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Kronach

Auf dem Weg zum Schmuckstück

In Teuschnitz wird eifrig gebuddelt. Im Stadtkern stieß man dabei auf Reste des alten Schlosses. Auch Tonscherben wurden gefunden. Gerüchte, sie seien von großem Wert, bestätigten sich aber nicht.



Ende August starteten die Baumaßnahmen für den Bauabschnitt "Stadtmitte" rund um den Teuschnitzer Stadtkern. Foto: Heike Schülein  

Teuschnitz - Der Bauabschnitt I "Spielplatz/Festplatz/Kulturwiese" in Teuschnitz ist bereits fertig; am Bauabschnitt II "Stadtmitte" mit Schlossgarten und Rathausvorplatz haben die Arbeiten begonnen. Bei der Stadtrat-Sitzung am Montagabend informierte Architekt Marcus Hamberger über den aktuellen Sachstand.

Kanalsanierungen

Beschlossen wurde die dringend notwendige Sanierung des schadhaften Kanalschachts in Wickendorf, Bereich Kronenweg-Brücke. Den Zuschlag erhielt die Firma Swietelsky-Faber aus Schlierschied zum Angebotspreis von rund 4800 Euro, die als einzige ein Angebot abgegeben hatte. 2020 stehen weitere Sanierungen an, die in den Haushalt mit aufgenommen werden. Das Gremium beschloss die Bilanzen 2017 und 2018 des Wasserwerks mit einem Gewinn von rund 45 600 Euro beziehungsweise rund 77 000 Euro. Die Gewinne ergeben sich aufgrund getätigter Sondertilgungen.


Ende August starteten die Baumaßnahmen für den Bauabschnitt Stadtmitte rund um den Teuschnitzer Stadtkern. Begleitet werden die Arbeiten von Archäologen aus Bamberg, die hier historische Überbleibsel vom alten Schloss, der früheren Kirche und dem einstigen Friedhof vermutet hatten.

"Das Areal vom Markplatz bis Torhaus und Gefallenen-Denkmal soll eine durchgehende Gestaltung erhalten", erläuterte Marcus Hamberger vom Landschaftsarchitekturbüro freiraumpioniere aus Weimar. Einbezogen in die Planung ist auch der 60 Meter lange Durchgang am Friedhof für eine Verbindung von Marktplatz, Spielplatz, Festwiese und Arnika Akademie. Aufgrund der Auflage vom Landesamt für Denkmalpflege, die Arbeiten archäologisch begleiten zu lassen, habe sich der Ablauf etwas verzögert. Nach bayernweiter Ausschreibung wurde das auf archäologische Ausgrabungen spezialisierte Bamberger Unternehmen ITV beauftragt, das die Areale rund um Schlossplatz, Marktplatz und Durchgang Friedhof untersuchte und die Erdarbeiten regelmäßig kontrolliert. Mit den Bauarbeiten wurde, wie beim ersten Bauabschnitt, Reso GaLa Bau aus Stadtsteinach beauftragt.

Gestartet wurde der BA II mit Baumfällarbeiten. Leider musste man aufgrund langfristiger Perspektive einige Bäume herausnehmen. Auch die erhaltenen - vitalsten und wuchsstärksten - Bäume seien in der Vergangenheit "arg gebeutelt" worden."Wir mussten eingreifen", betonte er. Für die Erdarbeiten wurden die Rasennarbe abgezogen und vorhandene Büsche gerodet. "Jetzt ist alles viel offener und es kommen Dinge zum Vorschein, die man seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat", freute er sich. Aufgrund des schlecht tragfähigen Untergrunds habe man Geogitter eingesetzt. Auf der befestigten Fläche werden später die neuen Bäume stehen.

"ITV fand bei seinen Untersuchungen zwei Turmsockel beziehungsweise -fundamente des alten Schlosses aus der Zeit um 1500", informierte der Planer. Diese Fundamente stehen wiederum auf älteren, wohl mit Stadtgründung um das Jahr 1300 entstandenen Fundamenten. In Mauerstümpfen fand man Auffüllungen mit Materialien aus dem 17. Jahrhundert. Diese ließen etwa auf das 1640 schließen. Vermutlich wurde im Dreißigjährigen Krieg die Stadt geplündert und das Schloss teilweise zerstört, sodass Aufschüttungen stattfanden. Bei den gefundenen Tonscherben handelt es sich aus archäologischer Sicht um einen "Allerwelts"-Fund" Die Scherben werden derzeit von Archäologen untersucht, dokumentarisch festgehalten und gehen später an die Stadt zurück. Da es sich dabei um keine Besonderheit handelt, erachte man es nicht als sinnvoll, die Fragmente nach oben aufbauend sichtbar zu machen. Man könnte aber beispielsweise Teilfragmente von Turmstummeln durch einen etwas anderen Pflasterbeleg andeuten.

Der ehemalige Rathausparkplatz wurde aufgelöst zugunsten einer Vergrößerung des Schlossgartens. An der Kirchstraße wird eine Stellplatzreihe errichtet. Die übrig gewordenen Pflastersteine vom Markplatz werden dabei wieder verwendet. Start wird in zwei, drei Wochen sein, sodass die neuen Stellplätze Mitte November nutzbar sein werden. Deutliche Veränderungen auf der Baustelle werde man in etwa einem Monat sehen. Für heuer vorgesehen sind noch die Anpflanzung der vier Bäume auf der Schlossterrasse sowie der Einbau der Zisternen für das Wasserspiel.

Mit der Fertigstellung des Bauabschnitts II rechnet man aufgrund des verzögerten Baubeginns im August 2020. Vorgesehen ist in der Bauphase 1 - August bis Dezember - die Baustelleneinrichtung, der Pflasterausbau, die Schaffung der Parkplätze in der Kirchstraße, der Leitungstiefbau, die Oberflächengestaltung am Markplatz auf der Ostseite und bei der Schlossterrasse sowie die Wegearbeiten und Baumpflanzungen im Schlossgarten. Bauphase 2 - März bis April 2020 - beinhaltet den Durchgang zum Friedhof; Bauphase 3 - Mai bis Juni 2020 - den Kirchenvorplatz, die Seiteneingänge der Kirche und das Gefallenen-Denkmal. Den Abschluss bildet Bauphase 4 - Juli bis August 2020 - mit dem Marktplatz auf der Westseite, Ausstattungsgegenständen, Flächenbepflanzungen und Restarbeiten

Die Löschwasserversorgung wurde - auf Rückfrage von Markus Wachter (CSU/FWG) - mit der Feuerwehr vor Ort abgestimmt. Michael Hebentanz (FW) wollte wissen, ob man sich schon Gedanken über eine Aufbereitung der Fundstücke gemacht habe. "Die Stadt kann damit machen, was sie möchte", antwortete Hamberger. Vorstellbar wäre eine kleine Vitrinen-Ausstellung im Rathaus. Hedwig Schnappauf (FL) fragte, warum die zunächst in den Plänen beinhalte vordere Baumreihe gefällt werden musste. Hauptausschlaggebender Grund war, so Hamberger, die gutachterliche Einstufung der Bäume als nur "bedingt erhaltenswert". Die Bäume hatten Schäden im Wurzelbereich und Stammrisse. Insgesamt werden acht neue Bäume gepflanzt: vier in der Baumreihe; zudem jeweils zwei weitere vor der Kirche und am Gefallenen-Denkmal.

Harald Martin (CSU/FWG) erkundigte sich, ob man für das Wasserspiel Regenwasser mit verwenden könne. Dies verneinte Hamberger, da dadurch Schmutzeinlagerungen in die Zisterne gerieten und hohe Wartungskosten aufträten.

Hinsichtlich einer möglichen Andeutung der Turmstummeln durch anderen Pflasterbeleg wird er eine Detailzeichnung anfertigen, sodass darüber in der nächsten Stadtrat-Sitzung entschieden werden kann. Mario Stingl (SPD) monierte die überfällige Errichtung des Vorfahrtsschilds im Steinbacher Weg. Dies obliegt dem Landratsamt. In der Reichenbacher Straße sollen aufgrund "durchrauschender" Fahrzeuge verstärkte Polizeikontrollen stattfinden und eventuell eine Smiley-Geschwindigkeitsanzeigetafel aufgestellt werden. Die Bushaltestelle Wickendorf wurde von Eltern saubergemacht.

Markus Wachter (CSU/FWG) bat um Aufstellen einer größeren Sitzbank und Wiedereinsetzen des Glasfensters. Beidem wird man nachkommen.

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Heike Schülein
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Veröffentlicht am:
15. 10. 2019
12:54 Uhr

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Autor

Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
15. 10. 2019
12:54 Uhr



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