Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Kronach

Diskussion um Kostensteigerung

Die Generalsanierung der Turnhalle in Wilhelmsthal war ein Hauptthema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Streitpunkt waren Nachtrags-Angebote.



Wilhelmsthal - Der politische Gegenwind scheint in Wilhelmsthal sogar die Akustik davonzutragen. Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates hatte nicht nur der zweite Bürgermeister Gerhard Eidelloth (CSU) das Problem, in der großen Mehrzweckhalle hinten nicht zu verstehen, was vorne gesprochen wurde. Das rührte natürlich auch von den Corona-bedingten Abständen her. Seine Bitte, dass doch etwas lauter gesprochen werden soll, beantwortete Jürgen Baumgärtner (CSU) kurz und knapp: "Wir sind hier nicht auf dem Kasernenhof." Allerdings dürfte den Bürgern schon daran gelegen sein, dass ihre gewählten Volksvertreter sich auch akustisch verstehen.

Erfolg bei der Bühlstraße

Nach zwei Jahren Wartezeit "den Deckel zugemacht" hat die Gemeinde in der Bühlstraße in Hesselbach. Hier will man im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern ein Anwesen erwerben, es abreißen und es als Grünfläche umgestalten. Durch die Zustimmung des Gemeinderates konnte die Projektanmeldung durchgeführt werden.

Ebenfalls in den Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern fällt die Vergabe von Zimmer-, Dachdecker-, Kempner- und Fassadenarbeiten in Höhe von rund 133 000 Euro. Sie fließen in den Neubau des Gemeinschaftshauses in Effelter.


Während Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) einige Tagesordnungspunkte schnell und einstimmig durchwinken konnte, gab es bei einigen Nachfragen aus dem Gremium. Das war vor allem beim Thema Generalsanierung der Turnhalle in Wilhelmsthal der Fall. Hier gab es zwei Nachtrags-Angebote und zwar im Bereich Heizung und Sanitär.

Jürgen Baumgärtner hakte nach und erkundigte sich nach dem Sachverhalt. Seiner Meinung wären Nachträge entweder auf Fehler des Ingenieurbüros oder der Planer und Auftraggeber zurückzuführen. Wörtlich meinte er: "Ich finde Kostensteigerungen überhaupt nicht gut." Diese allerdings konnte die Bürgermeisterin schlüssig erklären, denn einmal habe man aufgrund des verzögerten Baubeginns zusätzliche Heizkörper einbauen müssen, zum anderen ging es um eine Duschtrennwand und Feuerlöscher.

Vertagt worden sind Punkt drei und Punkt vier der Tagesordnung. Die Beratung und der Erlass einer Geschäftsordnung für den Gemeinderat und der Erlass einer Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts werden demnach erst in der nächsten Sitzung behandelt.

Verschoben wurden sie aufgrund der geänderten Fraktionsstärke in der CSU. Größeres Thema in der jüngsten Sitzung war zudem ein flüssiges Element, nämlich Wasser. Zum einen ging es um die Abwasseranlage in Wilhelmsthal, wo in Lahm und Effelter Kanaluntersuchungen durchgeführt worden sind. Diese Zustandsbewertungen sollen vom Ingenieurbüro Schneider und Partner zu einer Gesamtsumme von rund insgesamt 12 400 Euro durchgeführt werden. Ein anderes Problem ergab sich in der Bergstraße in Wilhelmsthal, wo mehrmals im Jahr hydraulische Überlastungen im Bereich des Mischwasserkanals bei Starkregen auftreten. Ursache sei ein zu klein dimensionierter Mischwasserkanal DN 250, der auf den Mischwasserkanal der Alten Schulstraße anschließt.

Jetzt soll zusätzlich zu einem vorgeschlagenen Mischwasserrückhalte-Standort oberhalb des Friedhofes ein neuer Standort zur Dämpfung der Abflussspitzen unterhalb der Kirche in der Festungsstraße untersucht werden.

Für die hydraulischen Überrechnungen und die Dimensionierung des Mischwasser-Rückhaltsystems soll ebenfalls das Ingenieurbüro Schneider und Partner sorgen. Auftragsvolumen: rund 10 000 Euro.

Ein weiterer Beitrag zum Thema "Wasser" kam von Jürgen Baumgärtner. Er wollte den Sachstand zum "Hainzengraben", ein Gewässer, das bei starken Regenfällen ein Privatgrundstück ausspült und im oberen Bereich "Wildbachcharakter" haben. Hier hat die Eigentümerin des Grundstückes mit rechtlichen Schritten gedroht, wenn die Gemeinde nicht reagiere.

Susanne Grebner hatte deshalb vor etwa zwei Wochen unter anderem einen Termin mit Franz-Josef Kaiser vom Wasserwirtschaftsamt und der Anwohnerin. Jetzt will man versuchen, Flusssteine einzubauen, um die Fließgeschwindigkeit zu reduzieren. Grebner: "Das ist eine Unterhaltungsmaßnahme, bei der die Gemeinde in der Pflicht ist." 25 000 Euro habe man dafür im Haushalt eingestellt.

"Nein, es ist keine Unterhaltsmaßnahme", widersprach Baumgärtner. Er will den Sachverhalt jetzt noch einmal geprüft wissen. Er habe, so sagte er, mit dem Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Hans Hemmerlein gesprochen und der sei "ganz und gar anderer Meinung". Aus Sicht der Fachleute nämlich sei die Maßnahme mit den Flusssteinen keine gute Idee und deshalb richtete er mindestens dreimal einen dringenden Appell ans Gremium.

Gegenstimmen kamen von seinen Kollegen aus dem Gemeinderat, die meinten, man müsse jetzt schnell etwas unternehmen, um der betroffenen Anwohner zu helfen und um das Grundstück zu sichern. Baumgärtner: "Diese Maßnahme sollte als Einstieg in eine andere Perspektive dienen."

Die Jugendarbeit im Gremium wird künftig Jan Fischer von der CSU als Jugendbeauftragter übernehmen.

Autor

Maria Löffler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
19. 06. 2020
14:06 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bürgermeister und Oberbürgermeister CSU Dachdecker Diskussionen Heizkörper Hydraulik Ingenieurbüros Jan Fischer Jürgen Baumgärtner Meinung Regen SPD Stadträte und Gemeinderäte Susanne Grebner Wasserwirtschaftsämter
Wilhelmsthal
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema

28.07.2020

An der Kremnitz wird rege gebaut

Der Geh- und Radweg macht Fortschritte. Vor Ort machen sich Landrat und Bürgermeisterin ein Bild von der Maßnahme. Im Oktober will man fertig werden. » mehr

15.05.2020

Wilhelmsthal: Hinter den Kulissen brodelt es

Zweiter Bürgermeister in Wilhelmsthal bleibt Gerhard Eidelloth. Seine Wiederwahl könnte aber ein Nachspiel haben. Denn eigentlich hatte sich die CSU intern auf den jungen Jan Fischer geeinigt. » mehr

03.08.2020

Hesselbacher Wandbild vorerst gerettet

Mit dem Abriss des alten Schulhauses in Hesselbach sollte das Wandgemälde darin zerstört werden. Eine Behörde stoppt das Vorhaben. Die Zukunft des Bildes ist offen. » mehr

10.01.2020

Drei CSU-Ortsvereine, eine Liste

Die Christsozialen aus Gifting, Hesselbach und Steinberg nominierten ihre Kandidaten. Darunter ist auch ein Abgeordneter. Er nimmt freiwillig den letzten Platz ein. » mehr

16.03.2020

"Das ist der Lohn für eine gute Arbeit"

Wilhelmsthal - "Es ist der Wahnsinn. Ich war dermaßen überrascht. Zwar habe ich mir ein gutes Ergebnis gewünscht, aber dass es so gut wird . . ." Susanne Grebner (SPD), die alte und neue Bürgermeisterin von Wilhelmsthal,... » mehr

04.05.2020

Kein Grund zum Schwarzärgern

Bürgermeisterin Susanne Gräbner verabschiedete in der jüngsten Sitzung gleich sechs langjährige Weggefährten. Und man brachte den Antrag auf weitere Stabilisierungshilfe auf den Weg. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Der Coburger Bahnhof der Zukunft Coburg

Der Coburger Bahnhof der Zukunft | 03.08.2020 Coburg
» 21 Bilder ansehen

Fridays for Future und Critical Mass in Coburg Coburg

Fridays for Future und Critical Mass in Coburg | Coburg
» 32 Bilder ansehen

Repatatur des Windrades bei Untermerzbach

Reparatur des Windrads bei Untermerzbach |
» 7 Bilder ansehen

Autor

Maria Löffler

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
19. 06. 2020
14:06 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.