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Kronach

Ein neues "Crana Mare" für Kronach

Ein Neubau auf dem Kreuzberg wird immer wahrscheinlicher. Doch wie attraktiv soll das künftige Angebot sein? Die Meinungen im Stadtrat gehen auseinander.



Zwei Frauen entspannen im Außenbecken des Kronacher Hallenbads. Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehören könnte. Wie Unternehmensberater Dietmar Altenburg am Montag im Stadtrat sagte, sei ein solches Angebot aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht in einem neugebauten "Crana Mare" nicht mehr sinnvoll. Foto: Gabriele Fölsche  

Kronach - Kronach bekommt über kurz oder lang ein neues Schwimmbad. Darauf hat sich am Montagnachmittag der Stadtrat verständigt. Ein Beschluss wurde zwar nicht gefasst, aber nach der detaillierten Vorstellung einer aktuellen Machbarkeitsstudie war allen Stadträten klar: Der Sanierungsbedarf der Einrichtung auf dem Kreuzberg ist so hoch, dass nur ein Neubau oder eine Generalsanierung langfristigen Badespaß garantieren können.

Die Bestandsaufnahme des Düsseldorfer Beratungsbüros Altenburg war eindeutig und bestätigte die Einschätzung, zu der bereits das Ingenieurbüro Schneider und Partner im vergangenen Jahr gekommen war: Obwohl das Bad alles in allem noch einen sehr ordentlichen optischen Eindruck macht, ist die Bausubstanz in vielen Bereichen schon 50 Jahre alt. Ende der 1960er-Jahre erbaut, wurde das "Crana Mare" zwischen 1992 und 1994 zwar grundlegend modernisiert. Aber: "Mit Blick auf die strategische Ausrichtung ist ein dauerhafter Betrieb nur nach einer Kernsanierung aller Betriebsteile realistisch", sagte Unternehmensberater Dietmar Altenburg. Was er damit meinte: Angesichts der überschaubaren Besucherzahlen - 144 000 Gäste waren es im vergangenen Jahr - ist das Schwimmbad eigentlich überdimensioniert angelegt und zu gut ausgestattet. "Es bietet jetzt schon viel Kür", erklärte der Fachmann mit Blick auf das Außenbecken des Hallenbads, die große Rutsche im Freibad oder die acht 50-Meter-Bahnen. Eine Kür, für die die Stadt Kronach schon jetzt rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr an Betriebs- und Unterhaltskosten aufwenden müsse.

Wenn man nun aus baulicher und statischer Sicht ohnehin viel Geld für den Erhalt des Bads investieren müsse, solle man daher die Zielgruppe der Einrichtung genau definieren. "Bedienen Sie Ihre Bedürfnisse", riet er den Stadträten. Also kein Gigantismus, nicht zu viel Action und Wellness - dafür Multifunktionalität für die Menschen, die das Bad regelmäßig nutzen. Mit Thermen wie denen in Bad Staffelstein oder Bad Steben solle man sich nicht vergleichen. Stattdessen sollten das Schulschwimmen und Vereine in den Fokus gerückt werden - und natürlich die Kronacherinnen und Kronacher, die ihr Familienbad am Ort zum Freizeitausgleich bräuchten. Diese familien-, senioren- und sportlerfreundliche Ausrichtung hätte noch einen weiteren Vorteil: Das Lehrschwimmbecken des Landkreises Kronach, das derzeit nicht mehr genutzt werden kann, bräuchte nicht eigens saniert zu werden: Man könnte ein eigenes Becken dafür im neu gebauten oder generalsanierten "Crana Mare" vorsehen.

Aus wirtschaftlicher Sicht spreche alles für einen Neubau und gegen eine Generalsanierung, erklärte der Unternehmensberater. Mit geschätzten 23 Millionen Euro komme ein solcher erstens günstiger als eine Sanierung, die wohl mit 27 Millionen Euro zu Buche schlage. Zweitens könne der Neubau auf dem bestehenden Grundstück erfolgen, vermutlich dort, wo jetzt der Großparkplatz angelegt ist. So könnte der Betrieb des alten Bads relativ ungestört weiterlaufen, wohingegen das "Crana Mare" bei einer Generalsanierung für mindestens zwei Jahre geschlossen bleiben müsste. Drittens seien für Neubauten Fördergelder leichter zu bekommen.

Während die Fraktionssprecher hier weitgehend mit Dietmar Altenburg übereinstimmten, hatten einige Räte Bedenken, ein abgespecktes neues Bad könnte "zu langweilig werden", wie es Jonas Geissler (CSU) formulierte. Der Charakter eines Erlebnisbads müsse erhalten werden, sagte er. "Wir sollten von der Attraktivität nicht runtergehen", erklärte auch Martin Panzer (Zukunft Kronach). Er plädierte daher für einen Saunabereich im neuen Bad. Davon jedoch riet der Unternehmensberater ab. Eine Sauna sorge für ein schlechteres Kosten-Nutzen-Verhältnis und müsse auch nicht wirklich von der öffentlichen Hand vorgehalten werden. Über eine Freibadröhrenrutsche, wie sie schon jetzt im Außenbereich vorhanden sei, könne man schon eher nachdenken. Eine Breitrutsche sowie kleinere Erlebniselemente seien jedoch marktüblicher - und absolut ausreichend.

Die Vorsitzende des Schwimmvereins, Eva-Maria von Nordheim, Jörg Schnappauf von der Turnerschaft und KZG-Sportlehrer Thomas Klatte betonten, dass keinesfalls - wie von Altenburg empfohlen - bei den Wasserflächen gespart werden dürfe. Ansonsten kollidiere die Vereinsarbeit zu oft mit den Erholungsinteressen der Freizeitgäste.

Ein Grundsatzbeschluss zum Bad soll im August getroffen werden. Eine Umsetzung des Projekts könnte dann in den nächsten vier bis sechs Jahren erfolgen.

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Christian Kreuzer

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Veröffentlicht am:
06. 07. 2020
20:58 Uhr

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Christian Kreuzer

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06. 07. 2020
20:58 Uhr



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