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Kronach

Die ganze Familie packt mit an

Treppen aus Stein sind sein Metier. Robert Karg hat in den vergangenen 40 Jahren den elterlichen Betrieb in die Moderne geführt. Nicht nur die ersten Jahre waren hart.



Robert Karg mit Tochter Larissa am Kantenschleifautomat in der Werkstatt in der Natursteine millimetergenau zugeschnitten werden. Fotos: Karl-Heinz Hofmann  

Gundelsdorf - Der 57-jährige Robert Karg in Gundelsdorf baut Treppen aus Stein. Nun blickt er auf eine 40- jährige Selbstständigkeit zurück. Dabei gibt es für sein Handwerk keinen Ausbildungsberuf. Und er hat weder Steinmetz noch Bildhauer gelernt. Als Maurer entdeckte er die Marktlücke: Treppenbau aus Stein. Seit mehr als 40 Jahren wirkt er nun im Landkreis Kronach. Heute beschäftigt er in seinem Betrieb fünf Mitarbeiter aus der eigenen Familie.

Dabei gab es in den vielen Jahren einige Höhen und Tiefen. "Es war eine schwere Zeit", seufzt Robert Karg und blickt zurück ins Jahr 1978. Gerade erst 17 Jahre alt, bat ihn der Vater, bei der Gründung eines Betriebes als stiller Gesellschafter einzusteigen. Das Haupthandwerk sollte im Treppenbau liegen, da beide in dieser Branche bereits in einem Betrieb nahe Kronach zusammen gearbeitet haben. Robert absolvierte hier eine Maurerlehre.

"Was wollte ich machen?", sagt er. "Wir haben uns unter schwierigen Verhältnissen und damals mit noch einem Bruder von mir, ein Geschäft aufgebaut." Erste Abnehmer der Treppen, die damals noch aus Kunststein bestanden, kamen aus dem Coburger Raum. "Da hieß es täglich über zwölf Stunden hart arbeiten. Wir hatten keine technischen Hilfsmittel alles wurde per Hand getragen und bearbeitet. Auch der Mörtel wurde mittels Handarbeit angefertigt." Erst Mitte der 1980er kam der Durchbruch für die Firma. Es wurde ein neues Betriebsgelände und eine Werkstatthalle in Gundelsdorf, unmittelbar an der B 85, aufgebaut. Das ist heute noch der Firmensitz. "Wir stellten die Fertigung um auf Natursteine und die Nachfrage war groß. Eine Kundenakquisition, wie vorher, war kaum notwendig, denn der Standort war so günstig, dass die Kunden von alleine zu uns ins Haus kamen und sich hier beraten ließen und ihre Bestellungen aufgaben." Natürlich mussten die Abmessungen dann vor Ort erfolgen. "Dann konnten wir auch weiter in Technik investieren." Ein kleiner Lastwagen mit Kran, eine computergesteuerte Schneidmaschine oder beispielsweise ein Gabelstapler sorgten für große Erleichterung der Arbeit. Bis dahin mussten Rohplatten in der Größe von drei auf rund zwei Meter per Hand geschleppt und bearbeitet werden.

1996 ist der Vater des heutigen Firmenleiters verstorben. Das Geschäft boomte, teils waren bis zu sieben Mitarbeiter voll beschäftigt. Doch dies hatte manchmal auch seine Tücken. "Allzu oft flatterten aufgrund der schweren Arbeit auch Krankmeldungen ins Haus, die Aufträge mussten aber bearbeitet werden, denn ich hatte bis dahin schon sehr viele treue Stammkunden zu betreuen, deren Vertrauen ich nicht enttäuschen durfte", sagt Robert Karg. Er stand nun mit Ehefrau Carmen und drei kleinen Kindern alleine mit dem florierenden Betrieb da. "Hinzu kam, dass es immer schwieriger wurde, tüchtige und zuverlässige Mitarbeiter zu bekommen." Aber der viel Arbeit gewohnte Handwerker gab nicht auf und hat sich durchgebissen.

Ein weiterer Rückschlag erfolgte 2012 durch eine plötzlich auftretende schwere Erkrankung. Wochenlang musste Robert Karg in Kliniken verbringen. Auch aus dieser prekären Lage wusste sich der Unternehmer durchzukämpfen. Inzwischen hat er zwei Schwiegersöhne, die tüchtig mit anpacken, seine 24-jährige Tochter Larissa zeigt großes Interesse am Geschäft und setzt sich mit handwerklichem Geschick in der Werkstatt beim Bearbeiten von Natursteinen ein - besonders gern an der computergesteuerten Schneidmaschine. Hier kommt es auf filigrane Millimeterarbeit an. Ehefrau Carmen kümmert sich um das Büro und die Verwaltungsaufgaben und Robert Karg kann sich um die Auftragseinholung, die Kundenberatung und um die Angebote für größere Aufträge kümmern. So sieht er wieder zuversichtlich mit seinem nunmehr reinen Familienbetrieb in die Zukunft.

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Karl-Heinz Hofmann
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Veröffentlicht am:
18. 08. 2019
17:14 Uhr

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Karl-Heinz Hofmann

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Veröffentlicht am:
18. 08. 2019
17:14 Uhr



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