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Kronach

Ein Feiertag mit langer Tradition

Das Dreikönigsfest geht auf eine Erzählung in der Bibel zurück. Im Laufe der Zeit hat es sich stark verändert.



Die Kronacher Sternsinger sind bestens vorbereitet. Foto: Philip Herr  

Am Sonntag, 6. Januar, feiern Katholiken das Fest der Heiligen Drei Könige. Obwohl immer von den Heiligen Drei Königen gesprochen wird, ist in der Bibel nicht von ihnen die Rede. Das Matthäus-Evangelium überliefert, dass Weise oder Sterndeuter aus dem Morgenland zur Krippe kamen, um Jesus anzubeten. Dass es sich um drei gehandelt haben soll, wurde aus der Zahl und der Kostbarkeit der Geschenke - Gold, Weihrauch und Myrrhe - abgeleitet.

Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar erhielten die drei "Könige" wohl um das 8. Jahrhundert herum. Später wurde Caspar eine schwarze Hautfarbe zugesprochen. Nach katholischer Überlieferung fanden sie ihre letzte Ruhe in einem goldenen Sarg im Kölner Dom. Jedes Jahr am 6. Januar können Besucher einen Blick auf die darin enthaltenen Gebeine werfen.

Bei der Sternsinger-Aktion zu Beginn jedes Jahres ziehen bundesweit Hunderttausende Kinder als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus und sammeln Spenden für Bedürftige in aller Welt. Vor allem in katholischen Regionen ist das Sternsingen weit verbreitet, aber oft beteiligen sich auch evangelische Kirchengemeinden. In Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Österreich ist der Tag der Heiligen Drei Könige gesetzlicher Feiertag.

Das Dreikönigsfest erinnert auch an Jesus in der Krippe, also nach christlichem Glauben an das Erscheinen Gottes in der Welt. Daher wird der Tag auch Epiphanias genannt - abgeleitet vom griechischen Wort "epiphaneia" für "Erscheinung". Es ist eines der ältesten christlichen Feste. Es geht auf heidnische Bräuche zurück. Die alten Ägypter beispielsweise feierten an diesem Tag die Geburt des Sonnengottes.

Im frühen Christentum erinnerten die Gläubigen am 6. Januar zudem an die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer: "Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe", heißt es etwa im Evangelium nach Matthäus. Das wurde zum Vorbild der Taufe als dem grundlegenden Sakrament (Heilszeichen) der Christenheit. Das ursprüngliche Geburts- und Tauffest Jesu wurde erst im frühen Mittelalter zum Gedenktag für die Heiligen Drei Könige, die das Jesuskind anbeten.

Viele orthodoxe Christen feiern zudem in der Nacht zum 7. Januar das Weihnachtsfest. Die russisch-orthodoxe Kirche begeht Weihnachten nach dem julianischen Kalender und damit 13 Tage nach den katholischen und protestantischen Christen. Auch die serbischen, georgischen und ukrainischen Orthodoxen feiern die Geburt Christi in der Nacht zum 7. Januar. epd

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Veröffentlicht am:
04. 01. 2019
20:32 Uhr

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04. 01. 2019
20:32 Uhr



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