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Kronach

Ein Sechsjähriger ringt um sein Leben

Ziani Dennis hat Leukämie. Darunter leiden auch seine Eltern und Geschwister. Seit drei Monaten ist er in der Jenaer Universitätsklinik.



Tapfer lächelt der Kleine an guten Tagen in die Kamera.   » zu den Bildern

Marktrodach - Da liegt ein sechsjähriger Junge auf der Kinderstation in der Universitätsklinik in Jena und ringt jeden Tag um sein Leben. Sein ausgemergelter kleiner und von Fieber geschüttelter Körper, aus dem Schläuche wie die Äste eines Baumes ragen, muss sich nicht nur gegen eine Krebserkrankung wehren, sondern auch gegen einen Pilz, der in seinen Organen wütet. "Ich kann nicht mehr, ich möchte sterben", sagt er zu seinen Eltern, wenn er ganz verzweifelt ist.

Kontakt

Wer Familie Meinhold und damit auch dem kleinen Ziani Dennis helfen möchte, der kann sich an folgende E-Mail-Adresse wenden: m-meinhold@web.de oder seine "Facebook"-Seite besuchen.

Unzählige Tränen sind schon geweint in der Familie Meinhold, die jeden Tag für das Leben ihres Sohnes Ziani Dennis betet. Und darum, dass die anderen vier Geschwister gesund bleiben. Jetzt musste der Junge auch noch eine Notoperation über sich ergehen lassen. Sein Blinddarm war entzündet und wurde entfernt.

 

Wenn Vater Michael von den Problemen der Familie erzählt, dann klingt die Stimme des kräftigen, jungen Mannes zittrig: "Das alles frisst uns innerlich auf. Manchmal weiß man einfach nicht mehr, wie das alles weitergehen soll." Die Familie steht jeden Tag vor massiven Existenzproblemen und kann auch nicht auf Hilfe aus dem engsten Familienkreis zurückgreifen. "Alle haben sich zurückgezogen, nur mein Chef und seine Freundin stehen uns bei. Und natürlich die Coburger Stiftung für krebskranke Kinder." Obwohl der fünffache Familienvater genügend eigene Probleme hat, versucht er, auch anderen zu helfen.

Der 1. Februar 2016 war ein Montag - ein Tag, den die ganze Familie wohl niemals vergessen wird. "Das war der Tag, an dem wir die niederschmetternde Diagnose ‚Leukämie‘ bekamen." Und das bei einem dreijährigen Kind, das gar nicht begreift, was das überhaupt bedeutet. Der Schock saß tief, aber dennoch keimte nach der Chemotherapie wieder Hoffnung auf. Eine Hoffnung, die eineinhalb Jahre später wieder gnadenlos zerstört wurde. "Am 1. September 2019 bekam Ziani Dennis einen Rückfall und musste wieder in die Klinik." Hier kämpft er seit drei Monaten jeden Tag auch gegen das Fieber an, das seinen Körper von innen verbrennt.

In einer Zeit, in der sich Kinder eigentlich auf den Nikolaus und die Weihnachtsfeiertage freuen sollten, liegt die Hoffnung dieser Familie nur darauf, wenigstens ein paar Stunden gemeinsam zu verbringen. "Vielleicht dürfen wir ihn für kurze Zeit mit nach Hause nehmen, damit wir wenigstens an Heiligabend zusammen sind", hofft der Vater.

Mindestens ein Jahr soll der Kleine noch in der Klinik bleiben, wurde der Familie mitgeteilt. Hoffnung auf schnelle Heilung gibt es also nicht, aber "Hoffnung, dass vielleicht dieser Albtraum endlich mal aufhört", sagt Michael Meinhold.

Mit dem kranken Ziani leiden ja auch seine vier Geschwister, von denen das älteste zehn Jahre und das jüngste gerade mal zwei Jahre alt ist. Sitzt Vater Michael nicht am Krankenbett, dann tut es Mama Juliane. "Wir haben uns aufgeteilt. Ich bin von Mittwoch bis Sonntag in Jena und meine Frau von Sonntag bis Mittwoch. Und wenn es geht, besuchen wir ihn natürlich beide. Aber einer ist immer für ihn da." Und das ist wichtig, denn Ziani verweigert das Klinikessen. "Meine Frau kocht entweder zu Hause vor, oder wir holen ihm das, was er gerne isst. Und wie bei den meisten Kindern stehen auch bei ihm Pizza, Hamburger und Pommes hoch im Kurs."

Die Stimme des Vaters bricht, als er über das Gift spricht, das sich in diesem kleinen Körper schon angesammelt hat: "Chemotherapie, Narkosen, Knochenmarkpunktion und die 1000 Medikamente gegen den Pilz und das Fieber." Damit der Sechsjährige das nicht alleine durchstehen muss, nehmen die Eltern für eine Fahrt hin und zurück etwa 315 Kilometer in Kauf. "Wir können ihn doch nicht alleine lassen, er ist noch so klein. Und er ist so tapfer, jedenfalls die meiste Zeit. Dafür kann man ihn nur bewundern. Der Rest der Familie funktioniert nur noch irgendwie." Ein schlechtes Gewissen hat der Vater auch deshalb, weil seine anderen vier Kinder ebenfalls stark unter der Situation leiden, aber er und seine Frau kaum für sie da sein können. "Wir tun, was wir können, auch wenn das nicht so viel ist, wie wir es gerne hätten."

 

Eine Benefizveranstaltung steigt am Samstag im "Dreefs" in Marktrodach. Damit will man krebskranken Kindern helfen >>>

 

Wie ein schlechter Witz dagegen hört sich für die Familie die Hilfe an, die von behördlicher Seite angeboten wurde: "Wir hatten die Wahl, unsere Kinder ins Heim zu geben oder eben zu Pflegefamilien." Das komme auf gar keinen Fall in Frage, bekräftigt Michael Meinhold: "Die Familie bleibt zusammen, wir stehen das durch." Zu den zeitlichen, organisatorischen, psychischen und physischen Problemen, bei denen die Familie oft an die Grenzen stößt, kommt auch noch der finanzielle Aspekt. Trotz Unterstützung der Stiftung für krebskranke Kinder fehlt Geld an allen Ecken und Enden. Jeden Monat steht die Familie vor einem Berg Zahlungen. "Der Verschleiß unserer beiden Autos ist enorm, denn mit dem Tanken alleine ist es ja nicht getan. Und wir müssen ja von irgendetwas leben."

Von alledem bekommt der Kleine aber nichts mit, und die Familie wird dafür entschädigt, wenn auch nur ein winziges Lächeln über Zianis Gesicht huscht.

Autor

Maria Löffler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
17:54 Uhr

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Maria Löffler

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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
17:54 Uhr



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