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Kronach

Ein Schmuckstück für Hirschfeld

Die ehemalige Schule wird für 2,1 Millionen Euro saniert und umgebaut. Anschließend wird das Haus den Charakter eines Mehrgenerationenhauses haben.



So soll die ehemalige Hirschfelder Schule nach der Sanierung aussehen. Visualisierung: Architekt Jörg Detsch  

Steinbach am Wald - Der Gemeinderat Steinbach am Wald hat in seiner Sitzung am Mittwochabend die Sanierung der ehemaligen Schule in Hirschfeld auf den Weg gebracht. Ermöglicht wird die Maßnahme durch die aktuell hervorragende Fördersituation.

Klassenzimmer wird digital

Eingetroffen ist der Förderbescheid "Digitales Klassenzimmer" über rund 23 000 Euro. Mit dem Geld wird man zeitnah den Computerraum der Windheimer Schule neu ausstatten. Von dem Folgebudget des fortlaufenden Programms sollen später die Lehrerzimmer in Windheim und Steinbach am Wald ausgerüstet werden.


Stolz präsentierten Bürgermeister Thomas Löffler (CSU) und Sachbearbeiter Andreas Vetter die von Architekt Jörg Detsch aktualisierten Pläne. Nachdem man sich seit Langem Gedanken um eine Neunutzung der ehemaligen Schule gemacht habe, könne dies nun aufgrund der hohen Förderung realisiert werden. Die Pläne waren bereits bei einer früheren Sitzung dem Gremium sowie bei einer Bürgerversammlung der Dorfgemeinschaft vorgestellt worden. Die dabei eingebrachten Ergänzungen wurden eingearbeitet - so ein Windfang beim Nordeingang des Gebäudes, eine Beheizung des Flachdaches, ein Grillbereich für die Jugend im Außenbereich sowie eine Lärmschutzdecke.

Die Gemeinde konnte für das Projekt Partner gewinnen. Das Rote Kreuz beispielsweise schafft auf der kompletten Erdgeschoss-Fläche eine Tagespflege mit bis zu 17 Betreuungsplätzen. Im Obergeschoss etabliert die Lebenshilfe Kronach auf einer Fläche von zwei Dritteln ihre Außenstelle Nord der Frühförderstelle, während das andere Drittel für die Hirschfelder Dorfjugend reserviert wird. "Es war uns ein großes Anliegen, dass die Jugend entsprechende Räume erhält", freute sich der Bürgermeister, den jungen Leuten moderne Räumlichkeiten und zwei Keller-Lagerräume zur Verfügung stellen zu können. Im Dachgeschoss entstehen außerdem zwei Wohnungen. "Wir werden damit als Kommune unser Verantwortung zur Schaffung von Wohnraum gerecht", betonte Löffler, nachdem diesbezüglich ein Riesen-Mangel in der Gemeinde herrsche. Das barrierefreie Gebäude verfügt laut Plan über einen Aufzug. Im Außenbereich werden Parkplätze geschaffen sowie eine Gartenfläche.

Das Einverständnis des Amts für Ländliche Entwicklung in Bamberg für das auf rund 2,1 Millionen Euro geschätzte Projekt liegt bereits vor. Basierend auf der nunmehrigen Planung werden Fachbüros eine detaillierte Kostenrechnung erstellen, wonach der endgültige Förderantrag gestellt wird. Man hofft auf Erhalt des Förderbescheids im Frühjahr 2019. Danach geht es in die Ausschreibung und im Anschluss in die Realisierung. Wünschenswert sei eine Fertigstellung Ende 2020. Da das Dach gedeckt ist, könne man bei Wind und Wetter arbeiten. Ein neues Dach soll im Sommer aufgebracht werden. Das komplette Gebäude wird über die Hackschnitzel-Dorfheizung Hirschfeld beheizt. Für die Pläne gab es Lob von allen Fraktionen. Einstimmig wurde dem Bauantrag das Einvernehmen erteilt und die Baudurchführung beschlossen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung stimmten die Räte dem vom Landkreis Kronach entwickelten Mobilitätskonzept zu. Dieses stellt den ÖPNV durch Bildung von Achsen im Taktverkehr, einen umfassenden Rufbusverkehr von 6 bis 23 Uhr für alle Kreisteile und einen kreiseinheitlich geplanten Schülerverkehr auf eine neue Grundlage. Geplanter Start ist August 2020 (die NP berichtete). Der Beschluss folgte einstimmig, dennoch gab es Bedenken - insbesondere hinsichtlich der erforderlichen Vertrags-Kündigung der Verkehrsunternehmen der Schülerbeförderung, deren Lose dann europaweit ausgeschrieben werden. "Daran hängen Existenzen", betonte FW-Fraktionsvorsitzender Josef Herrmann. Er warb dafür, bei der Vergabe - soweit dies mit den Gesetzesrichtlinien irgendwie zu vereinbaren sei - heimische Firmen zu berücksichtigen. Ähnlich äußerten sich seine Amtskollegen Peter Grüdl (SPD) und Markus Löffler (CSU). Das Projekt dürfe nicht dazu führen, so Grüdl, "heimische Unternehmen rauszukicken". Markus Löffler würdigte in diesem Zusammenhang die zuverlässige Arbeit der Busunternehmen, die man gerne fortsetzen würde. Sein Parteikollege Manfred Fehn befürchtete, die Schülerbeförderung könnte durch die hinzukommende Personenbeförderung leiden. "Wir haben eine sehr gut funktionierende Schülerbeförderung", betonte er. Dass man dies nun an den Kreis abgebe und dieser beides in einen Topf werfe, sah er kritisch: "Ich hoffe, dass das nicht nach hinten losgeht."

Zuversichtlich, dass das Modell funktionieren wird, zeigte sich indes Angela Wiegand (CSU). Der Bürgermeister sprach von einem großen Vertrauensvorschuss, den man dem noch nicht ganz ausgereiften Modell gewähre. Dennoch zeigte auch er sich guter Dinge, dass dieses am Ende des Tages gelingen werde. Aufgenommen wurde als Voraussetzung für den Beschluss der Passus einer Verbesserung beziehungsweise Beibehaltung der derzeitigen Qualität der Schülerbeförderung Steinbachs und eine Schüler-"Unterwegszeit" von maximal einer Stunde. Sobald der endgültige Vertrag vorliegt, wird man im Gremium nochmals darüber diskutieren.

Autor

Heike Schülein
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Veröffentlicht am:
06. 12. 2018
17:50 Uhr

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Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2018
17:50 Uhr



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