenden sind von der Kleinstadt angetan und fühlen sich wohl.



Eng stehen die über 80 Arnold-Reisemobile am Stellplatz vor der historischen Stadtkulisse beieinander. 	Fotos: Michael Will
Eng stehen die über 80 Arnold-Reisemobile am Stellplatz vor der historischen Stadtkulisse beieinander. Fotos: Michael Will   » zu den Bildern

Ebern - "Da passt fast kein Blatt Papier mehr dazwischen", lacht ein Hamburger, der sein Reisemobil auf dem Eberner Wohnmobilstellplatz mit der Fahrerkabine nur wenige Zentimeter hinter dem Heck seines Stellplatznachbarn parkt. "Maßarbeit!" Die leisten in diesen Tagen alle Wohnmobilfreunde, die mit über 80 historischen Arnold-Reisemobilen von Donnerstag bis Sonntag Station hinter der historischen Stadtmauer machen und aus ganz Deutschland sowie aus Holland und Österreich angereist sind.

Einmal im Jahr treffen sich die Oldtimer-Liebhaber - einmal im Norden Deutschlands, einmal im Süden - für ein paar Tage, um das gesellige Zusammensein zu pflegen und über ihre so heiß geliebten Reisemobile zu diskutieren. Die wurden in den 1970er-Jahren von der Firma "Fahrzeugbau Josef Arnold" mit Sitz in Ravensburg gebaut und zählen bei Insidern zu wirklichen "Arbeitstieren". Ein "Arnold läuft und läuft", versichert Horst Eichler. Er ist zu dem Treffen knapp 500 Kilometer aus Steinhude am Meer angereist und schwärmt von der Qualität seines über 30 Jahre alten Vehikels.

Er weilt seit knapp einer Woche am Stellplatz in Ebern und ist schon richtig in Urlaubsstimmung. Von Ebern hat er "einen super Eindruck", den er bei verschiedenen Spaziergängen und Ausflügen gewonnen hat. Die Freundlichkeit der Menschen gefällt ihm. Und auch die Preise in den Gastwirtschaften: "Acht Euro für ein Fischgericht - da zahlst du bei uns zuhause mindestens das Doppelte." Bernd Ebert, Tourismusbeauftragter des Stadtrates Ebern, schmunzelt: "Gutes Essen zu günstigen Preisen, so soll das sein." Zusammen mit seiner Kollegin Helen Zwinkmann, Tourismusfachkraft der Stadt, knüpft er am Donnerstagnachmittag Kontakte zu den Weltenbummlern und freut sich über so viel Zuspruch.

Bei der offiziellen Begrüßung der Arnoldfreunde strahlen denn auch Brigitte und Herbert Zehner mit der Sonne um die Wette. Das Ehepaar aus Eltmann hat das Treffen in diesem Jahr organisiert und den Platz in Ebern wegen seiner Größe, der schönen Lage und auch wegen Platzwart Hans Elflein ausgewählt, der den Wohnmobilisten fast jeden Wunsch erfüllt. Über 80 Reisemobile stehen dort nun in Reih und Glied und dicht an dicht. Von oben betrachtet eine einzige Dächerlandschaft.

Für Berndt, der früher mit einem Wohnwagen unterwegs war, ist sein Arnold-Reisemobil ein Liebhaberstück. Vor 26 Jahren hat er es gekauft. "176 000 Mark hat es damals gekostet, fast so viel wie ein Einfamilienwohnhaus", sagt er. Die Qualität habe ihn überzeugt: "Super isoliert und seiner Zeit weit voraus", erklärt er dem Laien. Und schwört darauf: "Ein Arnold ist nicht kaputt zu kriegen."

Über so viel Wohnmobil-Liebe staunt denn auch Eberns amtierende Bürgermeisterin Gabriele Rögner und gerät bei der Begrüßung der Arnoldfreunde am Donnerstagnachmittag angesichts "der Idylle hinter der Stadtmauer" ins Schwärmen: "Mein Herz hängt an diesem Platz." Sie freut sich über die vielen Gäste und hofft, dass sie als Multiplikatoren dienen, um den Stellplatz Ebern weiterer bekannt zu machen. Die Stadt wolle weiterhin daran arbeiten, das Areal noch attraktiver zu gestalten. Auch Pater Pfarrer Rudolf Theiler ist gekommen. Er spricht ein Gebet und wünscht den Urlaubern stets gute Fahrt auf all ihren Reisen, bevor er die Wohnmobile bei einem Rundgang segnet.

Lange Tradition

1928 gründete Josef Arnold zusammen mit seiner Frau in Ravensburg die Firma "Fahrzeugbau Josef Arnold". Die Produktion lag dem Bedarf der damaligen Zeit entsprechend beim Bau von landwirtschaftlichen Anhängern, Blockeistransportern und im allgemeinen Fahrzeugbau. In den Jahren 1970/71 baute Arnold allein sechs rollende Hotels mit je 42 Betten. Das Reisemobil wurde im Jahre 1972/73 aus der Taufe gehoben. Es entstand das erste Reisemobil RM 50, bei dem die Fahrerhaustüren noch mit einbezogen waren. Quelle: www.arnoldfreunde.de


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Von Michael Will
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Veröffentlicht am:
11. 05. 2013
00:00 Uhr

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Von Michael Will

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11. 05. 2013
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