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Kronach

Ein Gasthaus für die Teuschnitzer

Auf viel Zuspruch ist eine Infoveranstaltung zur Gründung einer Bürgergemeinschaft für das Quartier "Schwarzes Kreuz" gestoßen. Bald will man zur Tat schreiten.



So soll die neue Gastronomie aussehen, die auf dem Gelände des früheren Gasthofs "Schwarzes Kreuz" in Teuschnitz entsteht. An dem Projekt sollen sich möglichst viele beteiligen. Deshalb gründet man jetzt eine Bürgergemeinschaft. Visualisierung: Haberbeck Schlempp Architekten GmbH  

Teuschnitz - Die Baumaßnahmen zur Wiederbelebung des ehemaligen Gasthofes "Schwarzes Kreuz" laufen auf Hochtouren. Am Standort der ehemaligen Traditionsgaststätte entsteht ein neuer Treffpunkt mit Gastronomie und Biergarten. Das neue Wirtshaus soll ein Gemeinschaftsprojekt werden, an dem sich möglichst viele Bürger und Vereine beteiligen sollen. Ziel ist die Gründung einer Bürgergemeinschaft "Schwarzes Kreuz".

Gründungsversammlung

Die Gründung der Bürgergemeinschaft in Teuschnitz erfolgt bei einer Bürgerversammlung am Montag, 28. Oktober, um 19 Uhr in der Arnika-Akademie. Dabei können Anteile gezeichnet werden.

 

Am Montag luden die Stadt und das Stadtumbaumanagement alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung in die Arnika-Akademie ein. Dabei wurde über die bisherigen Maßnahmen, konkreten Planungen und Ziele für die neue Gastronomie informiert.

 

"Unsere Bevölkerung wünscht sich eine Gastwirtschaft", erklärte eingangs Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU). Immer wieder werde sie auf das Thema angesprochen. In einem Fragebogen über die zünftige Entwicklung der Stadt hätten 95Prozent den Wunsch nach einer Gaststätte geäußert. Erfreulicherweise werde das Sechs-Millionen-Euro-Projekt von der Förderoffensive Nordostbayern mit dem Höchstfördersatz von 90 Prozent bedacht. "Das Geld allein nützt aber nichts", betonte Weber. Vielmehr gehe es um die Schaffung eines Projekts, hinter dem die Bürger stehen und das ihr Vorhaben sei.

Bereits vor zehn Jahren hatte sich die Stadt laut Weber das Vorkaufsrecht gesichert und nach langen Verhandlungen mit der damaligen Brauerei eine Auflösung der Brauereibindung erreicht. Aufgrund fehlender finanzieller Möglichkeiten sei dieses Vorkaufsrecht aber all die Jahre nicht ausgeübt worden. Durch die Förderoffensive habe man nun die einmalige Chance für eine Wirtschaft vor Ort. Der Abbruch ist im vollen Gange. Das Haus wurde innen ausgeräumt; der Dachstuhl abgenommen. Ein Komplettabriss des Gebäudes, wie man zunächst geplant hatte, war aufgrund der Kommunmauer zum Nachbarhaus nicht möglich. Deshalb werde nur der hintere Bereich abgebrochen. Für die anstehenden Rohbauarbeiten erhält das Gebäude heuer noch ein Notdach. Die Eröffnung ist für 2021 geplant.

"Das wird eine schöne Sache", zeigte sich die Bürgermeisterin voller Vorfreude auf den Biergarten sowie eine Wirtschaft, die zwischen 50 und 70 Plätze hat, und elf Gästezimmer mit insgesamt 19 Betten. Ganz oben will man einen Veranstaltungssaal unterbringen. "Es soll ein Gasthaus der Teuschnitzer sein", betonte sie. Bei der Bürgergemeinschaft gehe es nicht um das Einsammeln von Geld oder um große Gewinne, sondern um den ideellen Wert und um die Identifizierung mit dem Projekt.

Dies betonten auch Theresa Loos vom Büro CIMA, das das Stadtumbaumanagement betreut, und Fachberater Wolfgang Gröll. Loos informierte über den Sachstand. Dabei ging sie auf die Meilensteine der Entwicklung ein, Nächste Schritte seien die faktische Gründung einer Bürgergemeinschaft, die Gründung eines nicht eingetragenen Vereins und die Suche nach einem Pächter.

Über die rechtlichen Rahmenbedingungen informierte Wolfgang Gröll. Interessierte können sich mit einer Mindesteinlage von 150 Euro einbringen; es können auch mehrere Anteile gezeichnet werden. Die Haftung ist nur auf die Einlage begrenzt. Die Mindestlaufzeit beträgt zwölf Jahre. Die Beteiligung an den Überschüssen kann zum Beispiel über Wertgutscheine erfolgen. Die Abbuchung erfolgt erst, wenn die Bürgergemeinschaft tatsächlich zustande kommt. Das eingezahlte Geld wird ausschließlich dazu verwendet, den Betrieb des neuen "Schwarzen Kreuzes" zu starten. Wichtigste Ausgaben dafür sind Investitionen in die Inneneinrichtung. Das Stimmrecht erfolgt nach Personen und nicht nach der Kapitaleinlage; jeder hat also nur eine Stimme.

Gröll empfahl eine Bürgergemeinschaft auf Basis eines nicht eingetragenen Vereins - als schlankste und am einfachsten strukturierte Variante. Funktionierende Beispiele für bürgerschaftlich getragene Gastronomie sind die KommunBräu in Kulmbach, das Dorfgemeinschaftshaus in Vorderburg im Allgäu und der Dorfwirt im oberbayerischen Altenau.

Bei der Diskussion fragte Stadtrat Michael Hebentanz (Freie Wähler) hinsichtlich der Möglichkeit eines privaten Betreibers. Laut Gröll sollte man Prioritäten setzen: Erster Wunsch sei ein privater Betreiber. Finde man den nicht, habe man eine Lösung parat. Merke ein potenzieller Investor, dass die Bürger hinter dem Projekt stünden, bedeute dies einen größeren Anreiz für ihn. Hinzu kämen weitere große Vorteile wie die Brauereifreiheit, eine relativ günstige Pacht und keine Konkurrenz vor Ort. Aufgrund der Förderquote könne man mit wenig Eigenkapital etwas richtig Tolles hinstellen. "Ein Bürgerschaftsmodell wird es auf jeden Fall", stellte er klar.

Auf Nachfrage von Stadtrat Mario Stingl (SPD) sagte Netzwerkmanager Oliver Plewa, dass man bereits die Fühler ausgestreckt habe. Interesse bei mehreren Köchen sei vorhanden. Dabei sei es das Ziel, dass sich die Bürger bereits bei der Auswahl beteilige, erklärte Gabriele Weber.

Dahingehend äußerten sich auch mehrere Zuhörer. "Das ist die Chance", appellierte beispielsweise Hans-Peter Müller an die Besucher: "Wenn 95 Prozent eine Gastwirtschaft wollen, müssen sie eben auch mitmachen."

Autor

Heike Schülein
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
15:48 Uhr

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Autor

Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
15:48 Uhr



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