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Kronach

Der Baum des Anstoßes

Das Kanalsystem in Tschirn macht Probleme. Doch das ist nicht die Ursache dafür, dass es diesmal im Gremium hoch her ging.



Genau so düster wie das Wetter war die Stimmung am Donnerstag im Tschirner Gemeinderat. Dieser Baum vor dem Anwesen des 2. Bürgermeisters Michael Hader sorgte für richtigen Wirbel in dem Gremium. Während an anderen Stellen in dieser Zeit schon mehrere Bäume gefällt wurde, gab Bürgermeister Peter Klinger hier nicht sein Jawort. Dennoch: Der Baum wird entfernt. Foto: Michael Wunder  

Tschirn - Die Gemeinde Tschirn will und muss ihr Fremdwasser im Kanal zurückfahren. Man hatte dazu Carsten Mikosch vom Büro "Ingenieure für Sanierung von Abwassersystemen" (ISAS) zur Gemeinderatssitzung eingeladen.

Aus dem Gemeinderat

Der Gemeinderat bestätigte den im Januar neu gewählten Kommandanten der Feuerwehr, Michael Schnappauf, sowie den wiedergewählten Franz Holzmann einstimmig.

Im Zuge einer dringlichen Entscheidung musste Bürgermeister Peter Klinger die Außeneinheit der Feuerwehrsirene ersetzen lassen. Die Materialkosten belaufen sich auf 3000 Euro zuzüglich der Montage.

Bürgermeister Peter KIinger informierte, dass die gemeindlichen Garagen am ehemaligen Milchhäuschen an Günter Böhnlein verkauft wurden.

Baubeginn der Ortsdurchfahrt (Nordhalbener und Teuschnitzer Straße)) ist am 16. April.


Mikosch betonte, dass 75 Prozent aller Kanalschäden bereits beim Bau erzeugt würden. Fremdwasser verursache hohe Kosten und dies schlage sich letztendlich auf die Abwassergebühr der Bürger nieder. Bereits kleine Schäden mit geringen Zulaufmengen summierten sich über die Zeit zu einer größeren Menge an dem nicht erwünschten Fremdwasser im Kanal. Nach Satzung sei die Gemeinde bis zur Grundstücksgrenze zuständig, ab dort ist der Grundstücksbesitzer verantwortlich. Bei den dichten Böden in ganz Oberfranken sei fast keine sichere Versickerung möglich, sagte er.

Der Hauptkanal müsse demnach in einem ersten Schritt inspiziert werden. Und dies müsse auch dokumentiert werden. Dies geschehe in der Regel durch einen regionalen Partner, so Mikosch. Erst dann werde das Planungsbüro tätig, unter Einbeziehung der Geologie werde dann nach der Ursache gesucht.

Gemeinderat Günter Böhnlein (CSU) bat um die Vorstellung von finanziell tragbaren Sanierungsmöglichkeiten. Es werde sicherlich nicht alles zu 100 Prozent abzudichten sein, aber viele Stellen könne man verschließen, betonte der Gast vom Planungsbüro. In der Regel sei die Inlinertechnik die kostengünstigste Sanierungsvariante, was aber immer im Einzelfall geprüft werden müsse. Geschäftsleiter Thomas Weber erinnerte, dass Tschirn als eine der ersten Gemeinden schon vor mehr als 20 Jahren eine aufwendige Kanalsanierung hatte durchführen lassen. Diese Maßnahme habe aber nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Bürgermeister Peter Klinger (CSU) sah ein großes Problem in den am Kanal angeschlossenen Drainagen. Der Experte betonte, dass alle zehn Jahre der Kanal überprüft werden müsse. Wenn man Schäden rechtzeitig erkenne, seien diese meist auch mit kostengünstigeren Maßnahmen zu beheben.

Deutlich sprach sich Günter Böhnlein für den Radweg zwischen Tschirn und Brennersgrün aus. Dies sei in der Bürgerversammlung angeregt worden und man sollte ihn mit Nachdruck verfolgen. Gegen die Funklöcher wurden zwischenzeitlich entsprechende Programme aufgelegt. Man zeigte sich deshalb zuversichtlich, dass man in Tschirn bald einen besseren Empfang haben könnte. Beim Thema Nahverkehrskonzept habe Landrat Klaus Löffler der Gemeinde Tschirn versprochen, sie einzubeziehen. Christian Alber (AfT) meinte, man warte auf ein Zeichen aus dem Landratsamt und werde sich dann für die Belange der Tschirner Bürger einsetzen. Auch Bürgermeister Peter Klinger plädierte dafür, die direkte Busverbindung nach Kronach zu erhalten.

Günter Böhnlein bedauerte, dass beim letzten Bürgerempfang kein Gemeinderat der AfT vertreten war. Nicht nur er, sondern viele der Anwesenden seien über diese Haltung verwundert. Er hoffe, dass dies nichts mit mangelnder Anerkennung der ehrenamtlichen Bürger zu tun habe. Die AfT-Gemeinderäte konterten, die Veranstaltung sei eine "Alibi-Funktion" des Bürgermeisters, der sich das ganze Jahr ansonsten bei den Vereinen nicht sehen ließe. Beim letzten Bürgerempfang seien zudem auch Ehrenamtliche vergessen worden, was für Unmut gesorgt hätte. Deshalb habe man diesmal die Konsequenzen gezogen.

2. Bürgermeister Michael Hader (AfT) fragte, wann die Maßnahmen aus der Ortsbegehung, die vor acht Monaten war, in die Tat umgesetzt würden. Insbesondere wollte er wissen, ob ein Baum in der Nähe seines Anwesens gefällt werden könne. Nach einer hitzigen Diskussion ergriff Christian Alber (AfT) die Initiative und stelle den Antrag auf Fällung des Baumes. Mit 6:1 Stimmen, der Bürgermeister war dagegen, wurde schließlich beschlossen den Baum entfernen zu lassen.

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Michael Wunder
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Veröffentlicht am:
23. 03. 2018
17:06 Uhr

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Michael Wunder

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Veröffentlicht am:
23. 03. 2018
17:06 Uhr



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