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Kronach

Der neue Baumeister greift gleich zur Kelle

Die Viertelmeister und der Stadtvogt installieren einen neuen Beauftragten für Kronachs Gebäude. Ein anderer scheidet hingegen nach 23 Jahren aus seinem Amt.



Die "Historischen" marschierten beim Viertelmeistertag in Kronach durch die Obere Stadt. Fotos: Rainer Glissnik  

Kronach - Als Stadtvogt und Viertelmeister in Kronach noch in Amt und Würde standen, erlebte die Stadt im 16. und 17. Jahrhundert ihre größte Bedeutung. Da stand dem Gemeinwesen ein Oberbürgermeister vor, und auf der Festung Rosenberg hatte ein fürstbischöflicher Beamter, der Amtmann, seinen Sitz. Zu der Zeit war Kronach Amtshauptmannschaft im Hochstift Bamberg und war mit seiner umwallten Oberen Stadt und der Festung das nördliche Bollwerk des katholischen Hochstiftes zu den protestantischen Nachbarn.

"Heute ist Viertelmeistertag", rief Stadtvogt Hans Götz an der Melchior-Otto-Säule einer stattlichen Schar historisch Gewandeter zu. Sogar vier Nordhalbener waren in die Kreisstadt gekommen. "Zwei mutige Männer", die suchte der Stadtvogt vergebens. Die sollten die geschundenen Männer spielen. "Besonders dafür geeignet wären Politiker", meinte er. Wenn sich wenigstens einer gemeldet hätte, dem hätte der Stadtvogt eine Hauptrolle bei den Rosenberg-Festspielen versprochen. Naja, nicht umsonst werden in Kronach die tapferen Frauen hervorgehoben und so fand sich kein "geschundener Kronacher Mann". Vielleicht geht es denen heute auch so richtig gut.

14.04.2019 - Viertelmeistertag macht Kronacher Geschichte lebendig - Foto: Rainer Glissnik

Viertelmeistertag macht Kronacher Geschichte lebendig
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Viertelmeistertag macht Kronacher Geschichte lebendig

Mehrfach fiel ein Mann mit Mörteleimer, Maurerkelle und Pinsel auf, der maroden Sandstein ausbesserte. "Es ist alles vernachlässigt worden in den letzten Jahren", begründete Stephan Höllein sein Tun. Später wurde er von Viertelmeistern und Stadtvogt mit Sand bestreut und zum Baumeister ernannt.

Der festliche Zug hielt zu Füßen der "Kunigunden-Maß" an. Stefanie Beck war es vergönnt, sich auf einem Balken stehend hochheben zu lassen und den vertrockneten Kranz aus dem vergangenen Jahr gegen einen frischen auszutauschen. Am Michaelsbrunnen beim Marktplatz hielt Brunnenmeister Dominic Hanakam den festlichen Zug an. Stellvertretende Bürgermeisterin Angela Hofmann und Stadtvogt Hans Götz durften hier Schiffchen angeln. Drei Schiffe waren eingesetzt, beide erwischten die beiden "Nieten" und mussten auf freies Schmäußbräu verzichten.

Die Gruppe "Vogelfrei" geleitete die "Historischen" schließlich zum Historischen Rathaus. Nach mächtigen Salutschüssen vor dem "Antla" wurde das Schmäußbräu gezapft, die von Eberhard Kraus hergestellte Kronacher Bratwurst genossen und drinnen den Regularien gedient. Von den Viertelmeistern wurde eingefordert, über den Zustand ihrer Bereiche Auskunft zu geben. Dem Fürstbischof war zu Ohren gekommen, dass die Viertelmeister sich mehr in den Gassen, Weinstuben und Wirtshäusern der Oberen Stadt herumtrieben. Ein Viertelmeister erwäge sogar, sein Amt gegen das eines Wirtes namens NousnBeck einzutauschen. Was sei nur aus der Wehrhaftigkeit der katholischen Bastion an der nördlichen Grenze des Hochstiftes geworden? Der Fürstbischof schrieb seinen Landeskindern, diese sollten sich am Fortgang des Viertelmeistertags erfreuen und den Viertelmeistern ins Gewissen reden, dem Zustand der Stadtmauer mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Stadtvogt Hans Götz hatte eine schwere Aufgabe, musste er doch Viertelmeister Stefan Wicklein nach 23 Jahren im Amt verabschieden. Dieser sei ein wichtiger Entscheider, habe wesentlich das Kronacher Stadtspektakel mitgeprägt und sei dabei immer bescheiden geblieben. Er sei ein Teamworker, der ein Team auch führen könne, lobte Götz. Für seine Verdienste wurde Wicklein mit der "Kaiser-Heinrich-Medaille" ausgezeichnet.

Viertelmeistertag, das 2020 anstehende "Crana Historica" und das heuer vom 28. bis zum 30. Juni stattfindende "Historische Stadtspektakel Kronach" seien gelebte Geschichte, die man auf diese Weise ehren und bewahren könne, unterstrich stellvertretende Bürgermeisterin Angela Hofmann. Damit werde die Gemeinschaft gefördert. Die historischen Gruppen in Kronach seien etwas Besonderes. Kaum anderswo beschäftige man sich so aktiv mit der eigenen Geschichte wie in Kronach. Ausdrücklich dankte sie allen Mitwirkenden, besonders Stadtvogt Hans Hötz. Kastner Richard Chalupa und den Viertelmeistern Jürgen Ditsche, Jens Schick und Markus Steller sowie ganz besonders Stefan Wicklein.

Entgegen der Behauptung einiger Kronacher Bürger, es befinde sich noch ein Jungbrunnen in der Stadt, müsse dieses mit dem Ausscheiden von Viertelmeister Stefan Wicklein verneint werden, stellte Brunnenmeister Stephan Höllein fest. "Gerne hätten wir ihn hier einen Eimer davon trinken lassen, um ihm somit zu ermöglichen, das Rad der Zeit zurückzudrehen und noch einmal all die Jahre als Viertelmeister zu durchlaufen. Da dies jedoch nicht möglich ist, wird Viertelmeister Wicklein seine Geschicke in andere Aufgabenbereiche lenken." Als neuer Viertelmeister wurde Andre Felsecker in das Amt eingeführt.

Höllein berichtete von den städtischen Brunnen. Der Festungsbrunnen wurde vor vielen Jahren verschüttet und spendet kein erfrischendes Nass mehr. Ein erneutes Graben wäre sehr teuer. Für die Festungsherberge könnte eine Direktleitung aus der Kaiserhofbrauerei viel kostengünstiger den Brunnen mit Schmäuß füllen. Am Brunnen beim Melchior-Otto-Platz könnte mit Setzbecken die Fischzucht begonnen werden oder ein Kneippbecken für die strapazierten Füße der Kronacher Frauen entstehen. Schließlich schlug der Brunnenmeister vor, ein jährliches Fest durchzuführen. Es wurde ein schmäußiger Abend, die "Historischen" verstehen es zu feiern.

 
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Rainer Glissnik
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Veröffentlicht am:
14. 04. 2019
16:34 Uhr

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Rainer Glissnik

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Veröffentlicht am:
14. 04. 2019
16:34 Uhr



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