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Kronach

Dorferneuerung klappt nur gemeinsam

Oberlangenstadt und Hummenberg sollen ein neues Gesicht erhalten. Doch der Weg dorthin ist lang. Zudem gibt es Ärger wegen des Zuschnitts des Fördergebiets.



Bürgermeister Bernd Rebhan (links) brachte im Rahmen der Dorferneuerung für Oberlangenstadt und Hummenberg die Idee ein, im Altortbereich von Oberlangenstadt ein Nahwärmenetz zu errichten. "Gas kommt von weit her, Holz haben wir bei uns", appellierte er. Foto: Rainer Glissnik  

Oberlangenstadt - "Macht mit. Bringt euch mit ein." Diesen Appell richtete der Küpser Bürgermeister Bernd Rebhan an die Bürgerschaft der Ortsteile Oberlangenstadt und Hummenberg. In einer Bürgerversammlung ging es um die Chance einer Dorferneuerung. Spätestens im März werden zehn Personen für den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft gewählt.

Ärger um den "Neuen Ring"

"Wir haben versucht, so viel wie möglich von Oberlangenstadt und Hummenberg in das Verfahrensgebiet zu bringen", erläuterte der Küpser Bürgermeister Bernd Rebhan. Joachim Block vom Amt für Ländliche Entwicklung präsentierte das Fördergebiet. Der "Neue Ring" ist nicht dabei, kritisierte der frühere Bürgermeister Herbert Schneider. "Das verwundert schon, bei all den guten Dingen, die auf uns zukommen." Gerade die Achse zu den Einkaufsmärkten bleibe außen vor. "Der neue Ring sieht grauenhaft aus. Es ist unverständlich, dass die paar Meter nicht einbezogen sind, obwohl dies von der Priorität ausgeprägt war."

"Wir schreiben dies in den Wunschzettel hinein", ließ Bürgermeister Bernd Rebhan die Anwesenden abstimmen. Alle waren dafür, dass der "Neue Ring" unbedingt mit in den Förderbereich aufgenommen werden müsse. "Wir haben sehr gekämpft", verdeutlichte Bürgermeister Bernd Rebhan. Auch beim Geltungsbereich weiß Joachim Block, dass die Wünsche wesentlich größer waren. Joachim Block sah keine Chancen mehr. Schon die Einbeziehung der Mittelstraße sei ein Erfolg gewesen.


Was bereits klar ist: Die Oberlangenstadter und Hummenberger im Fördergebiet können auf mindestens drei Millionen Euro Fördergelder für die Dorferneuerung hoffen. Nachdem es keine Straßenausbaubeiträge mehr gibt, kommen auf die Bürgerinnen und Bürger hier auch keine Belastungen mehr zu, erklärte Joachim Block vom Amt für Ländliche Entwicklung. Dennoch: "Es ist ein langer Weg", sagte Joachim Block. Bis im Rahmen der Oberlangenstadter Dorferneuerung die ersten Bagger rollen, wird allerdings noch viel Wasser die Rodach hinunterfließen. Doch die Maßnahme nimmt konkrete Formen an.

Aufbauend auf dem von den Arbeitskreisen unter Mitwirkung des Planungsbüros erarbeiteten Dorfentwicklungskonzepts müsse nun der Umfang der Förderung der öffentlichen Maßnahmen festgelegt werden, erklärte Bürgermeister Bernd Rebhan. Da der Dorferneuerungsplan alle wünschenswerten Handlungsfelder beinhalte, sollten nur die Maßnahmen von wesentlicher Bedeutung für die Ortsentwicklung in einem Umsetzungskonzept zusammengefasst werden.

Insgesamt stehen 13 Schwerpunktmaßnahmen in Aussicht: Abhängig von der Verfügbarkeit des Grundstücks stehe die ökologische Aufwertung des Mühlbaches im Bereich Fischgoden/Bogenbrücke zur Diskussion. Der Dorfplatz zwischen Feuerwehrhaus und Alter Schule soll ebenfalls aufgewertet werden. Die Außenanlagen der alten Schule sollen gestaltet, die Alte Schule saniert werden. Gestalterische und funktionelle Maßnahmen sollen im Straßenraum "Alte Poststraße" zwischen Brunnenplatz und Abzweigung Grabenweg erfolgen. Eine Straßenraumgestaltung soll in der Mühlgasse und in der Nageler Straße erfolgen. Die historische Brücke über den Mühlbach soll saniert und der Fußweg an der Rodach verbessert werden. Außerdem soll eine Ortschronik entstehen. In Hummenberg geht es um die Verbesserung des Dorfmittelpunkts um die Linde und des umgebenden Straßenraums.

Angesichts des gut gefüllten Oberlangenstadter Sportheims war Joachim Block vom Amt für Ländliche Entwicklung überrascht. "Ich habe mit weniger Leuten gerechnet", freute er sich über das hervorragende Bürgerinteresse. "Ich bitte Sie, sich immer aktiv zu beteiligen", appellierte er an die Bürgerinnen und Bürger. Die Eigenkräfte der Region sollten eingebracht werden. Alle Bürger könnten Einfluss nehmen auf den Planungsprozess.

Privat werden demnach dorfgerechte Um-, An- und Ausbaumaßnahmen sowie die dorfgerechte Erhaltung, Umnutzung und Gestaltung von Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden oder Ersatz- und Neubauten zur gestalterischen Anpassung oder Innenentwicklung gefördert. Es gibt Fördersätze bis zu 35 Prozent (maximal 50 000 Euro) oder bis zu 60 Prozent (maximal 80 000 Euro je Gebäude).

Zunächst sollte eine Anfrage beim Amt für Ländliche Entwicklung gestellt werden, auf die ein Ortstermin mit kostenloser Beratung erfolgt. Anträge gibt es bei der Marktgemeinde oder im Internet. Danach kann eine Antragstellung erfolgen.

Der eng bebaute Bereich in der Nageler Straße eigne sich besonders für ein Nahwärmenetz, regte Bürgermeister Bernd Rebhan überdies an. "Ich bin da durchaus offen dafür und werde mich dafür sehr stark einsetzen. Viel CO2 wird so eingespart und das Geld bleibt in der Region. Wenn die Straßen ohnehin aufgerissen werden, wäre dies eine Idee, über die nachgedacht werden sollte."

Autor

Rainer Glissnik
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Veröffentlicht am:
25. 10. 2019
18:08 Uhr

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Rainer Glissnik

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Veröffentlicht am:
25. 10. 2019
18:08 Uhr



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