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Kronach

Drei Bürgermeister für Nordhalben

In der Klöppelgemeinde verteilt man die Arbeit auf mehrere Schultern. Rathauschef Michael Pöhnlein hat nun einen Stellvertreter, der kürzlich noch sein Konkurrent war.



Die neuen Gremiumsmitglieder und Bürgermeister stellen sich vor (von links): Luisa Hertel (CSU), Michael Wunder (CSU), Julian Wachter (SPD), Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW), Margarete Wunder-Blinzler (CSU) und Ludwig Pötzinger (FW). Foto: Susanne Deuerling  

Nordhalben - "Eine kluge Entscheidung" nennt der alte und neue Bürgermeister von Nordhalben, Michael Pöhnlein (FW), den Beschluss, in der neuen Legislaturperiode mit drei Bürgermeistern zu arbeiten. Die Aufgaben würden nicht weniger, da sei es sinnvoll, sie auf mehrere Schultern zu verteilen. Nachdem der bisherige 2. Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW) ohne Gegenkandidat mit acht zu fünf Stimmen im Amt bestätigt worden war, erhielt Michael Wunder (CSU) - ebenfalls ohne Gegenkandidat angetreten - das uneingeschränkte Vertrauen des Gremiums für das Amt des 3. Bürgermeisters. Wunder war im Wahlkampf für die CSU als Bürgermeisterkandidat angetreten. In der Stichwahl hatte er gegen Michael Pöhnlein verloren.

Infrastruktur soll bleiben

Bürgermeister Michael Pöhnlein betonte, dass die Situation in Nordhalben nicht einfach sei. Mit Unterstützung des Freistaates Bayern und der Regierung von Oberfranken habe man aber schon viel erreicht. Natürlich müsse man dazu auch die "Hausaufgaben" machen, die gefordert würden. Eine große Herausforderung werde nun sein, die Infrastruktur zu erhalten. Diese sei auf mehr als 3000 Bürger ausgelegt, Nordhalben zähle jedoch nur noch 1637 Einwohner. Positiv wertete Pöhnlein die Anfragen für Zuzüge. Er appellierte an die Hausbesitzer, akzeptable Preise zu verlangen und diese nicht plötzlich explodieren zu lassen. sd


Auch neue Marktgemeinderäte begrüßte Bürgermeister Pöhnlein bei dieser konstituierenden Sitzung in der Nordwaldhalle. Vereidigt wurden Margarete Wunder-Blinzler (CSU), Luisa Hertel (CSU) und Julian Wachter (SPD). Eine Verabschiedung der ausgeschiedenen Marktgemeinderäte wird aufgrund der Corona-Krise zu einem späteren Zeitpunkt in einem würdigen Rahmen durchgeführt.

Am Anfang der Sitzung wurde in einer Schweigeminute auch des langjährigen Gemeinderats und ehemaligen 2. Bürgermeisters Gerhard Schneider gedacht, der kürzlich verstorben ist.

Der neue Gemeinderat des Marktes Nordhalben setzt sich wie folgt zusammen: Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW), 2. Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW), 3. Bürgermeister Michael Wunder (CSU) sowie den Gemeinderäten Manfred Köstner, Luisa Hertel, Margarete Wunder-Blinzler und Hans Blinzler (alle CSU), Michael Franz und Julian Wachter (beide SPD) sowie Michael Büttner, Bernd Daum, Horst Wolf gen. Schmidt und Albert Färber (alle Freie Wähler). Für den Abwasserzweckverband Ölsnitz-Rodachtal, der in Zusammenarbeit mit Geroldsgrün besteht, wurden folgende Verbandsräte bestimmt: Als gesetzter Vertreter ist Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) dabei, außerdem Michael Wunder (CSU) mit Hans Blinzler (CSU) als Vertreter sowie Ludwig Pötzinger (FW), der von Albert Färber (FW) vertreten wird. Die Bestellung erfolgte einstimmig.

Als Jugendbeauftragte wurden die beiden neuen jungen Gemeinderäte Luisa Hertel (CSU) und Julian Wachter (SPD) eingesetzt. Biodiversitäts-Beauftragter bleibt auch in der neuen Amtsperiode Michael Büttner (FW).

Einstimmig beschloss das Gremium, die Satzung zur Regelung des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts und den Erlass einer Geschäftsordnung auf eine der nächsten Sitzungen zu vertagen. Bis dahin sollen die bisherigen Verordnungen in Kraft bleiben, sodass sich auch die neuen Marktgemeinderäte damit befassen und einlesen können.

Das Leerstandsmanagement soll auch in den nächsten zwei Jahren weiterlaufen. Alle Fraktionen waren sich einig, dass man mit dem Planungsbüro Linß & Pecher einen sehr guten Griff getan habe. Die Verlängerung wurde einstimmig beschlossen.

Der Bauantrag der Firma Adler in Nordhalben auf Erweiterung der Fertigungshalle mit Halleneinbau im Bestand wurde einstimmig bewilligt.

Für die Marienkapelle wurde von einer Bürgerin eine Marienfigur gespendet. Es wurde ein Sockel angefertigt, der zu demjenigen für eine bereits vorhandene Figur passt. Ein ortsansässiger Handwerker hat diesen gefertigt. Nun stellte Hans Blinzler (CSU) den Antrag, die Kosten von rund 300 Euro für das Material aus dem Nordhalben-Fonds zu bezahlen. Nach kurzer Diskussion wurde der Antrag von Bernd Daum (FW) und Ludwig Pötzinger (FW), den Betrag aus dem laufenden Haushalt zu finanzieren, angenommen.

Der alljährliche Zuschuss für den Gartenbauverein Nordhalben in Höhe von 1200 Euro aus dem Nordhalben-Fonds wurde auch in diesem Jahr einstimmig genehmigt.

Vor der Sitzung hat sich die Verwaltung Gedanken darüber gemacht, wie die Nutzungsentgelte für die Nordwaldhalle neu geregelt werden können. Hier wird unterschieden in einheimische und auswärtige Vereine, kommerzielle Veranstaltungen und sportlicher Übungsbetrieb. Margarete Wunder-Blinzler (CSU) reklamierte, dass hier teilweise sehr starke Erhöhungen im Raum stünden, etwa für die kleine Halle um 40 Prozent, die große Halle um 24 Prozent und den gesamten Bereich um 16 Prozent. Sie meinte, dass gerade jetzt eine Erhöhung nicht angebracht sei und besser auf Jahresende verschoben werden sollte.

Bürgermeister Michael Pöhnlein verwies darauf, dass das Entgelt für Vereine in der kleinen Halle von 6,46 Euro je Stunde auf neun Euro steigen würde. Man wolle die Vereine nicht abzocken, aber es müsse eine Erhöhung geben, schon im Hinblick auf die Haushaltskonsolidierung. Auch 2. Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW) vertrat diesen Standpunkt und meinte, dass 2,50 Euro pro Stunde keinen Verein schmerzten.

Es wurde beschlossen, dass sich die Fraktionen nochmals über das Thema Gedanken machen und Vorschläge einbringen sollten, damit in drei Monaten erneut beraten und entschieden werden kann.

Autor

Susanne Deuerling
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
13. 05. 2020
15:22 Uhr

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Autor

Susanne Deuerling

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Veröffentlicht am:
13. 05. 2020
15:22 Uhr



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