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Kronach

Ein Denkmal mit ungesicherter Zukunft

In einer Sonderführung gab Rosi Ross Einblicke in die bewegte Geschichte des Bürgerspitals. Betreten durfte man die Innenräume aber nicht.



Gästeführerin Rosi Ross führte zahlreiche Interessierte durch die Spitalkirche. Hier erklärte sie die Historie des Altarraums. Foto: Maria Löffler  

Kronach - Im Jahre 1562 glaubte man noch, angefeuert durch die Kirche, sich einen Platz im Himmel erkaufen zu können. Auch für das Kronacher Bürgerspital spielte der damals übliche Ablasshandel eine tragende Rolle. Dies berichtete Gästeführerin Rosi Ross am Tag des offenen Denkmals in einer Sonderführung. "Leider dürfen wir die Innenräume nicht besichtigen, denn es handelt sich derzeit um eine ungesicherte Baustelle." Dafür gab es aber "äußerlich" viel zu erzählen und auch die anschließende Besichtigung der Spitalkirche versöhnte die mit Regenschirmen ausgestatteten Besucher.

Viele Umbrüche habe es gegeben, aber vor allem habe das Spital der Unterbringung alter und armer Bürger gedient, die nicht für ihren Unterhalt sorgen konnten. Im 19. Jahrhundert sei hier sogar das erste Krankenhaus der Stadt errichtet worden, so Ross. "Es hatte 16 Zimmer und ein ‚Narrenstübchen’." 1875 habe man sogar ein Badezimmer installiert, was wohl eine kleine Sensation in der damaligen Zeit gewesen sei. Mitte des 20. Jahrhunderts habe man das Krankenhaus allerdings wieder geschlossen und dessen Gebäude wiederum dem Bürgerspital angegliedert.

Das denkmalgeschützte Gebäude habe eine bewegte Zeit hinter sich. Rosi Ross erzählte von Bränden, Belagerungen, Umbauten, Erweiterungen und Geldnöten. Sie erwähnte in diesem Zusammenhang den Baumeister Johann Dientzenhofer, der 1715 bis 1718 dem Spital das heutige Erscheinungsbild verliehen habe. "Ab 1882 haben die Niederbronner Schwestern das Spital geführt und 2005 übernahm es der Caritasverband. Im März 2014 musste man das Seniorenwohn- und Pflegeheim leider schließen. Neue gesetzliche Bestimmungen verhinderten eine Weiterführung. Im Zuge der Flüchtlingskrise waren hier in den Spitalgebäuden zuletzt noch mehrere minderjährige Flüchtlinge untergebracht."

Wie es mit dem ehemaligen Bürgerspital weitergehen soll, sei momentan noch unklar. Das konnte auch der Hauptamtsleiter der Stadt Kronach, Stefan Wicklein, bestätigen, der auf die Spitalkirche und "finanzielle Altlasten" verwies.

Noch heute zahle man Kredite aus der letzten großen Sanierung in den 1980er-Jahren ab. "Langfristig muss man ja wirtschaftlich arbeiten. Jetzt läuft gerade die neue Machbarkeitsstudie und wir kümmern uns um neue Fördergeldgeber. Auch die Haustechnik ist ein dickes Brett, das erst einmal gebohrt werden muss. Wir müssen etwa fünf Millionen Euro investieren, um den Komplex wieder instand zu setzen."

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Maria Löffler
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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
16:40 Uhr

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Maria Löffler

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
16:40 Uhr



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