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Kronach

Die krabbelnde Gefahr

Das Landratsamt Kronach registriert ungewöhnlich viele Fälle der durch Zeckenbisse ausgelösten Krankheit FSME. Die Behörde wirbt deshalb für eine Impfung.



Der Landkreis zählt zu den Risikogebieten. Symbolfoto: Heiko Barth / adobe-stock   » zu den Bildern

Kronach - Fünf Fälle von FSME sind dem Landratsamt Kronach heuer bereits gemeldet worden, das teilte die Behörde in einer Pressemitteilung mit. Mindestens zwei der Erkrankten haben demnach einen schweren Verlauf und befinden sich im Krankenhaus. Zu einem Todesfall sei es bisher glücklicherweise nicht gekommen. In den Jahren 2018 und 2019 wurden nur jeweils zwei Fälle gemeldet. Mögliche Ursachen für den Anstieg der Erkrankungszahlen sind der milde Winter und die im ersten Halbjahr nicht so heiße Witterung - beide Faktoren führen dazu, dass mehr Zecken überleben und sich vermehren. Hinzu komme, dass sich die Menschen wegen der Corona-Pandemie vermehrt im Freien aufhalten.

 

Was ist FSME?

Es handelt sich dabei um eine Viruserkrankung, die durch den Speichel von infizierten Zecken übertragen wird. Bei neun von zehn Erkrankten treten überhaupt keine Symptome auf, im schwersten - und zum Glück relativ seltenen - Fall kann es aber zu bleibenden Folgeschäden wie Lähmungen und Krampfanfällen kommen. Die Übertragung des Erregers ist somit mindestens zehnmal häufiger als die oben genannten Erkrankungszahlen.

 

Wo gibt es besonders häufig FSME?

Regionen mit hohen Fallzahlen sind Oberbayern und Österreichs. Aber auch aus den baltischen Staaten und der ehemaligen Sowjetunion werden in den letzten Jahren sehr hohe Fallzahlen gemeldet. Und auch der Landkreis Kronach und alle umliegenden Landkreise zählen seit vielen Jahren zu den Risikogebieten.

 

Wie kann man sich schützen?

Gegen die FSME gibt es seit vielen Jahren eine gut verträgliche Impfung, die von den Krankenkassen in Risikogebieten (also auch im Landkreis Kronach) bezahlt wird. Sie kann von jedem Hausarzt verabreicht werden und besteht aus drei Spritzen in mehrmonatigen Abständen. Damit man im Frühsommer einen Schutz hat, sollte man mit der Impfung noch im Winter beginnen. Aber auch jetzt ist die Impfung noch sinnvoll. Die komplette Grundimmunisierung verleiht einen Schutz für mindestens drei Jahre.

An allgemeinen Schutzmaßnahmen empfehlen sich das Tragen von Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, und die Kontrolle der Haut nach "Ausflügen ins Unterholz". Auch Insekten abwehrende Mittel ("Repellents") haben eine gewisse Schutzwirkung. Falls man doch von einer Zecke gestochen wird, sollte man sie sofort (am besten mit einer speziellen Zeckenpinzette) entfernen. Ein Drehen der Zecke ist dabei nicht erforderlich, auch wenn ein kleiner Teil der Saugwerkzeuge in der Haut verbleibt, hat dies keine schlimmen Folgen. Das Insekt darf auf keinen Fall mit Öl, Salz oder anderen Stoffen beträufelt werden, da die Tiere dann ein Sekret ausscheiden und die Ansteckungs-gefahr erhöht wird.

 

Wer sollte sich impfen lassen?

Die FSME-Impfung sollten alle Personen durchführen lassen, die in Verbreitungsgebieten der FSME leben oder sich vorübergehend dort aufhalten und der Gefahr von Zeckenstichen ausgesetzt sind.

 

Was ist sonst noch zu

beachten?

Durch die Zecken wird auch eine andere Erkrankung, die sogenannte Borreliose, übertragen. Diese vollkommen andersartige Krankheit tritt überall in Süddeutschland etwa gleich häufig auf. Es gibt also keine Risikogebiete wie bei der FSME-Erkrankung. Gegen die europäische Borreliose existiert keine Impfung, die Krankheit kann aber gut mit Antibiotika behandelt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Deshalb sollte jeder, der von einer Zecke gestochen wurde (auch wenn er gegen FSME geimpft ist), einen Arzt aufsuchen, wenn um die Stichstelle eine sich ausbreitende Rötung auftritt. red

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Veröffentlicht am:
30. 07. 2020
13:04 Uhr

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30. 07. 2020
13:04 Uhr



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