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Hassberge

"Wir dürfen nicht nachlassen, um für Mitmenschlichkeit zu werben"

"Vergessen wir die Vergangenheit?" Dazu referierte Themars Bürgermeister Hubert Böse beim diesjährigen Dekanatsempfang.



Dekan Jürgen Blechschmidt sowie die beiden Synodalpräsidenten Charlotte Seitz und Gerhard Koch konnten im Rahmen des Dekanatsempfangs i wieder eine ganze Reihe verdienter Persönlichkeiten für deren 25- bzw. 50-jähriges ehrenamtliches Wirken auszeichnen.Von links nach rechts: Synodalpräsident Gerhard Koch, Margarete Widmann, Thomas Link, Ulla Herold, Ute Köttler, Hiltrud Denninger, Armin Bogendörfer, Günter Denninger, Dekan Jürgen Blechschmidt, Eberhard Laesch, Waltraud Müller, Anneliese Scharpf, Synodalpräsidentin Charlotte Seitz, Elke Holzheid und Walter Schmidt. Foto:jf
Dekan Jürgen Blechschmidt sowie die beiden Synodalpräsidenten Charlotte Seitz und Gerhard Koch konnten im Rahmen des Dekanatsempfangs i wieder eine ganze Reihe verdienter Persönlichkeiten für deren 25- bzw. 50-jähriges ehrenamtliches Wirken auszeichnen.Von links nach rechts: Synodalpräsident Gerhard Koch, Margarete Widmann, Thomas Link, Ulla Herold, Ute Köttler, Hiltrud Denninger, Armin Bogendörfer, Günter Denninger, Dekan Jürgen Blechschmidt, Eberhard Laesch, Waltraud Müller, Anneliese Scharpf, Synodalpräsidentin Charlotte Seitz, Elke Holzheid und Walter Schmidt. Foto:jf   » zu den Bildern

Rügheim/Kreis Haßberge - Am Gedenktag der Reformation hatte das Evang.-Luth. Dekanat - wie schon seit Jahrzehnten üblich - zu einem Festabend eingeladen, bei dem auch wieder verdiente Mitarbeitende geehrt wurden. Musikalisch wurde der Gottesdienst umrahmt und ausgestaltet durch den Kleinen Bezirksposaunenchor unter der Leitung von Matthias Wolf und von Dekanatskantor Matthias Göttemann an der Orgel. Den liturgischen Teil übernahmen neben Dekan Jürgen Blechschmidt die beiden Synodalpräsidenten Charlotte Seitz und Gerhard Koch.

Hubert Böse, der Referent des Abends und Bürgermeister der Stadt Themar, stellte sein Referat unter den Titel "Vergessen wir die Vergangenheit?" Eine Frage, die gleichzeitig einen Weckruf beinhaltete. Zu Beginn seiner Ausführungen stand die provokative Frage: "Wie kommt man als südthüringische Kleinstadt dazu, in einer denkbar kurzen Zeit innerhalb weniger Wochen von einem wenig bekannten Ort zu einer im gesamten Bundesgebiet in Verruf geratenen Gemeinde aufzusteigen, und mit dem wohl unangenehmsten Makel befeuert zu werden, den man sich überhaupt vorstellen kann?" Böse erläuterte in seinen Ausführungen den politischen Wandel, wie er sich in der Bundesrepublik, aber auch und insbesondere in Thüringen vollzogen hat. Der Einzug der AfD in den Thüringer Landtag vor fünf Jahren ließ noch nicht ahnen, dass diese Partei sich, so Böse, "als Sammelbecken für rechtsgerichtete Strömungen entwickeln" würde. Durch unglückliche Zufälle oder bewusste Steuerungen gelang es den Rechtsradikalen, "Konzerte" oder "Liederabende" abzuhalten, die allesamt dazu dienten, "ein heterogen auftretendes Klientel zusammenzuführen und an sich zu binden". Die Bürger Themars verfolgten die Entwicklung mit großer Sorge, bewiesen aber auch Mut und Durchhaltevermögen, als es darum ging, Engagement zu zeigen. Abschließend stellte Hubert Böse die Frage in den Raum, ob sich ein "Niemals wieder!" zu einem "Wieder möglich!" wandeln wird.

Die Ausführungen Hubert Böses ergänzte Thomas Jakob, Ansprechpartner vom Aktionsbündnis "Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra", der schon seit Jahren mit an der Spitze dieser Gegenbewegung steht. Dieses Bündnis wurde vor zwei Monaten mit dem Julius-Rumpf-Preis ausgezeichnet und damit für sein demokratisches zivilgesellschaftliches Engagement entsprechend gewürdigt.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Gäste im Martin-Luther-Haus, um Grußworte zu hören und der Ehrung verdienter Mitarbeitenden beizuwohnen. Eingangs hieß Dekan Blechschmidt wieder alle anwesenden Vertreter aus Politik, Schule, Gesellschaft, Diakonie und Kirche willkommen. Sein besonderer Gruß galt den treuen Gästen Staatssekretär a. D. Albert Meyer und Landrat a. D. Rudolf Handwerker sowie den beiden Landessynodalen Traudi Wießler und Robert Glenk. Landrat Wilhelm Schneider und Bürgermeister Wolfgang Borst nahmen das Referat zum Anlass ihrer Ausführungen. Sie bedauerten einmütig, dass sich in unserer Gesellschaft fremdenfeindliche und rechtsextremistische Einstellungen nach wie vor verbreiten. "Wir dürfen nicht nachlassen, um für Mitmenschlichkeit und Toleranz zu werben, und uns gleichzeitig gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit zu stellen", so ihre einhellige Meinung. Von der katholischen Seite bezog Dekanatsratsvorsitzende Klaudia Schwarz die Frage nach dem Vergessen in ihr Grußwort ein.

Im Mittelpunkt des Dekanatsempfangs stehen traditionell die Ehrungen verdienter und langjähriger Mitarbeiter. Zwölf Personen standen zur Ehrung an, welche die jeweilige Urkunde sowie eine Tontafel mit dem Segenswunsch des Dekanats und dem Siegel des Lammes erhielten.

Ein Vierteljahrhundert im Kirchenvorstand tätig sind Armin Bogendörfer (Rentweinsdorf), Günter Denninger (Rügheim), Ulla Herold (Ermershausen), Thomas Link (Rügheim), Ute Köttler (Hofheim-Lendershausen) und Anneliese Scharpf (Ebern). Waltraud Müller und Hiltrud Denninger sind in ihren Kirchengemeinden Ebern bzw. Rügheim seit 25 Jahren im Leitungsteam des Seniorenkreises tätig, Walter Schmidt übt in der Kirchengemeinde Hofheim-Lendershausen genauso lange die Hausmeistertätigkeit aus; Elke Holzheid ist ebenfalls seit 25 Jahren als Organistin in Ditterswind und Ueschersdorf eingesetzt, und Margarete Widmann wurde für den gleichen Zeitraum als Notopfersammlerin ausgezeichnet. Als "Dienstältesten" bezeichnete Dekan Blechschmidt den Leselektor Eberhard Laesch, der diesen Dienst seit nunmehr 50 (!) Jahren ausübt.

Autor

Jens Fertinger
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Veröffentlicht am:
03. 11. 2019
16:04 Uhr

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Jens Fertinger

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Veröffentlicht am:
03. 11. 2019
16:04 Uhr



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