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Hassberge

Zweiter Anlauf zum Bürgerbegehren

Die Bürgerinitiative Eyrichshof startet einen neuen Versuch. Am Donnerstag wurde die neuerliche Unterschriftenliste an zweiten Bürgermeister Harald Pascher übergeben.



Zweiter Bürgermeister Harald Pascher (rechts) nahm die neuerliche Unterschriftenliste der BI Eyrichshof für ein Bürgerbegehren entgegen. Mit auf dem Foto Vertreter der BI (von links): Hans-Peter Fuchs, Adalbert Holzberg, Angelika Joachim und Kerstin Fertsch-Angermüller. Foto: Helmut Will
Zweiter Bürgermeister Harald Pascher (rechts) nahm die neuerliche Unterschriftenliste der BI Eyrichshof für ein Bürgerbegehren entgegen. Mit auf dem Foto Vertreter der BI (von links): Hans-Peter Fuchs, Adalbert Holzberg, Angelika Joachim und Kerstin Fertsch-Angermüller. Foto: Helmut Will  

Ebern - Bereits am 15. Oktober 2019 hatte die Bürgerinitiative (BI) Eyrichshof, die gegen das geplante Hochregallager der Firma Uniwell in Eyrichshof Front macht, eine Unterschriftenliste mit 754 Unterschriften mit dem Ziel, ein Bürgerbegehren zu erreichen, bei der Stadt Ebern abgegeben. Das wurde jedoch von der Verwaltung der Stadt Ebern wegen mehrerer Formfehler abgelehnt.

Jetzt startete die BI einen zweiten Anlauf. Hans-Peter Fuchs, Angelika Joachim, Adalbert Holzberg und Kerstin Fertsch-Angermüller, übergaben am Donnerstag erneut eine Unterschriftenliste mit 760 Unterschriften an zweiten Bürgermeister Harald Pascher (FDP) und Petra Mytzka, Leiterin Öffentliche Sicherheit und Ordnung bei der VG Ebern. Auch ein Kameramann des Bayerischen Rundfunks aus Würzburg war bei dieser Übergabe dabei. Hans-Peter Fuchs freute sich, dass es innerhalb von 16 Tagen gelungen sei, 760 Unterschriften zu erlangen, um ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen. Angelika Joachim erläuterte, dass gerade die direkt und unmittelbar betroffenen Bürgerinnen zahlenmäßig einen hohen Anteil in der Unterschriftenliste hätten. "Die Stadt Ebern soll das bitte akzeptieren und ich hoffe, dass es nun zu einem Bürgerbegehren kommt. Das sollte auf den Weg gebracht werden", sagte sie. Sie forderte weiter, dass der Stadtrat über den Bauantrag erst entscheiden möge, wenn über das Bürgerbegehren entschieden ist.

Zweiter Bürgermeister Harald Pascher sagte, dass er die Unterschriften gerne entgegennehme und diese an Bürgermeister Jürgen Hennemann weitergeben werde. Hennemann hatte einen Termin auswärts und konnte bei der Übergabe deshalb nicht dabei sein. Pascher: "Meine persönliche Meinung ist, dass man ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen sollte, wenn mit den nun vorliegenden Unterschriften und der Form des Antrages alles in Ordnung ist."

Adalbert Holzberg stellte eine Forderung an Petra Mytzka: "Wenn mit Unterschriften was nicht passen sollte, möchten wir das wissen und es auch nachprüfen können", sagte er. Der Stadtrat und die Gremiumsmitglieder, die Verständnis für ein Bürgerbegehren zeigten, könnten nun beweisen, dass sie es auch ernst meinten und nach dem erneuten Anlauf der BI für das Bürgerbegehren stimmen. Die Bürger in Eyrichshof sollten nicht einfach so übergangen werden. Holzberg: "Wir sind nicht gegen Arbeitsplätze, aber für waches Entgegentreten gegen menschlichen Unsinn."

Dass der Bauantrag der Firma Uniwell nun schon bei der Sitzung des Bauausschusses am 11. November auf der Tagesordnung steht, bezeichnete Holzberg als "Strategie von Bürgermeister Jürgen Hennemann." Er wolle offensichtlich mit der Beratung des Bauantrages der Entscheidung über ein Bürgerbegehren zuvorkommen. Dazu ergänzte Angelika Joachim, dass das geplante Hochregallager nur eine Frage der Dimension sei. Sie kritisierte, dass die Informationen, beispielsweise auch wegen des zu erwartenden höheren Verkehrsaufkommen sehr "dünn" waren.

Auch betonte sie, dass die vorgelegte Skizze das Hochregallager eine Skizze "nach Informationslage" wäre und keinen Anspruch auf tatsächliche Gegebenheiten erhebe. "Dazu wissen wir noch zu wenig", sagte Joachim.

Zweiter Bürgermeister Harald Pascher tat seine persönliche Meinung kund: "Ich bin nach wie vor für das Hochregallager, wenn nicht dort wo dann", sagte er. Er signalisierte, dass es ihm am liebsten wäre, wenn es nach dem Bürgerbegehren zu einem Bürgerentscheid kommen würde. Die Vertreter der BI bedankten sich bei Pascher, dass er die Unterschriftenliste entgegennahm und auch "für seine offenen Worte".

Der Inhalt der neuerlichen Unterschriftenaktion lautet: "Sind sie dafür, dass die Stadt Ebern sämtliche rechtlich zulässigen Maßnahmen ergreift, um sicherzustellen, dass im Gewerbegebiet Eyrichshof keine bauliche Anlage errichtet wird, welche die bisher im Bebauungsplan Gewerbegebiet Eyrichshof festgesetzte Höhe von zehn Meter überschreitet."

In der Begründung dazu werden vier Punkte angeführt: 1. erhebliche Beeinträchtigungen des Orts- und Landschaftsbildes, 2. mehr Verkehr und mehr Lärm, 3. Wertminderung von Grundstücken im Einwirkungsbereich des Hochregallagers und 4. Beeinträchtigung des fränkischen Wahrzeichens Schloss Eyrichshof.

Wie Adalbert Holzberg auf Nachfrage darlegte, hätte die Bürgerinitiative einem Architektenbüro den Auftrag erteilt, ein "glaubwürdiges Foto" zu erstellen. Das Architektenbüro hätte sich deshalb auch schon mit Josef Müller von der Stadt Ebern in Verbindung gesetzt, um mit vorhandenen Fakten das "Glaubwürdigkeits-Bild" zu erstellen.

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Helmut Will
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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
15:50 Uhr

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Helmut Will

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
15:50 Uhr



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