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Kronach

Bau-Offensive in Marktrodach

Gleich zwei Großprojekte werden im Gemeinderat behandelt. So darf das Flößermuseum ebenso auf eine Erweiterung hoffen wie das Pfarrhaus in Seibelsdorf.



Das Pfarrhaus in Seibelsdorf soll im Rahmen des Förderprogramms Nordostbayern-Offensive (NOB) saniert werden. Foto: Regine Bellazrak  

Marktrodach - Die Verwaltung hatte gut daran getan, die jüngste Marktrodacher Gemeinderatssitzung in die Rodachtalhalle zu verlegen. Rund 80 interessierte Bürger verfolgten aufmerksam den Sitzungsverlauf. Es ging unter anderem um die Machbarkeitsstudie für das gemeindliche Anwesen Friedhofstraße 3 mit Umgriff Schallersgarten in Unterrodach sowie ein mögliches Nutzungskonzept für das ehemalige Pfarrhaus in Seibelsdorf.

Ja zur Mobilität

Hinsichtlich der Integration von freigestellten Schülerverkehren und öffentlichem Personennahverkehr wurde vom Markt ein Grundsatzbeschluss gefasst. Im Landkreis wird derzeit ein umfassendes Mobilitätskonzept entwickelt. Neben Teuschnitz, Wilhelmsthal, Weißenbrunn, Küps, Stockheim, Ludwigsstadt und Tettau, die bereits grünes Licht gegeben haben, soll sich auch Marktrodach entscheiden, ob es sich an dem Modellprojekt anschließt. Nach ausführlichen Erläuterungen durch den Bürgermeister wurde der Beschluss gefasst, gemeinsam mit dem Landkreis Kronach ab dem Schuljahr 2020/2021 ein Modellprojekt zur Optimierung des Schülerverkehrs einzuführen.

 

Für das Gebäude Friedhofsstraße 3 mit Schallersgarten stellte Architekt Kersten Schöttner eine Studie mit drei Varianten vor. Auf dem Anwesen stehen zwei Gebäude, das Haus Friedhofstraße 3 und eine Scheune. Das Anwesen sei zweieinhalbgeschossig und baufällig, auch die dreigeschossige Scheune weise zahlreiche Schäden auf. Direkt daneben steht das Flößermuseum, es sollte deshalb eine Einheit gebildet werden. Im Museum bestehe Platzbedarf, es werden eine Verkaufsmöglichkeit und ein Aufenthaltsraum gewünscht. Der Dachstuhl des Hauses sei unbrauchbar, es sei baufällig, im Mauerwerk gebe es Rissbildungen und aufsteigende Feuchtigkeit sowie Wassereinbrüche. Es wäre schwierig, das Haus instand zu setzen und zu sanieren, es würde teurer kommen als ein Ersatzneubau. Auch die Scheune weise Schäden durch Wassereinbruch auf, das Dach habe sich schon geneigt und es gebe Folgeschäden bei tragenden Teilen, so Schöttner.

 

Die drei Möglichkeiten beinhalten sowohl die Sanierung der beiden Gebäude als auch Abbruch und Ersatzneubau in verschiedenen Varianten. Es wurden verschiedene Möglichkeiten untersucht, um das Areal zu gestalten. Auch eine Durchmischung der drei Varianten sei möglich. Wichtig sei die Schaffung eines Multifunktionsraumes für Feiern für etwa 60 bis 100 Personen.

Die Gesamtkosten würden sich bei Variante 1 (maximaler Erhalt) auf 1,27 Millionen Euro, für Variante 2 (Abbruch beider Gebäude und Neubau) auf 1,34 Millionen Euro und für Variante 3 (Neubau Scheune, Abbruch Haus) auf 1,1 Millionen Euro belaufen.

Zusammen mit der Regierung kam man überein, dass die Scheune im Rahmen der Förderkulisse saniert und zu einem beheizbaren Raum für Veranstaltungen umgebaut werden könnte. In einem untergeordneten Anbau sollen Toilettenanlage und Versorgungseinrichtungen wie Küche und Ausschank geschaffen werden. Das Haus Friedhofstraße 3 soll abgebrochen werden, ein Umbau der bisherigen Kellerräume in ein beheizbares Lager sei denkbar. Der Garten soll angelegt und von einem Fußweg zum Friedhof durchkreuzt werden. Bei der Anlegung des Gartens sei in Anlehnung an die Flößereigeschichte des Ortes und an das Flößermuseum beispielsweise ein Floß mit Hütte als Spielort für Kinder denkbar. Nach einigen Wortmeldungen stimmte das Ratsgremium dieser letzten Variante zu. Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, ein geeignetes Verfahren zur Findung eines Planungsbüros durchzuführen.

Auch das Pfarrhaus in Seibelsdorf soll im Rahmen des Förderprogramms Nordostbayern-Offensive (NOB) saniert werden. Das Projekt sei ebenfalls förderfähig, aber das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) müsse dazwischengeschaltet werden, so Gräbner. Mittlerweile fanden mehrere Termine mit dem ALE statt, bei denen die Förderkulisse abgeklärt wurde. Eine Förderung zu 90 Prozent wäre denkbar, wenn das Gebäude ausschließlich öffentlich genutzt würde. Eine Förderung zur Schaffung von Wohnraum durch das ALE ist nicht möglich. Bei einer Nutzung durch Vereine und Dorfgemeinschaft wäre das Haus aus Sicht der Gemeinde nicht vollständig ausgenutzt und man würde neuen Leerstand durch sanierten Leerstand ersetzen. Angedacht sei eine Zweiteilung durch öffentliche Nutzung im Erdgeschoss und Wohnraumschaffung im ersten Stock.

Nach Gesprächen mit ALE wäre es denkbar das Erdgeschoss und die Außenhülle des Hauses im Rahmen von NOB mit 90 Prozent zu fördern. Die als Wohnung genutzten Flächen wären herauszurechnen und über das Wohnraumförderprogramm umzubauen.

Architekt Kersten Schöttner stellte ein mögliches Nutzungskonzept vor. So könnten im Erdgeschoss Gemeinschaftsraum (65 Quadratmeter), Küche, Sanitäranlagen und Technikraum geschaffen werden, im ersten Obergeschoss zwei Wohnungen (53 und 93 Quadratmeter) sowie zwei Lagerräume für Vereine. Treppenhaus und Dachgeschoss als Kaltlager könnten gemeinsam genutzt werden. Die Marktgemeinde gab für das vorgestellt Konzept grünes Licht und beauftragte die Verwaltung, ein erfahrenes Planungsbüro im Bereich von Mehrfachfördermaßnahmen zu gewinnen. Nach Erstellung der Planungsunterlagen ist in öffentlicher Sitzung darüber zu berichten und endgültig darüber zu entscheiden.

Die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Baugebiet Am Steinbruch stand ebenfalls auf der Tagesordnung. Der Markt plant die Ausweisung eines Baugebietes im ehemaligen Steinbruchgelände in Oberrodach. In der Sitzung vom 2. Juli beschloss der Gemeinderat bereits, das frühere Steinbruch-Gelände als Baugelände umzuwidmen. Derzeit wurde das Baugebiet überplant und parzelliert. In der Sitzung vom 22. April wurde bereits die Änderung des damaligen Bebauungsplans Mühlbühl beschlossen. Ohne Gegenstimme wurde der Bebauungsplan Mühlbühl in seiner Fertigung vom 13. November 1985 aufgehoben und die Aufstellung des Bebauungsplans Am Steinbruch sowie die Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen.

Mit der Bestellung von zwei Feldgeschworenen für den Ortsteil Unterrodach wurde der letzte Sitzungspunkt abgearbeitet. Die nunmehr sechs Feldgeschworenen für Unterrodach sind Obmann Friedrich Wich-Glasen, stellvertretender Obmann Friedrich Wich, Hans-Ulrich Müller, Markus Christ, Jürgen Wich-Knoten (neu) und Jürgen Murmann (neu).

Autor

Regine Bellazrak
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Veröffentlicht am:
20. 11. 2018
16:42 Uhr

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Regine Bellazrak

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Veröffentlicht am:
20. 11. 2018
16:42 Uhr



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