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Kronach

Am Ende fällt die Bilanz positiv aus

Es war wohl auch für Rathauschef Wolfgang Beiergrößlein ein ganz besonderer Termin: In der Kernstadt war es für ihn die letzte Bürgerversammlung.



Kronach - Das Parkplatzproblem, die Verkehrssicherheit und Stadtplanung sind die Themen, die den Kronachern vor allem unter den Nägel brennen. Dies wurde bei der jüngsten Bürgerversammlung in der Aula der Lucas-Cranach-Grundschule deutlich. Bevor aber einige Bürger ihre Anliegen und Anregungen vorbrachten, blickte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein noch einmal zurück. Und zwar auf seine zwölf Jahre als 3. und weitere zwölf Jahre als 1. Bürgermeister der Stadt. Da Beiergrößlein bei den nächsten Wahlen im Frühjahr nicht mehr kandidieren wird, war es somit für ihn seine letzte Bürgerversammlung im Stadtkern.

In seinen zwölf Jahren Amtszeit als Bürgermeister habe man circa 70 Millionen Euro investiert, bilanzierte er. Dafür habe es rund 17,7 Millionen Euro an Zuschüssen vom Freistaat Bayern gegeben. Mit Stolz verwies er darauf, dass man die Schulden von 63 Millionen Euro (Höchststand 2005) auf voraussichtlich 20,2 Millionen Ende 2019 abbauen konnte. Nach zweijähriger Pause werde man 2019 erstmals wieder eine Stabilisierungshilfe des Freistaates von rund eine Million Euro erwarten können. Der Rathauschef betont aber ausdrücklich, dass dieses ein Erfolg sei, den sich der gesamte Stadtrat auf die Fahnen schreiben dürfe.

Er kam aber auch auf den Investitionsstau im Bereich Straßensanierungen zu sprechen. Die vor einiger Zeit erfolgte Abschaffung der Straßenausbaubeiträge spiele zukünftigen Entscheidungen des Stadtrates in die Hände, denn nunmehr müsse man nicht mehr die Anlieger mit hohen Gebühren bei solchen Maßnahmen beteiligen und belasten.

Beiergrößlein betonte, die Sicherheit der Bürger habe ihm stets besonders am Herzen gelegen. Er erinnerte an den Bau des Feuerwehrzentrums mit angeschlossener Atemschutzübungsanlage. Allein in das Feuerwehrzentrum habe man rund 6,5 Millionen Euro investiert, mit einem Eigenanteil der Stadt von 5,2 Millionen Euro. Für die 13 Feuerwehren im Stadtgebiet seien allein für neue Schutzkleidung rund 350 000 Euro ausgegeben worden.

Auch im Bereich Tourismus sei ein Aufschwung zu verzeichnen. Besondere Akzente erwarte man vom Jufa-Hotel auf der Festung Rosenberg und dem modernisierten Zeughaussaal. Die komplett neu ausgebaute Festungsstraße, die Schaffung weiterer Parkplätze und eines barrierefreien Zugangs würden für steigende Besucherzahlen sorgen und damit auch für auch mehr Einnahmen. Auch der Rewe-Markt mit Erschließung von der B 173 aus und der Anlage eines Geh- und Radweges seien positive Beispiele der Belebung, wozu natürlich auch der Bau einer Finanzhochschule beitragen werde.

Weil es schwer sei, in der Innenstadt Wohnraum zu schaffen, habe man sich entschlossen, in Vogtendorf ein Baugebiet für 19 Einheiten zu erschließen. Daneben unterstütze die Stadt auch Investoren zur Umsetzung von Projekten wie in der Mittelstraße oder dem Zollbühlweg. Zur Verbesserung der Kinderbetreuung würden in Gehülz und Gundelsdorf zwei Kindergärten saniert, der Kindergarten in der Rosenbergstraße energetisch saniert und in der Seelmannstraße komplett neu gebaut. Mit dem Neubau eines multifunktionalen Gebäudes in Dörfles mit Kindergarten und der Sanierung des Kindergartens in Neuses seien weitere Eckpfeiler geplant. Zudem werde der Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter" für rund 240 000 Euro saniert.

"Auch für Senioren wurde und wird viel getan", betonte der Bürgermeister und führte als Beispiele das neue Seniorenhaus des Diakonischen Werks, Gedanken zur Nutzung des Bürgerspitals und den barrierefreien Zugang zum Tourismusbüro im Rathaus an. Mobilitätsverbesserungen werden vom Nahverkehrskonzept erwartet. Über Förderung durch das Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) habe man in die energetische Sanierung des Rathauses vorantreiben und die Generalsanierung und Digitalisierung der Gottfried-Neukam-Mittelschule beginnen können.

Mit Emil Wunder meldete sich ein Rollstuhlfahrer und Senior der Stadt als erster zu Wort. Er bemängelte, dass die Bahnhofstoiletten nicht von innen verschließbar seien, die Toilettenanlage in der Kühnlenzpassage habe Mängel und die Toilette am Kaulanger sei nicht für alle Bürger benutzbar. Die Holzhackschnitzel vor der Rosenbergalm seien zudem für Rollstuhlfahrer schlecht befahrbar. Silke Wolf-Mertensmeyer regte an, in Höhe des BRK-Seniorenhauses eine Querungshilfe für Senioren anzulegen und beantragte eine Ampelanlage in Höhe der Fußgängerampel in Dörfles für die Ausfahrt von Fahrzeugen in Staatsstraße, die teilweise von 15 000 Fahrzeugen frequentiert wird. Heinrich Zeuß sprach von dringenden Sanierungsbedarf der Straße "Flügelbahnhof", worauf der Bürgermeister ergänzte, dass auch die Kriegsopfersiedlungsstraße ein Sanierungsfall sei. Hauptamtsleiter Stefan Wicklein erklärte dazu, dass man viele innerstädtische Straßensanierungen zurückgehalten habe wegen der bis vor Kurzem bestandenen Straßenausbaubeitragssatzung.

Melanie Bauersachs ging auf die Parkplatzprobleme ein und nannte als einen Grund, warum das Parkdeck wenig genutzt werde, die viel zu engen Auffahrten und Parkflächen. Christoph Müller fragte nach, ob für ein geplantes Fastfood-Restaurant schon ein Standort favorisierte werde und ob es eine Innenstadtplanung über die Gestaltung für Geschäfte gibt. Stefan Wicklein nannte das Konzept "Soziale Stadt in Bayern" als Grundlage für städtebauliche Planungen. Der Bürgermeister informierte, dass für das Fastfood-Restaurant Gleiches gelte wie für jeden anderen Bauantrag auch. Man werde den Antrag nach baurechtlichen Kriterien eingehend prüfen. Letztendlich werde der Stadtrat dann entschieden.

Autor

Karl-Heinz Hofmann
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
13:24 Uhr

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Karl-Heinz Hofmann

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
13:24 Uhr



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