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Kronach

98 Prozent für Ralf Pohl

Die Kreis-SPD hat einen alten neuen Vorsitzenden. Bei der Kreiskonferenz geht es um künftige Schwerpunkte - aber auch um die CSU.



Ralf Pohl (Dritter von rechts) ist für weitere zwei Jahre SPD-Kreisvorsitzender. Das Bild zeigt ihn zusammen mit (von links) Ralf Völkl, Jörg Neubauer, Diana Stein, Timo Ehrhardt, Peter Grüdl und Heidi Hansen. Foto: Bianca Hennings  

Hummendorf - 74 Genossen hat die Kreis-SPD in den vergangenen zwei Jahren verloren. Die Mitgliederzahl sank von 1084 auf nunmehr 1010. Das berichtete Kreisvorsitzender Ralf Pohl am Samstag bei der SPD-Kreiskonferenz im Gasthaus Göppner in Hummendorf. Die hohe rückläufige Zahl resultiere zum einen aus vielen Todesfällen. Zum anderen habe man 2018 viele Austritte zu verzeichnen gehabt im Zuge der Diskussion um die Große Koalition in Berlin.

Geringer Frauenanteil

Für die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) berichtete Christa Steiger. Der Frauenanteil der Kreis-SPD liege mit 278 Frauen bei 27,7 Prozent. Man habe zwei Bürgermeisterinnen, eine 2. Bürgermeisterin, zwei Kreisrätinnen, 13 Gemeinde- oder Stadträtinnen in zehn Kommunen und sechs Ortsvereinsvorsitzende von insgesamt 41 Ortsvereinen. Die neue ASF-Vorsitzende ist Diana Stein.


Anträge

Folgenden Anträgen wurde zugestimmt:

Der SPD-Ortsverein Gundelsdorf beauftragt die Kreistagsfraktion, sich dafür einzusetzen, bei Einführung des Mobilitätskonzepts folgenden Personen die Nutzung ermäßigt oder kostenfrei zu ermöglichen: Rentnern, Schülern, Auszubildenden, Studierenden, Leistungsempfängern und Menschen mit Behinderung.

Der SPD-Gemeindeverband Küps wendet sich in Sachen B173 Zettlitz bis Johannisthal an die SPD-Bundestagsfraktion, die -Landtagsfraktion und die -Kreistagsfraktion. Es soll hier für eine durchgängige Planung gesorgt werden. Die Ortsdurchfahrt Küps/Oberlangenstadt darf nicht als unbeplantes Reststück verbleiben. Es wird eine Tunnel-/Troglösung (wie vom Marktgemeinderat gefordert) favorisiert. Die Diskussion über Einzelmaßnahmen, die nicht Teil eines Gesamtkonzepts sind, sind nicht zielführend.

Der SPD-Ortsverein Theisenort richtet sich an die Kreistagsfraktion:

Der Landkreis Kronach soll durch

die naturnahe Gestaltung vor allem seiner Grünflächen einen wichtigen Beitrag gegen das Insektensterben leisten.

Der SPD-Ortsverein Theisenort wendet sich an die Kreistagsfraktion: Der Landkreis Kronach soll sich bei der bayerischen Staatsregierung um die Ansiedlung einer Landesbehörde bewerben.


Inhaltlich habe der Kreisverband in den vergangenen zwei Jahren auf folgende Schwerpunkte gesetzt: Mobilitätskonzept des Landkreises, Nationalpark Frankenwald, Realschule Pressig, Bundesverkehrswegeplan, Positionspapiere der SPD auf Bundesebene und Mitgliederbefragung um den Vorsitz der SPD in Bayern. Außerdem habe man einzelne Kommunen aufgesucht. Diese Besuche werde man gerade im Vorfeld der Kommunalwahl 2020 fortsetzen.

Bei der Bundestagswahl 2017 habe die SPD-Kandidatin Doris Aschenbrenner für den Wahlkreis Coburg-Kronach nicht ins Parlament einziehen können. Auch er, Pohl, selbst habe bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr das Ticket für den Stimmkreis Kronach-Lichtenfels ins Maximilianeum verpasst. Doch nicht nur er, auch die Bundes-SPD habe eine schwere Niederlage eingefahren. Laut einer Umfrage fehle der Partei ein zentrales Thema, mit dem man Menschen begeistern kann. Außerdem wisse man nicht, wofür die SPD steht. "Wir haben also ein Glaubwürdigkeitsproblem und man traut uns weniger zu im Bereich soziale Gerechtigkeit", fasste Ralf Pohl das Umfrage-Ergebnis zusammen. Auch vor Ort im Stimmkreis habe man sicher Fehler gemacht. "Wir hätten nicht so stark auf das Thema Wohnen setzen dürfen", meinte er.

Der Austritt des Marktrodacher Bürgermeisters Norbert Gräbner aus der SPD sei für alle überraschend gewesen. "Meines Erachtens war das übereilt und für mich nicht nachvollziehbar", erklärte Pohl. Die beiden Ortsvereine Ober- und Unterrodach seien nun gefordert, gemeinsam eine gute Lösung herbeizuführen. Pohl: "Wir werden auf jeden Fall mit einem SPD-Bürgermeisterkandidaten in Marktrodach antreten."

Der Kreisvorstand arbeite intensiv mit der Kreistagsfraktion zusammen. Er ging auf verschiedene Themen ein, die von der SPD im Landkreis verfolgt würden. Nachdem es Verbesserungen für den Freizeitsee in Windheim geben wird, wolle man auch einen Freizeitsee im Süden des Landkreises nicht außer Acht lassen. "Gibt es Möglichkeiten dafür?" - diese Frage müsse geklärt werden. Zur Hochschulregion Kronach meinte Pohl: "Seit wie vielen Jahren fordern wir eine Hochschuleinrichtung im Landkreis Kronach? Wir sind natürlich dafür, dass so eine Einrichtung kommt. Aber was da kommt, muss Hand und Fuß haben." Auch der demografische Wandel treibe ihn um. Statistiker würden voraussagen, dass der Landkreis bis 2037 einen Rückgang der Bevölkerung um 14 Prozent zu verzeichnen habe. "Wir müssen den Landkreis attraktiver gestalten, damit das nicht so kommt. Und zwar nicht durch Ankündigungen, sondern durch Lösungen", betonte er mit Blick auf die CSU. Als Beispiel nannte er hier die Ortsdurchfahrt Küps. Vor der Landtagswahl im Oktober 2018 sei eine Tieferlegung der Straße plus Holländer-Rampen ins Gespräch gebracht worden. Doch kurz vor der Wahl habe das Bundesverkehrsministerium den CSU-Abgeordneten mitgeteilt, dass diese Lösung nicht kommen werde. "Wir haben davon erst nach der Wahl erfahren. Wir müssen hier aber dringend vorankommen", sagte er.

Pohl stellte die Arbeitsschwerpunkte der Zukunft vor. Man müsse alles tun, um das Kreis-Büro in Kronach zu halten, was finanziell nicht einfach sein werde. Auch die Kommunalwahl werde die Genossen fordern. Es gelte, gute Listen für die Gemeinde- und Stadträte sowie für den Kreistag aufzustellen. Außerdem müsse man schon jetzt Kandidaten für die Bundestagswahl 2021 und für die Landtags- und Bezirkstagswahl 2023 suchen.

Stellvertretender Kreisvorsitzender Ralf Völkl ging auf die im Zuge des Austritts von Norbert Gräbner laut gewordene Kritik am Führungsstil von Ralf Pohl ein: "Er führt mit Transparenz, Offenheit und ist kollegial." Er suche den Kontakt zu den Mitgliedern und nehme deren Meinungen auf. Pohl stehe für konstruktive Sachpolitik. Deshalb sei er der Richtige für den Kreisvorsitz.

Ralf Pohl wurde im Anschluss mit 51 von 52 Stimmen zum Kreisvorsitzenden gewählt (eine Enthaltung). Seine Stellvertreter sind: Ralf Völkl (49), Timo Ehrhardt (48), Diana Stein (46) und Heidi Hansen (44). Neuer Schatzmeister wurde Peter Grüdl, Schriftführer ist Thilo Moosmann (Stellvertreter Thomas Friedlein), Pressereferent wurde Ralf Völkl (Stellvertreter Thilo Moosmann), Internetkoordinator ist Mario Ziener.

Autor

Bianca Hennings
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Veröffentlicht am:
31. 03. 2019
21:08 Uhr

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Bianca Hennings

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31. 03. 2019
21:08 Uhr



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