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Kronach

Die Berufsschule der Zukunft

Der zuständige Ausschuss empfiehlt dem Kreistag, die Bildungseinrichtung zu sanieren. In den dann neugestalteten Räumen soll Unterricht 5.0. stattfinden.



Berufsschulleiter Rudolf Schirmer freut sich über den Empfehlungsbeschluss des Schulausschusses und glaubt, die langen zeitaufwendigen Vorbereitung für eine zukunftsorienteierte Konzeption können mit der Generalsanierung belohnt werden. Foto: Karl-Heinz Hofmann  

Kronach - Der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport des Kreistages Kronach hat dem Kreistag empfohlen, die Lorenz-Kaim-Berufsschule zu sanieren. Dies beschlossen die Räte auf ihrer Sitzung am Mittwoch. Schulleiter Rudolf Schirmer stellte auf Bitten von Landrat Klaus Löffler das zukünftige Konzept der Berufsschule vor.

Die Berufsschule der Zukunft, Berufsschule 5.0, wie sie der Leiter nennt, sei in ihrer Struktur ein Abbild eines Unternehmens. Das heißt der Schwerpunkt des neuen Raumkonzeptes wird auf integrierten Fachräumen liegen, in denen verschiedene Berufsgruppen miteinander kommunizieren, eben wie im Unternehmen auch. Die "integrative Berufsausbildung" sieht drei Säulen vor: Kernqualifikation (alle industriellen Ausbildungsberufe), Aufbauqualifikation (alle Metall-/Elektroberufe), beide berufsübergreifend, und die berufsspezifische Zusatzqualifikation (Industriemechaniker).

Die Berufsschule wird auf ganz anderen Lehrplänen aufbauen als noch vor 40 bis 50 Jahren, als das Gebäude geplant wurde. Die Berufsschule ist die einzige Schule in Deutschland die deutschlandweit mit identischen Lehrplänen arbeitet. Dennoch ist die Raumaufteilung nicht vergleichbar. So könne man Kronach zum Beispiel nicht mit Coburg vergleichen. Deshalb werde das Raumkonzept speziell für Kronacher Bedürfnisse ausgelegt. Damals galten andere bautechnische Anforderungen und Sicherheitsbestimmungen und es wurde entsprechend der Fachklasse aufgeteilt. Im Vordergrund stand das Spezialwissen und es gab gleichbleibende Berufsanforderungen, nannte Schirmer wesentliche Gründe für den Umbau der Berufsschule.

Derzeit werden rund 1600 Schüler in 75 Klassen in 36 Berufsbildern ausgebildet - Industrie, Handwerk und Dienstleistungsbereich werden abgedeckt. Die Ausstattung ist laut Schirmer gut. Doch "wir wollen Fachkräfte ausbilden, die Probleme der Unternehmen von morgen lösen". Dazu seien engagierte Lehrer, zukunftsweisende Ausstattung und ein flexibles Raumkonzept notwendig.

"Die Botschaft ist bei den Ratsmitgliedern angekommen", sagte Landrat Klaus Löffler. Er hat bereits Vorgespräche mit der Regierung von Oberfranken geführt. "Wir können also sagen, dass wir alle zusammen hervorragende Vorarbeit geleistet haben", fügte Löffler hinzu. Der Landrat dankte Rudolf Schirmer für die zukunftsorientierte Ausarbeitung eines Konzepts. Im nächsten Schritt wird wohl ein Architekten-Wettbewerb zur Neugestaltung ausgeschrieben.

Die Räte fassten auf Grundlage der Diskussionsergebnisse einen Grundsatzbeschluss: "Der beruflichen Bildung kommt im Hinblick auf die Fachkräftegewinnung unserer Betriebe ein hoher Stellenwert zu. Sie ist Grundlage und Basis für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und damit für die regionale Wertschöpfung und die Sicherung von Arbeitsplätzen", heißt es darin. Wettbewerbsfähige Betriebe und gute und sichere Arbeitsplätze seien Voraussetzung für eine positive Kreisentwicklung. Gleichzeitig seien sie ein Mittel zur Bewältigung des demografischen Wandels. Die staatliche Berufsschule Kronach verfüge in Teilen über eine gute Ausstattung. "Die baulichen Anlagen sind allerdings trotz guter Betreuung durch die Hausmeister zwischenzeitlich sehr in die Jahre gekommen und weitgehend abgenutzt. In vielerlei Hinsicht entsprechen sie nicht mehr dem Stand der Technik", so das beschlossene Papier.

Der Schulausschuss empfiehlt deshalb dem Kreistag Kronach, die Sanierung der Schule mit hoher Priorität zu beschließen. Sobald und soweit die laufenden Baumaßnahmen es erlauben soll mit der Umsetzung des Projekts begonnen werden. Landrat Klaus Löffler fügte abschließend hinzu, dass man zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch keine validen Aussagen zu Kosten, Zeitplan und Bauzeit machen könne. "Wir sind am Anfang eines langen Marathonlaufes. Bis zu einem hoffentlich erfolgreichen Zieleinlauf müssen wir eine Vielzahl von Herausforderungen und schweren Aufgaben bewältigt und abarbeiten", gab der Landkreischef zu bedenken.

Thomas Löffler (CSU) hob hervor, dass an der Berufsschule Kronach hervorragende Arbeit geleistet wird und "dass wir als Kreisräte die Rahmenbedingungen für eine moderne Schule zur Ausbildung von Fachkräften herstellen und den Standort erhalten sollen." Jens Korn (CSU) stellte fest, dass dieser Beschluss ein Signal sein soll. Man habe dank guter Ausbildung erfolgreiche Unternehmen im Landkreis. "Damit sich das auch in Zukunft unter guten Bedingungen fortsetzen kann, müssen wir die Schule modernisieren", fügte er hinzu. Timo Ehrhardt (SPD) meinte, es sei eine spannende Aufgabe die Konzeption an der Berufsschule umzusetzen. Ein Architektenwettbewerb könne Impulse geben.

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Karl-Heinz Hofmann
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Veröffentlicht am:
12. 07. 2018
15:08 Uhr

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Karl-Heinz Hofmann

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12. 07. 2018
15:08 Uhr



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